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Montag, 16. Mai 2011

Der gute Hirte 1 – erfahrungsbezogen

Annäherungen an ein biblisches Bild
Quelle: http://www.clipart-kiste.de/

Schafe und SchäferInnen heute

Denke ich an Schafe in Norddeutschland, fallen mir die Deichschafe an der Nordseeküste ein und die Schnuckenherden in der Heide, aber auch die Sendung Landpartie, in der Heike Götz immer wieder SchafzüchterInnen und ihren Herden begegnet, und natürlich der lange Treck der 1200 Schafe in jedem Herbst von Norddeich nach Walsrode.

Die Tiere dienen in beiden Regionen dem Landschaftsschutz. Sie sind nicht nur natürliche Rasenmäher, sondern treten mit ihren Hufen die Grasnabe des Deiches fest und zerstören so z.B. Mauslöcher, die den Deich unterhöhlen und weniger haltbar machen. In der Heide halten sie die Pflanzen kurz, fressen auch das Gras und die Triebe junger Bäume und tragen so zum Erhalt dieser Kulturlandschaft und einer schönen Blüte bei. Auch für die Touristen sind Schaf- und Schnuckenherden ein beliebtes Fotomotiv. Schafprodukte wie Schafskäse, - milch und - fleisch tauchen zunehmend in den Supermärkten auf und Schafwolle erlebt als Dämmstoff im ökologischen Hausbau ein Comeback.

Als kleines Kind war ich ganz hin und weg, wenn jedes Jahr im Frühjahr ein Schäfer ein neugeborenes Lamm in unseren Kindergarten brachte.
 Ich erinnere mich an sehr weiches schwarzes Fell und hätte das Kleine immer am liebsten mit nach Hause genommen.

Als Jugendliche konnte manches Badevergnügen für mich nicht stattfinden, weil mal wieder ein an Moderhinke erkranktes Tier beim Trinken in den Badesee gestürzt und darin ertrunken war. Da hatte der Hirte wohl nicht rechtzeitig ge- und behandelt, oder zu der Zeit war diese Krankheit noch nicht so zu behandeln wie heute.

Schafen begegne ich heute am ehesten beim Spazieren gehen, Pilgern oder im Urlaub. Wenn Schäfer mit ihren Herden durch die Landschaft ziehen, erlebe ich es mal als romantischen Anblick, mal als nicht immer willkommenen Stop, weil sie eine Straße blockieren. Der Beruf des Schäfers ist dabei alles andere als romantisch: bei Wind und Wetter draußen, inkl. Übernachtung im Wohnwagen (es sei denn, die Herde ist im heimischen Stall), Krankheiten erkennen und behandeln, Klauenpflege, ggf. Scheren, Bürokratie etc. Auch wenn es die klassischen Momente des sich auf seinen Stock stützenden und in die Ferne blickenden Schäfers noch gibt, sie dürften eher die Ausnahme sein.

Schnucken in der Heide.
(Danke, Erhard!)

Auch einem verlorenen Schaf bin ich einmal begegnet: ein Lamm hatte seine Herde verloren und schloss sich unserer Frauen-Pilgergruppe an, adoptierte uns quasi als seine neue Herde. Weitergehen mit unserer Gruppe war nicht möglich, es folge uns konsequent und wäre noch weiter vom Weg abgekommen. Da half nur warten, bis der Schäfer, der bereits benachrichtigt worden war, mit der richtigen Herde zurückkam, um den kleinen Ausreißer zurück zu holen. Kaum war die richtige Herde in Hörweite, entwickelte sich eine Art Blök-Dialog. Auch der Schäfer rief, vermutlich war es aber eher die Stimme seiner Mutter, als die des Schäfers, die das Kleine zurück getrieben hatte.

Schafe und Schäfer gehören für mich zwar nicht zum Alltäglichen, aber zum Normalen, das mir hier und da begegnet.

1 Kommentar:

  1. Robert hatte im Mai Erstkommunion. Sein Spruch war "Der gute Hirte", viele Tage haben wir über den Hirten gesprochen. Noch heute, wenn die Kommunionkerze brennt mag er davon hören.
    Bei uns gibt es auch eine Schafzucht, manchmal ziehen sie durchs Dorf. Da freuen sich dann alle, egal ob gross oder klein
    Viele Grüsse
    Elisabeth

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