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Sonntag, 22. Mai 2011

Religion und Tourismus

Die Akademie der Bruderhilfe hat zusammen mit der Thomas Morus Akademie und der Universität Paderborn eine Studie zum Thema „Religion und Tourismus“ veröffentlicht. Der Radio-Sender NDR-Info verwies in seiner Sendung "Blickpunkt diesseits" am 22.05.2011 (am Ende der Sendung) auf dieses Thema. Für die Studie wurden 1.709 zufällig ausgewählte BundesbürgerInnen über 14 Jahren, die in den vergangenen drei Jahren eine Urlaubsreise von mindestens vier Tagen gemacht haben, Anfang 2011 telefonisch befragt, inwieweit auch religiöse Interessen in ihrem Urlaub eine Rolle spielen, welche Kenntnis sie von kirchlichen Urlaubsangebote haben und wie sie diese Angebote nutzen. Ein besonderer Schwerpunkt der Untersuchung war der Stellenwert von Kirchen und Klöstern im Urlaub.

Die Untersuchung kommt zu folgenden Ergebnissen:
  • "Für jeden zweiten Bundesbürger zählt der Besuch von Kirchen und Klöster zu den beliebtesten Urlaubsaktivitäten.
  • Kirchen und Klöster werden eher als eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten betrachtet (Sakralimmobilien) und weniger als lebendige Orte des Glaubens.
  • Zu den intensiven Erinnerungen an einen Kirchenbesuch gehören die beeindruckende Architektur, die interessanten Informationen sowie die besondere, magische Atmosphäre (mit Kerzen/Licht, Orgelmusik und Weihrauch-Geruch).
  • Jeder zwanzigste Bundesbürger ist während seiner Urlaubsreise auf der Suche nach religiösen und spirituellen Erfahrungen (5,3 %).
  • Für touristische Sinnsucher spielen kirchliche Aktivitäten und Schauplätze eine herausragende Rolle.
  • Die bekanntesten kirchlichen Urlaubsangebote sind Messen/Gottesdienste am Urlaubsort, Wallfahrten/Pilgerreisen sowie Autobahnkirchen und Offene Kirchen.
  • Neben den Messen/Gottesdiensten am Urlaubsort werden vor allem öffentliche, leicht zugängliche Urlaubsangebote genutzt.
  • Im Spektrum der kirchlichen/spirituellen Aktivitäten im Alltag spielen Spenden und der Besuch von Messen/ Gottesdiensten eine besonders große Rolle."
Folgende Schlüsse werden daraus gezogen:

Kirchen und Klöster sollten sich stärker positionieren als:
  • "Orte der Erinnerung: historische Ereignisse und persönliche Schicksale erlebbar machen
  • Orte der Kraft: die motivierende Macht des Glaubens erfahrbar machen
  • Orte der Begegnung: Gesprächsmöglichkeiten mit kirchenfernen Besuchern schaffen (durch ehrenamtliche Mitarbeiter und neue Kommunikationsmittel)
  • Orte der Einkehr: eine kommerzfreie Gegenwelt zum städtischen Umfeld bieten
  • Orte des lebendigen Glaubens: einen Einblick in das lokale und internationale Engagement der Gemeinde ermöglichen"
Im Auftrag der Evang.-Luth. Landeskirche Hannovers hat eine andere Studie, durchgeführt durch die Fachhochschule Hannover, die Person des „Anonymen Kirchenbesuchers“ in den Blick genommen. Viele Ergebnisse überschneiden sich mit der Studie der Bruderhilfe. Als dominierende Motive für einen Kirchenbesuch kristallisierten sich heraus:

  • „Rückzug“ aus dem Lärm des Alltags
  • kulturelle Vergewisserung
  • erkennbar religiöse Motive

Weitere Ergebnisse in Stichpunkten:
  • Der Kirchenbesuch dient der kulturellen und religiösen Vergewisserung
  • Kirchen repräsentieren Kultur
  • Der Kirchenraum besticht durch Atmosphäre
  • Der „anonyme Kirchenbesucher“ ist über die Hälfte Tourist...
  • Religion ist beim Touristen eher am Rand ein Thema...
  • Der regelmäßige Besuch geöffneter Kirchen ersetzt den Sonntagsgottesdienst

Einen Traum „entmythologisiert“ diese Studie nach eigenen Angaben. Nämlich: „dass es möglich ist, Menschen wieder bewusster an die Kirche heranzuführen.“ Häufig werde gedacht, mit Hilfe von geöffneten Kirchen und Kirchenführungen sei es möglich, „dass sie „Kirchenferne“ wieder an die Kirche heranführen. Die Befragungen von Besuchern in geöffneten Kirchen zeigen dagegen deutlich, dass eher die an kirchlicher Arbeit „Interessierten“ die geöffneten Kirchen aufsuchen. Der „Alltags-Kirchenbesucher“ ist jemand, der der Institution Kirche positiv aufgeschlossen ist.“ „Kirchenferne“ werden auf diese Weise nicht unbedingt erreicht. KirchenbesucherInnen sind als kirchennahe "Wiederholungstäter" also weitestgehend unter sich.

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