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Samstag, 25. Juni 2011

Aus der Apotheke Gottes: Johanniskraut

Gestern war Johannistag. Nachdem die Zeit der Holunderblüte und der daraus gekochten köstlichen Erdbeer-Holunderblüten-Marmelade endgültig vorbei ist, drängt es mich heute, nach Johanniskraut Ausschau zu halten. Eine wunderbare Pflanze mit kräftigem Stengel, eleganten Knospen und knallgelben Blüten. Malblume hieß sie bei meiner Tochter, als die noch kleiner war: mit den Blüten, die einen roten Farbstoff enthalten, kann man tatsächlich auf einem Blatt Papier malen. Etwas umständlich zwar, aber es geht.

Jedes Jahr sammeln wir die Blüten, geben sie in ein Glas, füllen es mit Olivenöl und stellen es auf die Fensterbank in die Sonne. So entsteht in wenigen Wochen ein rotes Öl. Nicht nur bei Kindern hilft es hervorragend bei Stürzen und Stößen, blauen Flecken, Muskelkater, Verspannungen und kalten Füßen. Nicht alles davon entspricht den eigentlichen Indikationen und ein großer Teil des heilenden Effekts wird sicher der Zuwendundung während des Einreibens oder der Massage zukommen. Natürlich könnten wir es auch in der Apotheke kaufen, aber das Selbersammeln und Aufgießen macht es zu etwas Besonderem.

Bereits die Römer kannten seine Wirkung, belegen Dokumente aus dem 1. Jh.n.Chr.. Die Klostermedizin verwendet es nachweislich seit dem 8. Jahrhundert gegen Melancholie, also Depressionen. Vielleicht hat die Angst nehmende und trübe bzw. böse" Gedanken aufhellende Wirkung dafür gesorgt, dass das Johanniskraut auch als Schutzkraut galt und zu magischen Zwecken genutzt wurde. So wurde es zum Beispiel gegen Blitze und Feuer und als Schutz vor Hexen und bösen Geistern aufgehängt.

Im ausgehenden Mittelalter wurde die Pflanze in die Rituale des Exorzismus eingebunden. Hinter trüben Gedanken und einer gedrückten Stimmung wurde möglicherweise ein "böser Geist" oder Dämon vermutet und so auf eine "Besessenheit" geschlossen. Dass Johanniskraut tatsächlich eine psychogene Wirkung auf Depressionen entwickelt, war der Erfahrungsmedizin zwar bekannt, traf aber auf ein ganz anderes Weltbild.

Inzwischen sind die medizinischen Wirkungen des Johanniskrauts wissenschaftlich belegt. Es ist vor allem bei Verletzungen angezeigt, sowohl des Körpers als auch der Seele. Für Paracelsus war das Johanniskraut eine Art Allheilmittel. Er war der Meinung, diese Pflanze sei „dem Menschen von Gott geschenkt“ worden. Dem schließe ich mich an.

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