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Freitag, 17. Juni 2011

Ein Gott - drei Personen. Gedanken zur Trinität.

Den Dreifaltigkeitssonntag feiern wir am kommenden Wochenende in der katholischen Kirche, Trinitatis genannt in der evangelischen. In der evangelischen Kirche hat dieses Fest, dass erst seit dem 10. Jahrhundert gefeiert wird, einen größeren Stellenwert als in der katholischen, wohl aufgrund des Bekenntnischarakters.

Im Gegensatz zu den bekannten großen Festen wie Weihnachten (Geburt), Ostern (Tod und Auferstehung), Himmelfahrt und Pfingsten (Geistsendung) wird am Dreifaltigkeitssonntag kein "greifbares Heilsereignis" gefeiert,
sondern ein Dogma und Bestandteil unseres Glaubensbekenntnisses. Vielleicht wirkt es daher etwas "sperrig".

Für diese uns zum einen selbstverständliche Aussage, dass uns Gott in den Personen Vater, Sohn und Geist offenbart hat und begegnen kann, gleichzeitig aber in seiner Tiefe schwer zu verstehenden "Drei-in-Eins-heit" haben Menschen zu unterschiedlichen Zeiten immer neue Bilder gebraucht, wohl wissend, dass jedes Bild seine Grenzen hat und die letzte Wahrheit nicht erfassen kann. Hier einige Beispiele:
  • Tertullian gebrauchte für die Trinität die Bilder eines Baums: Wurzeln, Stamm und Zweige und das Wasser, das von der Quelle zum Bach und dann zum Fluss fließt.
  • Gregor Thaumatourgos und Augustinus von Hippo verglichen die Trinität mit der dreifachen Stufung der Natur des Menschen in Körper, Seele und Geist.
  • Basilius von Caesarea verglich das Konzept der Trinität mit dem Regenbogen: Sonne, Sonnenlicht und Farben.
  • Ebenfalls bei den Kirchenvätern findet sich das Bild von drei dicht aneinandergestellten Kerzen oder Fackeln, die mit einer einzigen Flamme brennen.
  • Aus neuerer Zeit gibt es die Analogie von Clive Staples Lewis, der die Trinität mit einem Würfel in seinen drei Dimensionen verglich.
  • Der Theologe David Clemens verglich die Trinität mit dem mathematischen Konzept von 1 x 1 x 1 = 1.
  • Andere Bilder sind die Sonne, ihr Licht und ihre Kraft oder die drei Aggregatzustände des Wassers: als kühlendes Eis, als erfrischendes Wasser, als wärmender Dampf.
  • Eine weitere Vorstellungsmöglichkeit ist die Gottheit in drei Personen, die daher Liebe, Gemeinschaft und Kommunikation inhärent als unverzichtbaren Teil ihres Wesens hat.
  • Der Heilige Patrick soll der Legende nach die Iren mit einem Kleeblatt über die Dreieinigkeit Gottes aufgeklärt haben: Klee besteht aus drei Blättern, diese bilden zusammen ein und dieselbe Pflanze.
(Quelle: Wikipedia)
Nachtrag: In "Christ in der Gegenwart" werden die einzelnen Aspekte der Bilder den drei göttlichen Personen zugeordnet:
Die Kirchenväter haben dichterisch das unergründliche Geheimnis der Dreifaltigkeit gedeutet: Der Vater ist die Quelle, der Sohn ist der Fluss, der Geist ist der Strom (Tertullian, Origenes, Ambrosius, Hippolyt, Athanasius); der Vater ist die Wurzel, der Sohn der Stamm, der Geist der Saft (Tertullian, Ambrosius); der Vater ist die Sonne, der Sohn der Strahl, der Geist das Licht (Hippolyt, Athenagoras); der Vater ist die Stille, der Sohn das Wort, der Geist die Wahrheit (Ignatius von Antiochien); der Vater ist der Mutterschoß, der Sohn das Kind, der Geist das Leben (Ambrosius). (CIG 25/2011, S. 281)
Mir selbst ist die neuere Vorstellung von liebender Bindung in der kleinsten Urform von sozialer Beziehung, der Familie, bestehend aus Mutter, Vater und Kind, am nähesten - trotz ihrer Zerbrechlichkeit, Unvollkommenheit und der damit möglicherweise verbundenen negativen Erfahrungen. Das ist eben das Problem mit Bildern und ihre Grenze.

Eine weitere Annäherung ist für mich der Vers aus Jesu Abschiedsreden im Johannesevangelium: "Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch" (Joh 17,20). Dort wird die göttliche Geistkraft zwar nicht ausdrücklich benannt, lässt sich aber aus dem Kontext als Jesu bleibende Anwesenheit "in euch" durch den von Gott gesandten Geist verstehen.

Auch der Buchtitel "Ein Stück meiner Seele ging mit ihm" von Winnie Mandela, in dem sie u.a. die Trennung von ihrem Mann Nelson thematisiert, drückt etwas von dieser innigen Nähe und Verschmelzung aus, die nur in intensiver Beziehung und Liebe auf menschlicher Ebene erfahrbar ist und durch die möglicherweise etwas vom göttlichen Geheimnis erahnbar wird.

Bei allen Bildern bleibt jedoch ein Rest des Unverstehbaren, des möglicherweise nur in mystischer Sehweise Erahnbaren, wie auch Christa Peikert-Flaspöhler sehr ansprechend und dicht formuliert:

Einfach mal
"Trinität" und "Dreifaltigkeit"
bei der Google-Bildsuche eingeben:
spannendes Ergebnis!
Nie schöpfen wir dich aus,
unerschöpfliche Lebensquelle.
Nie nennen wir dich zu Ende,
aller Namen heiliger Mund.
Nie grenzen dich unsere Bilder,
ungegrenztes heiliges Sein.
Durchatme uns mit der Hoffnung
Bewege uns werdend in Sehnsucht.
Ergänze uns, göttliche Liebe.

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