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Donnerstag, 23. Juni 2011

Thema "Kirchenaustritte" im Radio

Wer mit Menschen spricht, die aus der Kirche ausgetreten sind, wird von unterschiedlichsten Hintergründen hören: die einen waren Kirche schon lange fern oder niemals nahe und unternahmen mit dem Austritt einen längst überfälligen Schritt.

Die wenigsten sind gegangen aus einem aktuellen Anlass des Ärgers oder der Enttäuschung heraus, ist meine Erfahrung.
Viele haben lange mit diesem Einschnitt in ihre kirchliche und religiöse Biographie gerungen,
fühlen sich möglicherweise innerlich weiterhin zugehörig oder erleben neben der Befreiung eine nie geahnte Heimatlosigkeit.

"Der Bruch mit dem Glauben? Kirchenaustritte bilden eine Zäsur" ist der Titel der Sendung, die am Sonntag, dem 26. Juni in der Reihe LEBENSWELTEN um 06:05h und um 17.05h auf NDR Info ausgestrahlt werden wird. In der Vorankündigung heißt es:
Nachdem die Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche im vergangenen Jahr ans Licht kamen, schnellten die Kirchenaustrittszahlen in die Höhe. Doch ein Kirchenaustritt – ganz egal ob nun aus der katholischen oder evangelischen Kirche - ist keine spontane Reaktion und üblicherweise auch kein Ausdruck von Kirchenkritik. Er ist ein Zeichen für die schleichende Entfremdung von der Kirche, betont der Religionssoziologe Detlef Pollack. An der Entwicklung der Zahlen lässt sich viel über die jeweiligen gesellschaftlichen Umstände und den Stand der Kirchen ablesen. War der Austritt in den 60er- und 70er-Jahren als Statement gegen das Establishment gemeint, so hatte er 1992 wirtschaftliche Gründe: der Soli-Zuschlag wurde eingeführt. „Das Jahr 2010 ist eine Zäsur", sagt Pollack. Zum ersten Mal, so schätzt er, liegen die Austrittszahlen der Katholiken über denen der Protestanten.
Ich höre die Reihe "Lebenswelten" gerne, sie ist gut recherchiert mit qualifizierter Moderation, aktuellen Studienergebnissen und interessanten O-Tönen. Wer nicht im Norden lebt, kann diese Sendung über Livestream oder später in der Mediathek hören.

1 Kommentar:

  1. Es hat Zeiten gegeben, da konnte man nicht aus den Kirchen austreten, wenn man in einer kirchennahen Organisation wie Caritas oder Diakonisches Werk gearbeitet hat, obwohl diese nur auf dem Papier mit Kirche zu tun haben.Es ist in jedem Fall die Folge einer langen Überlegung, besonders, wenn man katholisch war, hängt doch das Seelenheil nach Vorstellung der Kirche mit der Kirchenzugehörigkeit zusammen.Man möchte kirchlich beerdigt werden, nicht wahr? Innerkirchlich kommen angesichts der Austritte Sprüche wie, "Wer uns verläßt, hat nie zu uns gehört" irgendein Bibelzitat paßt immer. Und, wie hat unser Weihbischof mal sogar im TV gesagt, "Es kommen ja immer wieder Neue nach."Die Krönung, die ich je gehört habe, war "Wer aus der Kirche austritt, kündigt Gott die Freundschaft". So ein junger Jesuit. Na, dann---gute Nacht.

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