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Mittwoch, 6. Juli 2011

Bedingungen für eine gerechte Gesellschaft

Unter dem Titel "12 Punkte für das gute Leben" hat Antje Schrupp heute auf ihrer Seite ein überaus interessantes Dokument der "belgischen Frauenliga" vorgestellt. In einem zweijährigen Diskussionsprozess haben ca. 300 Frauen „Zwölf Bedingungen für eine gleichberechtigte, solidarische und gerechte Gesellschaft“ formuliert und bereits im Mai 2010 veröffentlicht. Folgende 12 Bedingungen wurden dabei zusammengetragen:
In einer gleichberechtigten, solidarischen und gerechten Gesellschaft

1. befinden sich würdige Erwerbstätigkeit und Privatleben im Gleichgewicht.

2. ist die lebenslange finanzielle Unabhängigkeit aller Frauen garantiert.

3. wird Konsum allen zugänglich gemacht und erfolgt auf der Basis von Nachhaltigkeit und fairem Handel.

4. ist die Pflege hilfsbedürftiger Menschen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

5. werden Pflege- und Betreuungsberufe gesellschaftlich anerkannt und wertgeschätzt.

6. verfügen Frauen über ausreichend Zeit, über die sie frei entscheiden können.

7. existieren keine sexistischen, stereotypen Frauenbilder, die Frauen unter Druck setzen.

8. ist Mutterschaft weder verpflichtend noch Anlass zur Diskriminierung.

9. werden Gewalt und Unrecht gegen Frauen als Ausdruck des patriarchalischen Gesellschaftssystems erkannt und als solche bekämpft.

10. werden in Politik und Verwaltungswesen die Interessen und Bedürfnisse von Frauen berücksichtigt.

11. wird die Initiative der Frauen selbst zum Motor für gesellschaftliche Veränderung.

12. schaffen Frauen Solidarität untereinander.
Im Originaldokument selbst werden diese 12 Bedingungen sehr differenziert entfaltet.

Bei Antje Schrupp hat sich im Kommentarbereich dazu eine Diskussion entwickelt, leider teilweise auch mit sehr unqualifizierten Beiträgen, wie sie so häufig in Bezug auf frauenorientierte Themen zu lesen und zu hören sind. Auch wenn man(n) nicht allen Punkten oder sogar keinem zustimmt, müsste eine sachliche Auseinandersetzung darüber eigentlich möglich sein. Ist sie aber nicht, da die Bedingungen offensichtlich wunde Punkte berühren und entsprechend provozieren. Das macht einmal mehr deutlich, wie wenig selbstverständlich auch heute noch Gleichberechtigung und Solidarität sind - auch zwischen Frauen - und wieviel machismo unsere Gesellschaft noch immer prägt.

Als ich die 12 Bedingungen zum ersten Mal las, dachte ich: Schade, dass dies kein Dokument der katholischen Kirche zur Sozialethik ist. Ich wäre so was von stolz darauf!

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