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Sonntag, 31. Juli 2011

Brotvermehrungsgedanken

Da will Jesus also mal allein sein, ausruhen, Kraft schöpfen und trauern um seinen ermordeten Cousin Johannes, aber die Leute rennen ihm hinterher. Sie tun ihm Leid, also kümmert er sich um sie. Ob er im ersten Moment ähnlich gedacht hat wie seine Jünger später: „Mein bisschen Kraft, die ich noch habe, was ist das für so viele?“ Und er lehrt sie. Vermutlich knüpft er an, an ihren Alltag und an die alten jüdischen Schriften, die sie genau wie er ziemlich gut kannten.
Dann wird er unterbrochen von seinen Jüngern: „Schick die Leute weg, es ist spät, die brauchen was zu essen.“ Ob es denen auch zu viel war mit dem Gewusel der Massen? Ob sie vielleicht auch gerne mal einen Moment alleine gewesen wären? Nur mit ihm? Es gibt verschiedene Sorten von Hunger: der Hunger nach Ruhe, Alleinsein und Intimität gehört ebenso dazu, wie der Hunger auf nährende, gute Worte und der Hunger nach Brot.
Die Jünger werden aufgefordert das zu verteilen, was da ist, was sie haben. Es gibt 5 Brote und 2 Fische für mehr als 5000 Menschen. Wie das reichen soll, können sie sich nicht vorstellen. Aber wenn's der Chef sagt ... Alle aßen und wurden satt und 12 Körbe bleiben übrig. Es hat gereicht, Erstaunen und Aufatmen.
Das sind interessante Zahlen:
- die „5“ erinnert mich an die fünf Bücher Mose, die Tora,
- die „2“ an die beiden Gesetzestafeln, die Mose von Gott erhielt, aber auch an die zwei Bücher der Propheten und der Schriften,
- die „12“ natürlich an die 12 Stämme Israels, die 12 Apostel und die 12 Monate, die 12 Stunden auf der Uhr, also etwas „Gesamtes“, „Umfassendes“.
Von der 5 und der 2 essen die 5000 und 12 bleibt übrig.Der „was ist das für so viele?“-Zweifel wird verwandelt in mehr als genug für die vielen. Die Jünger haben, was sie brauchen. Jesus hat ihnen die Schrift immer wieder erklärt, hat sie geistlich genährt, davon könnten sie nun weitergeben. Das wenige, was sie verstanden haben, reicht, um den Glaubens-, Liebes- und Hoffnungshunger der vielen zu stillen. Sie zweifeln daran. Das bisschen, was wir verstanden haben? Unsere geringe Bildung? Unser kleiner Glaube? Es reicht für die Anwesenden und mit seinen Resten darüber hinaus für die gesamte Welt, für alle.
So wenige geweihte und ungeweihte kirchlichen Mitarbeiter_innen, diese paar Kirchgänger_innen, diese wenigen Ehrenamtlichen, das bisschen Zeit und das schwache Vertrauen in Gottes Hilfe sollen reichen, um am Reich Gottes zu bauen???
„Ihr habt genug, um andere und euch selbst zu nähren. Es wird mehr als genug da sein“, ermutigt die Erzählung von der Brotvermehrung. Also kramen wir unsere ein wenig dürftige "5-Brote-und-2-Fische-Hoffnung" raus, damit sie gesegnet und verwandelt werde, und machen uns an die Verteilung!

Quelle: Weltgebetstag 2011 Chile


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