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Freitag, 15. Juli 2011

Gott, du Bäckerin - Gedanken zu Mt 13, 33

"Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war."

Aus dem Hungertuch: Biblische Frauengestalten, Misereor.
Im Matthäusevangelium sind mehrere Gleichnisse zusammen gefasst. Drei davon kommen im Evangelium vom 16. Sonntag im Jahreskreis vor: Erst ein Mann, der guten Samen sät, dann ein kleiner Samen, der heranwächst. Erst der Sauerteig, dann??? Da fehlt doch was, mir zumindest! Parallel zum Sämann erwarte ich hier eine Bäckerin und den Vergleich: "Mit dem Himmelreich ist es wie mit einer Frau, die mit einer winzigen Menge Sauerteig und viel Geduld eine große Menge an Brot backt. 100 Personen aßen davon und wurden einen ganzen Tag lang satt." Brotvermehrung so zu sagen am Beispiel der Bäckerin. Vielleicht hatten Jesus und Matthäus ja nicht so viel Ahnung vom Brotbacken und von Zeit und Geduld, die bei der Zubereitung von Sauerteigbrot nötig ist. Als kleine Jungs haben sie möglicherweise eher draußen gespielt, zwischen den Feldern und lieber dem Sämann zugesehen als den Frauen beim Brotbacken zu helfen...

Eine Pfarrerin aus den USA dagegen, Dr. Alla Bozard Campbell, hat zu dem Gedanken, Gott auch mit einer Bäckerin zu vergleichen, ein wundervolles Gebet formuliert:
Gott, du Bäckerin, ich bin dein lebendiges Brot –
stark, braun, du Bäckerin, Gott –
ich bin dein niedergedrückter, weicher, im Sein
geformter Laib.
Ich bin dein Teig, der aufgeht,
gründlich durchgeknetet von göttlichen, knorrigen Fingern,
von deinen warmen Erdenhänden.
Ich bin gründlich geknetetes Brot.
Leg mich ins Feuer, Gott, du Bäckerin,
leg mich in dein ureigenstes, helles Feuer.
Ich bin voller Wärme, voller Wärme wie du.
Das Feuer macht mich weiss und golden,
weich und hart, braun und rund.
Das Feuer erfüllt mich mit solcher Wärme.
Brich mich, Gott, du Bäckerin.
Ich werde gebrochen unter deinem liebenden Wort.
Lege meine Stücke hinein in deinen besonderen Saft.
Lege mich hinein in Blut.
Mach mich trunken in der grossen, roten Flut –
dich selbst verschenkender Kelch, verschlinge mich.
Meine Haut glänzt im göttlichen Wein.
Mein Gesicht versinkt im Kelch, ich ertrinke.
Ich falle hinauf in einem roten See, in einer goldenen Welt,
wo mich die warme Sonnenhaut deiner Hand erwartet,
mich auffängt und hält.
Gott, du Bäckerin, forme mich neu.
(Quelle: Liturgische Bausteine zum Weltfrauentag: Unser tägliches Brot, S.4)

Hier noch eine Predigt zur Bibelstelle und ein Blick auf das gesamte Hungertuch inklusive Erläuterungen.

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