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Sonntag, 17. Juli 2011

Schade, dass es hier um Werbung für ein Softgetränk geht ...

Tipp meiner Tochter: "Mama, das musst du dir unbedingt ansehen!"
"Und was gefällt dir daran?"
"Alles. Das Lied und dass man nicht alles immer nur negativ sehen muss."
Kluges Kind. Wenn es sich doch nur auch außerhalb von TV und YouTube mit solchen Dingen beschäftigen würde ...


Wenn es nicht um Kommerz ginge,
könnte das Video fast als virtuelles Gebet durchgehen.
Oder was meint Ihr?

Kommentare:

  1. grüss dich ameleo,

    es gab mal diesen vodafone mann der so glücklich durch die welt spazierte und sein glück mit der welt teilte. der war in der esoterikszene sehr beliebt, weil viele der meinung waren er repräsentiere die neue denke, die nötig sei, nämlich das blicken auf das positive, und das "leben aus dem herzen", die abkehr vom katastrophischen.

    dieser coke spot geht genau in die richtung (wohlwissend, dass es trendy ist). keine ironie, keine häme, keine werbliche besserwisserei, stattdessen so etwas schönes von hoffnung, mit sicherlich frei erfundenen statistiken, aber sei es drum. mich stimmen solche spots ja eher misstrauisch, was natürlich daran liegt dass werbung eben ist was werbung ist, und die art wie mir hier also ein vermutlich plutoniumhaltiges getränk angedreht werden will damit die welt eben besser und voller aufmerksamer menschen sei die das bessere sehen und hüten, das ist schon ein bisschen widerlich.

    ausserhalb der werbung wäre es vielleicht ganz schön - wenigstens der impuls, in nachrichten nicht nur auf die katastrophen sondern auch auf etwas positives bemerkenswertes hinzuweisen. insgesamt ist es mir aber zu emotional. wenn mir jemand derart ins gefühlszentrum trampelt, fühle ich mich mit unlauteren mitteln "überzeugt". und danach möchte ich immer duschen :))))) möglicherweise ist das aber auch nur ein symptom des umstandes, dass wir uns inzwischen schon belästigt fühlen wenn uns jemand etwas schlicht und ergreifend positives sagt - gerade in deutschland, wo doch alles dreitausend mal kritisch beleuchtet sein will.

    du siehst: mixed feelings. ;)

    herzliche grüsse an dich
    giannina

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  2. Ich hatte bei diesem Spot keine Minute lang mixed feelings: ich habe mich nur darüber geärgert wie hier nette Banalitäten wie Kuscheltiere, kuchenbackende Mütter (Sorry) und Fussabstreifer als Argument gegen Panzer und trennende Mauern hochgejubelt werden.
    Stellen Sie sich diesen Spot einmal im Gaza-TV vor.

    Armand

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  3. Danke, Giannina und Armand, für eure Antworten! Ich habe mich schon lange nicht mehr so intensiv mit einem Werbespot auseinander gesetzt. Im Studium, als es um den Einsatz von Kurzfilmen z.B. im Religionsunterricht ging, haben wir Filme intensiv analysiert, nur das Bild ohne Ton, nur den Ton, nur die vordergründige Handlung und schließlich die Botschaft. Daran hab ich mich jetzt erinnert.

    Je häufiger ich das Video ansehe, desto weniger mag ich es inzwischen und desto problematischer finde ich es. In der Tat, wie du sagst, Giannina, es spielt mit Gefühlen. Kindergesang stimmt einen schon mal positiv, noch dazu, wenn er so schwungvoll daher kommt. Die Gegenüberstellungen sind im ersten Moment überraschend, aber beim zweiten Blick, genau wie Sie schreiben, Armand, total banal. Sie nehmen die Seite des Negativen in keinster Weise ernst und stellen dem etwas gegenüber, was in sich auch wieder fragwürdig ist. Denn: Ist es ein Wert, dass so viele Kuscheltiere hergestellt werden noch dazu häufig in Kinderarbeit? Die Kinderzimmer quellen über davon. Über „lustige Videos“ statt Nachrichten konnte ich noch nie lachen. Diese Sendungen, in denen sich auf Kosten von Unglücksraben lustig gemacht wird (oder die ganz gestellt sind), mag ich nicht. Da bin ich echt eine Spielverderberin.

    Was mich aber an dem Video fasziniert, ist, wie es gelingt, mit Bildern, Worten und Musik von den ernsten Hintergründen abzulenken und ein Feeling zu schaffen, in der man geneigt ist, dem Schlusssatz „Es gibt viele Gründe, an eine bessere Welt zu glauben.“ zuzustimmen. Klar gibt es die, genauso wie die andere Realität, nur hat der Film mit den eigentlichen Gründen nichts zu tun. Wer nicht genau hinschaut und hinsieht (so wie ich am Anfang), wird ganz schön manipuliert! Und verknüpft dieses super oberflächliche „Happy-feeling“ dann möglicherweise noch mit einem problematischen Getränk ...

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  4. liebe ameleo,

    ja, genau, geht mir auch so! :) und noch toller wirds ja wenn man mal hört was die kinder da singen. sie singen ja: "I’m free to be whatever I choose" und " You only see what people want you to see". letzteres ist freilich wahnsinnig ironisch, bezieht man es auf den spot selbst.

    die trendige westliche wünschdirwas-realität ist sicher ein blanker hohn für all jene, die in ländern aufwachsen in denen panzer vor der haustür zum täglichen bild gehören. we free to choose sich menschen in so einem milieu fühlen, sei mal dahingestellt......

    ich glaube auch an eine bessere welt. aber keiner meiner gründe wurde im spot aufgeführt :D.

    herzliche grüsse an dich!
    giannina

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  5. Liebe Giannina,
    deine Idee, die Zeile "You only see what people want you to see" auf den Spot selbst zu beziehen, ist einfach nur köstlich! Da singen die Kinder, was der Spot erreichen will, was sich aber nur beim genauen Hinsehen und -hören erschließt. So wollen die Werbemacher das ganz sicher nicht verstanden wissen! Aber wir Über-den-Tellerrand-Blicker_innen nehmen uns hier gerade die Freiheit, selbst zu sehen. Macht mir eh mehr Spass.
    Liebe Grüße
    Ameleo

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