ACHTUNG: Zur Zeit gibt es bei Blogger Probleme mit dem Internet Explorer. Videos können beispielsweise nicht angesehen und Kommentare nicht abgeschickt werden. Bitte in diesem Fall einen anderen Browser wie z.B. Firefox benutzen!

Donnerstag, 25. August 2011

Gott begegnen im Trubel der Städte - Madeleine Delbrel

Beim Anblick eines Sonnenauf- oder -untergangs, beim Blick herab von einem Berg, über die Weite des Meeres oder in die Unendlichkeit des nächtlichen Sternenhimmels, beim Staunen über die Schönheit und Verletzlichkeit der Schöpfung oder in der Stille den "Darin-und-dahinter" zu erahnen fällt uns häufig nicht schwer. Was aber im Alltag, in der Unübersichtlichkeit, dem Durcheinander und der Hektik der Städte? Die Mystikerin Madeleine Delbrel hat dafür einen ganz besonderen Blick entwickelt.

Anfang des 20. Jahrhunderts geboren und im atheistischen Umfeld Südfrankreichs aufgewachsen, findet sie mit 19 Jahren zum christlichen Glauben und setzt sich Zeit ihres Lebens mit dem Kommunismus in Frankreich auseinander, mit der Lebenssituation der Menschen in den Städten und der Frage, wie unter diesen Bedingungen Gott begegnet werden kann. Sie entwickelt dabei einen ganz besonderen Blick für eine Spiritualität unter den Bedingungen der Stadt, was ihr den Titel "Mystikerin der Straße" eingebracht hat. Hier ein Zitat, das einen kleinen Einblick in ihr Denken und Glauben ermöglicht:
„Die ganze Welt erscheint uns wie ein Aug- in Auge mit ihm, dem wir uns nicht entziehen können.
Begegnung mit seiner lebendigen Kausalität im Gedröhn der Straßenkreuzungen.
Begegnung mit seinen Fußspuren auf unserer Erde.
Begegnung mit seiner Vorsehung in den Naturgesetzen.
Begegnung mit Jesus Christus in all den „Kleinen, die ihm gehören“: denen, die physisch leiden, die sich langweilen, die sich ängstigen, denen etwas fehlt…
Warum sollte der Lerchengesang im Kornfeld, das nächtliche Knistern der Insekten, das Summen der Bienen im Thymian unser Schweigen nähren können – und nicht auch die Schritte der Menschenmenge auf den Straßen, die Stimmen der Marktfrauen, die Rufe der Männer bei der Arbeit, das Lachen der Kinder im Park, die Lieder, die aus der Bar dröhnen… All das ist Geräusch von Geschöpfen, die auf ihre Bestimmung zugehen, alles ist ein Widerhall des Hauses Gottes, mag es geordnet oder ungeordnet sein, alles ist Signal des Lebens, das unserem Leben begegnet.“

(Madeleine Delbrel)

1 Kommentar:

  1. Ameleo, ich freue mich sehr, dass Du uns diese schönen Texte bietest. Gestern habe ich Auszüge aus Rosa Luxemburgs Gefängnisbriefen gelesen. Gott als Schöpfer ist überall vorhanden. Der eine nennt es Gott, der andere übersieht es, der Dritte beschränkt sich auf das Schöne. Andere auf Schicksalsschläge. Gott als Schöpfer ist überall. Wir reden vom allgegenwärtigen Gott. Das ist nicht der Aufpasser mit der Fliegenklatsche, das ist der Schöpfer, der in allem lebt und irgendwie waltet.

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.