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Samstag, 13. August 2011

Traurige Konsequenz des Priestermangels

Auf dem Blog von Walter Ludin fand ich vor ein paar Tagen den Hinweis auf eine Sendung aus dem Schweizer Fernsehn mit dem Titel "Gottes Greise Gehilfen", in der über einen sehr alten Priester berichtet wird, der als Aushilfe mit seinen 90 Jahren am Sonntag noch drei Messen feiert. Mich bewegt dieser kurze Film seitdem. Es ist sehr berührend, wie der alte Herr in seiner Gebrechlichkeit auch noch Wege und Steigungen (und ich spreche hier nicht von einem Deich!) zu Fuß zurück legen muss.

Bei solchen Bildern und dem eigenen Erleben vor Ort stellt sich mir wiederholt die Frage, ob in dieser Situation ein intensiveres Gebet um mehr Priesterberufungen ausreicht, und ob es nicht vielmehr andere Lösungen geben muss, wie zum Beispiel die Möglichkeit der Laienpredigt (ein Thema, das ich im Kommentarbereich meines Beitrags "Der Papst und Ameleo" auf http://www.sende-zeit.de/ ausführlich mit "Stanislaus" erörtert habe), die den Ruheständlern wenigsten ein wenig Erleichterung schaffen würde. Darüber hinaus braucht es sicher ganz andere Ansätze, um auch zukünftig möglichst vielen einen Zugang zu Wort und Sakrament in Gemeinschaft möglich zu machen. Denn wenn DAS keine Notsituation ist, was ist denn dann eine?

Kommentare:

  1. Als Ex-Priester geht mir bei solchen Berichten regelmässig der Hut hoch.

    Lasst doch das Beten! Wem die Gabe der Predigt gegeben ist, der soll predigen. Hat denn Jesus gewartet, bis er von den Tempelbehörden in Jerusalem die Erlaubnis zum Predigen bekommen hat?

    Wenn ihr am Sonntag ohne Eucharistie auskommen müsst, holt Euch doch einen von den zehntausend Priestern ohne Amt in Eure Kirchen. Es gibt keinen Priestermangel! Sie haben bloss Berufsverbot.

    Oder trefft Euch in Euren Häusern zum Brotbrechen nach dem Vorbild der ersten Christen. Es bräuchte nur ein wenig kreativen Ungehorsam in der Kirche und vieles könnte sich ändern.

    Wenn ihr aber weiterhin wie fromme Schafe zu allem Ja und Amen blökt, braucht ihr auch nicht zu jammern.

    Ja, ich bin wütend!

    Armand

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  2. Dieser Greis mit seinen Gebrechen ist längst nicht der Einzige. Predigen, wer predigen kann, die Eucharistie als Priester/in feiern, wer es kann. Gott würde sicher die Gebete um Priesterberufungen erhören, wenn man ihn nur ließe.Jedoch die Amtskirche hat ihre betonfesten Vorstellungen davon, wer Priester werden darf. Und also sind Gott die Hände gebunden.Der Mensch ist auch hier frei und Gott zum Zusehen verurteilt. So sehe ich das.

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  3. ich werfe mal ein paar blumen in armands richtung. die kirche braucht revolution :). schwule theologen mit lehrverbot, mitdenkende priester mit berufsverbot, transkonfessionelle willigis jägers mit redeverbot, fromme frauen mit priesterschaftsverbot - diese kirche schaufelt sich ihr eigenes grab und sagt dann "betet für uns todgeweihte". ich weiss gar nicht ob ich lachen oder heulen soll, es ist zum haareraufen. und währenddessen diskutieren die traditionalisten ob man nicht doch wieder mundkommunionszwang einführen sollte. mir scheint der heilige geist weht vor verschlossenen kirchentüren.

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  4. klanggebet-ich habe nicht verstanden, was Sie sagen wollen. Ich nehme an, keine Frau, die diesen Beruf aus der Nähe kennt, reißt sich um den Priesterberuf.Man liegt vor dem Bischof auf dem Boden, verspricht ihm das Blaue vom Himmel und macht dann doch, was man will ,oder regt sich über Einsamkeit auf?Oder über die Hierarchie.Der Priesterberuf bedarf der Veränderung.Wenn frau ihn erstrebenswert finden soll.Und das ist lang nicht alles.

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  5. Mancher dieser Priestermangel ist auch selbstgemacht.

    Ich war mit 41 zu alt dafür und habe das am 12.11.2010 in meinem Hauptblog beschrieben … (verlinken konnt ich das nicht - schade)

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  6. Dann waren Sie möglicherweise nicht in der richtigen Gruppe,E m i l, ich kenne einen Kaplan, der ist Mitte 60 und noch nicht lange Priester.

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  7. Ja, Armand und Emil, auch ich glaube, dass in weiten Teilen das Problem hausgemacht ist und es eigentlich keinen Priestermangel gibt, würden alle die Männer und Frauen geweiht, die dazu berufen sind und würden die Priester ohne Amt (Ex-Priester kann es nach meinem Sakramentsverständnis nicht geben) öfter und offiziell in Anspruch genommen. Und ja, Teresa_von_A., es muss sich Wesentliches ändern am Priesteramt, um ihn auch für Frauen attraktiv zu machen. Die Revolution, liebes Klanggebet, haben wir aber, so scheint mir, hinter uns oder sind noch mitten drin, aber mit wenig Erfolg.

    In der Kirche, in der ich groß geworden bin, hatte ich ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit und unendlich vielen Möglichkeiten, in der mir die Texte des II. Vatikanums eigentlich schon sehr altbacken und lange überholt vorkamen. Bis einschließlich an meiner ersten Stelle habe ich Gemeinden, Priester und Dekanate erlebt, in der aus pastoralen Notwendigkeiten heraus kirchliche Vorgaben weit, und kreativ ausgelegt wurden, maximal mit einer Mitteilung an den Bischof, niemals aber mit einer Bitte um Erlaubnis oder gar in demonstrativem „Ungehorsam“.

    Die Zeiten sind vorbei. Zwar haben sich verheiratete Priester und ihre Frauen und Kinder organisiert und bieten ihre Dienste z.B. in Österreich offiziell an, es gibt in Deutschland Kurse, in denen sich Frauen auf den Diakonat vorbereiten, andere haben sich auf internationaler Ebene bereits zur katholischen Diakonin und Priesterin weihen lassen und praktizieren. Auch gibt es auf allen Kontinenten Gemeinden, Gruppen, Gläubige und geweihte wie ungeweihte kirchliche Mitarbeiter_innen, Politiker und Professoren, die sich für eine Legalisierung dieser Aufbrüche einsetzen.

    Gleichzeitig formieren sich traditionalistische Personen und Gruppen, bekommen vatikanische Unterstützung und forcieren geschickt Nebenschauplätze, wie das Thema Mundkommunion um von den Hauptproblemen abzulenken. Heute stellen einige Traditionalisten sogar bereits die Katholizität des Vat. II in Frage (stellen sie sich damit nicht eigentlich selbst außerhalb die rk Kirche?), gegen freie Gedanken wird denunziativ vorgegangen, die Denunzianten aber nicht in ihre Schranken verwiesen und viele der jungen Priester sind angepasst bis zur Selbstaufgabe.
    Beide hier nur unzureichend skizzierten Positionen radikalisieren sich zunehmend und beanspruchen für sich, DEN richtigen Weg gefunden zu haben. Bei aller persönlicher Sympathie für die eher reformorientierten, werde ich radikale Positionen mir nicht zu eigen machen weil sie keine Türen öffnen, sondern zuschlagen.
    Ich habe keine Lösung. Gebet um mehr Priester ist die übliche Empfehlung im innerkirchlichen Bereich. Sie mag für einige ihr angemessener Weg sein, den sie doch gerne gehen mögen, warum nicht? Über meinem Schultor stand „Bete und arbeite“. Mitstreiterinnen in der Welt jenseits des Web zu finden wird immer schwieriger. So sehe ich meine Arbeit darin, auf der Praxisebene etwas von der mir heiligen Freiheit in meiner Kirche zu tradieren und auf diesem Blog öffentlich nachzudenken auch in der Hoffnung, zu einem Brückenbau zwischen scheinbar unversöhnlichen aber vermutlich gleichberechtigt Not-wendigen Denk-, Lebens- und Glaubensweisen beizutragen.
    Dass greise Priester wie in meinem Ursprungsbeitrag dermaßen belastet werden, ist zum einen sicher ihre persönliche Entscheidung, es gibt aber auch so etwas wie eine Fürsorgepflicht des Bischofs. Die scheint er in diesem Fall nicht wahrzunehmen.

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  8. Ameleo, nicht nur um Priester wurde gebetet, sondern um "heiligmäßige Priester" wie den Pfarrer von Ars und wer seine Lebensgeschichte kennt, sagt garnichts mehr.Was die persönliche Entscheidung der greisen Priester angeht, ich habe einen Freund, Priester im Ruhestand,79 Jahre alt. Wie hat er sich auf seinen Ruhestand gefreut, nicht mehr 3 Messen am Sonntag hintereinander feiern zu müssen..er hat starke Knieprobleme, kommt kaum die Altarstufen hinauf und wird in der neuen Pfarre ,in die er gezogen ist als Privatmensch, belästigt und belästigt..kannste nicht und machste nicht. Lehnt oft ab. Er hat noch gelernt, sehr gut ohne Vorlage zu predigen. Ach ja...und andere Priester- Senioren helfen im Grunde nur wenn sie einspringen, dass der selber alte GemeindePfarrer auch mal ausspannen kann.

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  9. "... weil sie keine Türen öffnen, sondern zuschlagen."

    Sind es Türen der Kirche oder Türen der Menschen auf ihrem Weg im spirituellen und religösen Leben, für sich und in Gemeinschaft? Ob sich Türen öffnen oder schließen, hängt - so glaube ich - davon ab, wer mit welchem Ansinnen wohin unterwegs ist.

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  10. hi teresa, was ich ansprach waren frauen die glücklich wären, dürften sie priesterinnen werden! ich kannte davon eine ganze menge! ob und wie der priesterberuf für die frau attraktiv ist ist ja eine schöne frage - allerdings eine über die man keine gehirnzelle verschwenden muss, solange es der amtskirche so fern liegt, frauen ausser zum putzen und blumenbinden an den altar zu lassen.

    und ameleo, die radikalen gibt es aus guten gründen, denn radikalität bildet sich da wo menschen über lange zeiträume unterdrückt, manipuliert oder mundtot gemacht wurden, oder wo aus anderen gründen massive unzufriedenheit herrscht. ich kenne menschen mit radikalen positionen der kirche gegenüber, die nur aufgrund ihrer verzweiflung überhaupt solche töne anschlagen. warum muss man erst verzweifeln bevor man wahrgenommen wird? und dann: die türen sind von der amtskirche zugeschlagen worden, immer und immer wieder, und werden es auch heute noch, und manchmal denke ich: recht so, dann vergreist halt alle und macht aus euren kirchen innerhalb der nächsten 15 jahre museen und konferenzräume, wenn es so weit kommen muss hat auch das seinen grund, und vielleicht regt sich ja dann mal so etwas wie eine bereitschaft, die eigenen wege zu hinterfragen.

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  11. klanggebet, d a s ist eine sehr deutliche Sprache, das verstehe ich. Die Kirchen werden durch die ehrenamtliche Arbeit der Frauen aufrechterhalten. Tz. Natürlich und wieviele Damen kenne ich, die sich darüber verwirklichen. Ist hoffentlich eine Generationenfrage... das heißt, die jungen Damen, die heute nicht mithelfen, werden auch mal älter...und dann? Über das Priesteramt ,wie es heute ist, sollten sich alle Gedanken machen, die so blind danach streben und dann, wenn es zu spät ist, große Töne schwingen.Und auch mal den Männern sagen, dass keine Frau mit Verstand sich um dieses Amt reißt. Meine Meinung.Ansonsten gebe ich Ihnen Recht, liebe Klangfrau ;)Ach so, es gab doch mal den Artikel eines Mannes, der schrieb, weshalb Männer in Kirchen nicht ehrenamtlich mithelfen wollen. Weil Kirche langweilig ist und frauengemäß. Ja, sowas gibt es auch.

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  12. Stefan und es hängt von denen ab, die öffen und schließen. ;)Und bestimmen, wessen Weg der rechte ist.

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  13. Armand, mir geht nicht der Hut hoch, ich bin aus der Kirche ausgetreten und Theologin. Ich gebe meine Kommentare zum Thema Priestermangel recht emotionslos ab. Mehr analysierend. Es gibt genug Menschen, denen gefällt die Kirche so, wie sie ist. Und dann gibt es Menschen, die leiden an der Kirche.Die würde ich aber nicht als blökende Schafe betrachten.A m e l e o an die Fürsorgepflicht denke ich regelmäßig. Was versteht wohl so ein männlicher Bischof darunter? Von sich absehen und die Kirche an die erste Stelle setzen. Wenn dann noch was übrigbleibt, Herr Pfarrer, Herr Kaplan, Gemeinde ganz am Ende, bekommt ihr das.

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  14. Stefan: immer ging und geht es mir um den einzelnen Menschen und seine Möglichkeit für sich selbst und/oder in Gemeinschaft zu glauben und zu leben. Die Institution sehe ich gerne nachrangig, was mich bereits in größere Schwierigkeiten gebracht hat. Türen sind für mich dann zugeschlagen, wenn kein Gespräch mehr stattfinden kann, weil zu beiden Seiten der Tür sich damit abgefunden wird. Mich mit „endgültigen Entscheidungen“ abzufinden habe ich nicht vor. „Wer mit welchem Ansinnen wohin unterwegs ist“ trägt den Verdacht in sich, mein Gegenüber oder Weggefährte könnte ein mieses Ansinnen haben. Sicher kann eine gewisse Vorsicht ratsam sein. Ich habe aber den Eindruck, dass solchen, die anders oder fremd denken, von vornherein häufig miese Absichten unterstellt werden, gegen die unbedingt vorgegangen werden muss. Damit entzieht man einem Austausch, bei dem wechselseitig von der Verschiedenheit gelernt werden könnte (ich unterstelle das mal) die Basis und schlägt Türen zu.

    Klanggebet: Radikalisierung aus den von dir genannten Gründen ist ein zu unterstützender Befreiungsschlag. Ich sehe aber auch die Radikalisierung derer, die Freiheit für ein Übel halten. Und die bekommen im Moment Aufwind. Dein drastisches Bild von der immer wieder zugeschlagenen Tür der Amtskirche sehe ich auch, aber die Vorstellung lässt mich auch schmunzeln: muss man die Tür nicht immer ein wenig aufmachen, um sie dann mit einem Knall wieder zuschlagen zu können? Ich setze auf diesen winzigen Moment und den kleinen Spalt. Das mag man Hoffnung nennen oder Naivität. Und es besteht die Gefahr, dazwischen zu geraten mit schlimmen Konsequenzen.

    Teresa: Unzählige Frauen und Männer engagieren sich außerhalb von Kirche und dennoch ganz bewusst aus ihrem christliche Glauben heraus. Auch sie sind Kirche, repräsentieren Kirche und prägen das Bild von Kirche mit, ob denen "drinnen" das gefällt oder nicht.

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  15. Ameleo, das schreibt sogar Pater Körner, der Karmelit.Dialog mit Andersdenken verlangt innere Größe.Ich sage nicht Festigkeit. Ich meine geistige Größe.Mut zur Lücke, zum Fragezeichen. Viele Wege führen nicht nur nach Rom,sondern auch in den Himmel und wenn man unbedingt eine Bibelstelle dazu braucht,Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen.Und dann fällt mir immer wieder ein, was 1997 eine Karmelitin zu mir gesagt hat, als ich sie fragte, was sie von Reinkarnation hält..Ich lasse mich überraschen, war ihre Antwort.

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  16. Nur kurz angemerkt, Ameleo:

    "„Wer mit welchem Ansinnen wohin unterwegs ist“ trägt den Verdacht in sich, mein Gegenüber oder Weggefährte könnte ein mieses Ansinnen haben."

    Das ist nicht mein Verdacht.

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