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Dienstag, 27. September 2011

Der Papst war da - und nun?

Viel habe ich nicht mitbekommen, vom Papstbesuch in Deutschland. Mit all dem Trubel drumherum kam es mir ein bisschen so vor wie mit Weihnachten: wochenlang gibt es kein anderes Thema, wo auch immer man hinsieht: immer das gleiche Thema: im Fernsehn, in den Zeitungen, in den Geschäften, im Internet. Dann ist das Ereignis da, einige sind tief bewegt, andere enttäuscht, manche völlig unbeeindruckt. Und anschließend geht der normale Alltag ganz schnell weiter, es gibt noch ein paar Rückblicke, aber längst ist anderes wieder interessant.

Von dem wenigen, dass ich mitbekommen habe, fand ich das ökumenische Gebet in Erfurt äußerst beeindruckend. Nicht unbedingt von dem her, was Papst Benedikt gesagt hätte, das war mir viel zu abgehoben und abstrakt,
sondern von dem Bild, wie er und Präses Nikolaus Schneider vorne im Altarraum sitzen, der Altar mit dem Kreuz in der Mitte zwischen ihnen. Das ist für mich ein starkes Bild von Kirche: die Konfessionen im Gebet vereint mit Christus in der Mitte. Was brauchte es da noch Worte!


Nun wird überall Nachlese gehalten. Mag sein, dass manche persönlich beeindruckt waren von einer Begegnung, einem Gottesdienst, einem Wort Benedikts. Dennoch: der Alltag geht weiter. Ich bezweifele, dass dieser Besuch sich in irgendeiner Weise auf die konkrete pastorale Arbeit auswirken wird. So wie in den Ansprachen während dieser Reise nichts Neues gesagt wurde, wird der Besuch Benedikts in den katholischen Gemeinden und Einrichtungen nichts Neues bringen und kaum eine nachhaltige Bedeutung haben, trotz aller Aufregung im Vorfeld des Besuches. Auch da ist es genauso wie mit Weihnachten, und das feiern wir schließlich jedes Jahr.

Kommentare:

  1. Es wird nichts passieren, weil die Verbandskatholiken und Berufsjugendlichen ( ZDK, KFD, BDKJ ) und das ganze Spektrum schein- und antikatholisch Bewegter ( vor allem in der Kirche )schon zu verhindern wissen, daß der Papstbesuch Früchte trägt!

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  2. Eine klassische, vereinfachende Schuldzuweisung, die die eigene Position als die bessere/katholischere/gläubigere darstellt und sich selbst als Opfer der anderen. Vielleicht haben aber auch diejenigen, die so argumentieren, schlicht ihre Hausaufgaben nicht gemacht: nämlich zu lernen, mit und in Verschiedenheit den einen Glauben aus der einen Taufe zu leben. Welche Früchte sehen Sie denn, die am Reifen gehindert werden?

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  3. Ach, ich oute mich als böser Katholik, der versucht den Glauben der Heiligen Kirche ( ja!) zu leben und auch die Sittenlehre selbiger zu befolgen. Ich gehöre definitiv NICHT zu denjenigen, die das alles ändern wollen, damit sie beruhigt weiterwurschteln können. Ja, ich mag keine Kuschelökumene mit jedem Beliebigkeitsverein!! Ich weiß -ich bin reaktionärer Papist ;-)

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  4. Was heißt das? Was folgern Sie daraus? Und: was hat das mit diesem Post zu tun?

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  5. Boshaft wie ich nun einmal bin, fällt mir auf dem Bild oben weniger Christus in der Mitte auf als vielmehr der grosse Abstand zwischen Präses Schneider und Papst Bendedikt. Von Kuschelökumene ist bei den beiden nun wirklich nichts zu spüren.

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  6. Diese Art von "Boshaftigkeit" ist mir sehr sympatisch :-), verweist sie doch immer wieder auf Wesentliches oder (noch) nicht Benanntes! Und die spätere angedeutete Umarmung hatte ebenfalls nicht viel von "kuscheln"...

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  7. Sehr geehrte/r Anonymus,
    genau das ist das Problem, dass die konservativen Katholiken nur die römische Kirche als die einzig heilige und wahre Kirche bezeichnen. Mit den papsttreuen habe ich als Alt-Katholikin kein Problem, aber alle anderen christlichen Konfessionen als Beliebigkeitsverein und Kuschelökumene zu bezeichnen, finde ich schon ein starkes Stück. Genau solche Leute sind es, die eine lebendige Ökumene zu verhindern wissen, in allem den Teufel sehen, was nicht römisch katholisch ist. Meiner Meinung nach braucht es gar keine Aussenseiter, die irgendwelche Früchte des Papstbesuches zu verhindern wissen, das bestellen die römischen Katholiken schon intern zur Genüge. Und andere zum Prügelknaben zu machen für den Mist vor der eigenen Haustür das ist eigentlich ganz typisch für ultrakonservative Romkatholiken. Das ist ja auch einfacher, anderen den Schwarzen Peter zuzuschieben, als selber vor der Tür zu kehren. Oder, mit Jesu Worten: Was suchst du den Splitter im Auge deines Bruders? Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge!

    Pace e bene

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  8. Zitat Eremitin: Das ist ja auch einfacher, anderen den Schwarzen Peter zuzuschieben, .../Zitat

    Zustimmung Eremitin! Bei uns heissen diese Leute nur noch Sündenzuweiser, weil sie den ganzen lieben langen Tag nichts tun, als ANDEREN Sünden zuzuweisen.
    Das ist die wahre römisch-katholische Nächstenliebe. Gehört zwar auch zu den Werken der Barmherzigkeit, aber wer NUR noch andern Sünden zuweist hat keine Zeit mehr für Nächstenliebe.

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  9. Jaja, ich gebe zu: nur außerhalb der katholischen Kirche gibt es wahre Christen!- Weil die katholische Kirche hat sich von den anderen abgespalten ...

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  10. Hallo Armand, du sprichst das aus, was auch mein Eindruck war, als ich das Bild gesehen habe. Es macht eher den Eindruck von "Komm mir nicht zu nahe" als von Kuschelökumene.

    An F. M.: Da kann ich ja nur froh sein, dass ich diese seltsame Art der Nächstenliebe und Barmherzigkeit nicht zu verstehen brauche.

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  11. "Es wird nichts passieren, weil die Verbandskatholiken und Berufsjugendlichen ( ZDK, KFD, BDKJ ) und das ganze Spektrum schein- und antikatholisch Bewegter ( vor allem in der Kirche )schon zu verhindern wissen, daß der Papstbesuch Früchte trägt!"



    Nein, es wird nichts passieren, weil der Papst für die kirchenfernen Katholiken einfach nicht besonders wichtig ist - und das, was er (bzw. die Kirche) sagt, auch nicht. Und ganz ehrlich - von einem Papst begeistert zu sein, wie charismatisch er auch immer sein mag, ist ein Strohfeuer. Sobald der Papst weg ist, muss der Pfarrer, der Bischof vor Ort begeistern.
    Ich bin mir sicher, dass jemand, der nicht gläubig ist, nicht davon gläubig wird, dass ein alter Herr im Papamobil an ihm vorbeiflitzt. Not gonna happen.

    Übrigens: soweit ich weiß, ist die Politik Benedicts XVI. ja sowieso eher, die Kirche auf einen harten Kern wahrer Gläubiger schrumpfen zu lassen. Da soll man nicht jammern, wenn sein Besuch die Leute nicht in Scharen in kurzlebige Begeisterung verfallen.

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  12. was ich vom papstbesuch mitgenommen habe, nicht kirchenkrise, glaubenskrise. wer ratzinger kennt, weiß, dass er das öfters gesagt hat. zum thema oekumene möchte ich sagen, bevor man sich darüber streitet, sollte jeder einmal erzählen, was er mit diesem wort meint. dann zum thema anonym anderen die rechte katholizität absprechen. kardinal meisner hat sich öffentlich von diesen bloggern distanziert. wir haben meinungsfreiheit, aber nicht die freiheit, andere zu beleidigen.

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  13. Das fand ich unmittelbar nach dem irritierten Lesen der Diskussion um den Papstbesuch:

    Je engstirniger, je kleiner, je schmalhorizontiger der Standpunkt eines Menschen, umso unnachgiebiger wird er vertreten.

    Kurt Tucholsky

    1890-1935

    Ich bin wirklich erschrocken über die Härte der "wahren Katholiken"

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  14. an den wahren katholiken sind die lauen katholiken mitschuld. die feinde der kirche sind innen, sagt seine heiligkeit. der papstbesuch mit allem, was der papst gesagt hat, war wegweisend für mich.ich wünsche mir mehr geistige weite von allen, die mit kirche zu tun haben. nicht einfach, ich weiß.

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