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Dienstag, 20. September 2011

Papst statt Pastorin

Viel beachtet wurde das "Wort zum Sonntag" am vergangenen Sonnabend (17.09.2011). Der Papst sprach darin über seinen bevorstehenden Deutschlandbesuch. Viel zitiert worden ist er. Der mir am nachdrücklichsten in Erinnerung gebliebene Satz seiner Ansprache bezog sich auf seinen Besuch bei den evangelischen Geschwistern in Erfurt:
"Wir erwarten keine Sensationen. Das eigentlich Große daran ist eben dies, dass wir miteinander an diesem Ort denken, das Wort Gottes hören und beten, und so inwendig beieinander sind und sich wahrhaft Ökumene ereignet."
ABER (und das habe ich erst heute erfahren): Eigentlich hätte eine Frau das "Wort zum Sonntag" an diesem Abend sprechen sollen, eine evangelische Pastorin: Nora Steen.
Sie musste den eigentlich ihr zustehenden (Sende-)Platz für das katholische Oberhaupt räumen und wurde noch nicht einmal erwähnt. Aber sie hat etwas zu sagen und sie hat auch etwas gesagt, bzw. einen Brief geschrieben an Papst Benedikt. Ihr und ihren Gedanken möchte ich hier Raum geben, als Schwester im Glauben. Sie ist es wert, auch außerhalb des norddeutschen Raums gehört und gelesen zu werden.

Aus ihrem evangelischen Blickwinkel spricht sie in ihrem Brief an, wie sie den Papstbesuch empfindet:
"Ganze Busladungen niedersächsischer Katholiken fahren zum Beispiel ins Eichsfeld, um Sie zu treffen. Zugegeben - uns Protestanten ist das etwas fremd. So eine Aufregung um ein Kirchenoberhaupt! Auf der anderen Seite - mich beeindruckt das auch. Ihre Anhänger leben auf allen Kontinenten dieser Erde. Was Sie predigen, hat für über eine Milliarde Menschen weltweit eine große Bedeutung. Sie geben Orientierung, wo jemand nicht mehr weiter weiß. Davor habe ich große Hochachtung."
Aber sie benennt auch zugleich klar ihm gegenüber wie einfühlsam mit Blick auf die Betroffenen, die Kränkungen, die Menschen durch seine Äußerungen erfahren zum Beispiel
"wie schmerzhaft der Abschied von dem Lebenstraum, Priester zu sein, auch für Männer ist, denen die normalste Sache der Welt passierte – die sich einfach nur verliebt haben." 
Ihren Brief beschließt sie mit einem Wunsch und einem herzlichen Willkommensgruß:
" Ich wünsche mir auch, dass wir in Zukunft unseren Auftrag, Gottes Liebe in Wort und Tat in alle Ecken und Enden unserer Welt zu bringen, gemeinsam erfüllen: Denn die Liebe Gottes überschreitet alle Grenzen - auch die Grenzen der Konfessionen.
In diesem Sinne: Seien Sie herzlich willkommen in Deutschland. Ich wünsche Ihnen Gottes Segen heute Abend für mein, ach nein: Ihr "Wort zum Sonntag"."
Auf den Seiten des NDR ist Pastorin Nora Steen dabei zu hören, wie sie ihren Brief an Papst Benedikt vorliest. Dort findet sich auch das vollständige Manuskript ihrer Gedanken zum Nachlesen.

Kommentare:

  1. Woher weiß die Frau Pastorin, dass es für Männer schmerzlich ist sich zwischen Amt und Familie entscheiden zu müssen?

    Warum redet sie nicht von den Männern, die dankbar sind, dass Gott ihnen einen klaren Weg gewiesen hat und davor bewahrt hat, ihre Berufung zu verfehlen?

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  2. Weil sie möglicherweise Kontakt zu Betroffenen hat?! (Den zu bekommen keine besondere Herausforderung ist.) Aber dies ist n i c h t das Thema dieses Posts, sondern nur ein Beispiel für die Art und Weise, wie Nora Steen mit den von ihr angesprochenen Themen umgeht.

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  3. Mir hat mal vor langer Zeit eine Pastorenanwärterin gesagt, "Ihr Katholiken habt uns eins voraus, das Heilige" und mit diesen frommen Worten möchte ich den Papstbesuch beschreiben.Der Bildersturm sollte Folgen haben und hatte sie.Zum Thema die sich einfach nur verliebt haben ,schweige ich.Da hat nämlich der Erzbischof schon sehr Schönes zu gesagt ;)

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  4. Die Menschen in Deutschland hungern auch, sagt Erzbischof Woelki in einem Interview zum Thema Papstbesuch.Nach Sinn. In einem Film über den Vatikan wurde ein Vatikanministrant gefragt, was er gefühlt hat, als er dem Papst das Mikro halten durfte. Geweint vor Ehrfurcht habe ich, sagt der Ministrant.Ungefähr 16 Jahre alt. Ist das nun etwas, worüber man den Kopf schütteln muss?Oder sollte man Menschen, die sich begeistern können, eher beneiden? Der Papst ist ja nun kein Rattenfänger..es werden eine ganze Anzahl Rollstuhlfahrer im Olympiastadion sein und eine schwerkranke Frau, die Intensivbetreuung braucht und vom Krankenwagen der Malteser aus an der Messe teilnimmt.Man kann die Sache so sehen, normalerweise fährt ein Katholik, so er Geld hat, nach Rom. In diesem Fall kommt der Papst zu den Menschen. Die hohen Kosten haben auch mit dem Attentat 1981 auf den polnischen Papst zu tun. Und mit der Love Parade in Duisburg. Das muss nicht alles nochmal passieren.Die Karten für den Gottesdienst waren kostenlos.Der Papstbesuch ist was für's Herz.

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