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Mittwoch, 7. September 2011

spätsommerliche Spekulatius

aus aktuellem Anlass...

„Mit den ersten Stürmen endet der Sommer“, dachte Frau J. an einem Septembermorgen als sie bei altweibersommerlicher Wärme in T-Shirt und Sandalen an ihrem Lieblings-Eiscafé vorbei kam und in der Ferne tiefe Wolken aufziehen sah. Im Garten nebenan entdeckte sie reife Zwetschgen, erste Äpfel und die schwarzen Beeren des Holunders, die langsam aber unaufhörlich den Herbst ankündigten.

Beim ersten Schritt in den Supermarkt wechselte die Jahreszeit schlagartig:
von einem Tag zum anderen lagen dort Spekulatius in den Regalen, Lebkuchen, Dominosteine und Glühwein. Ihre Nachbarin stürmte freudig darauf zu und füllte sich den Wagen. „Advent wird’s im September,“ dachte Frau J.. Ein sonst sehr besonnener Herr in schwarz regte sich lauthals auf über die unverschämt verfrühte Invasion der Schokoweihnachtsmänner.

„Was nun?“ fragte sich Frau J.. Das allgegenwärtige Zimtaroma weckte ihre Erinnerung an früher, als es so heimelig war im Advent. Wie sie sich so geborgen gefühlt hatte, zu Hause, wo es noch etwas ganz Besonderes war, wenn die Wohnung dann im Dezember nach frisch gebackenen Plätzchen duftete und es die ersten noch warm zu naschen gab. Die schwer auszuhaltende Wartezeit kam ihr in den Sinn und die prickelnde Vorfreude, bis endlich Heiligabend war. Dies waren für sie zwar immer anstrengende aber doch erfüllte Wochen gewesen. Auf einzigartige Weise hatte sie sich damals zufrieden und satt gefühlt. Sehnsuchtsvoll seufzend sah sie auf die spätsommerlichen Spekulatius. „Soll ich?“ In ihr wuchs eine leise Ahnung, dass dieses wohlige Satt-sein, früher, vielleicht nicht nur mit den Plätzchen zu tun gehabt hatte, sondern auch mit dieser Geburt und der besonderen Verheißung, um die es Weihnachten geht.

Wieder draußen in der Sonne trieben ein paar kühle Windstöße die dicken Wolken schnell voran. „Vielleicht fühlt sich das jetzt immer noch gut an“, sann sie, „zu warten. Jetzt, im Herbst. Bevor ich erstes Weihnachtsgebäck kaufe.“

1 Kommentar:

  1. Ameleo, das gibt es in Berlin nicht. Aber, ist es nicht wunderbar, wenn man sich monatelang auf Weihnachten einstimmen kann? Das Fest kommt doch immer so plötzlich. Neun Monate vorher wäre angebracht.

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