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Montag, 24. Oktober 2011

Neue Werte- und Milieustudie. Interview auf katholisch.de

Die religionssoziologische Sinus-Millieu- und Kirchenstudie 2006 war lange Zeit in aller Munde im kirchlichen Bereich. In 2010 wurden Basisdaten upgedatet und in diesem Jahr neu veröffentlicht. Dabei wurden die Milieus teilweise umbenannt.

Carsten Wippermann, Professor für Soziologie an der Katholischen Stiftungsfachhochschule Benediktbeuern und damaliger Initiator der ersten Studie, hat mit der neueren auch eine Wertestudie verknüpft. Ein ausführliches Interview ist dazu auf katholisch.de nachzulesen.

Hier ein paar Auszüge.
Auf die Frage, wie es bei den Werten mit Glaube, Religion, Spiritualität aussieht, antwortet Wippermann:
Die spielen in allen Milieus eine wichtige Rolle. Doch die Fragen, die in dem Zusammenhang gestellt werden, unterscheiden sich deutlich - ebenso die Zufriedenheit mit den Antworten.
Nach Beispielen gefragt:
Ein Milieu wie die Traditionellen hat ein Verständnis von Kirche als Volkskirche, da sind die Glaubenswahrheiten einfach und fertig vorgegeben. Ein anderes Milieu wie die Expeditiven möchte gar keine fertigen Antworten, sondern möchte sich selbst an der Formulierung, an der Findung dieser Antworten beteiligen. Und es ist schon eine Frage, die wir uns stellen müssen, ob das nicht sehr viel christlicher, katholischer ist, den Heiligen Geist auch immer wieder wirken zu lassen, als den Heiligen Geist einmal in eine fertige Form fest eingegossen immer nur weiter zu tragen.
Die katholische Kirche tue sich mit diesem Verständnis schwer, aber
nicht zuletzt deshalb erreicht sie auch primär traditionelle und konservative Milieus, andere Milieus hingegen oft nur noch ausschnitthaft oder gar nicht mit ihren Angeboten und ihrer kommunikativen Stilistik. Problematisch finde ich hier Tendenzen, sich vor allem auf die Kernklientel zu konzentrieren, die ohnehin treu zur Institution Kirche und ihren Botschaften steht.
Eine Alternative wäre ein Vorstoß von Haupt- und Ehrenamtlichen in Milieus, die ihnen bislang noch fremd sind. Denn
wenn wir feststellen, dass die Menschen in vielen modernen Milieus mit den Antworten, die Kirche im Moment formuliert, nichts anfangen können, dass ihnen das bei ihren Sinnfragen nichts hilft, dann stellt sich doch die grundsätzliche Frage: Sind die Fragen der Menschen falsch? Oder sind die Antworten, die Kirche im Moment gibt und in den letzten 10, 20, 50, 100 Jahren gegeben hat, heute noch für alle Menschen die richtigen? Das bedeutet nicht, dass es den theologischen Kern aufzugeben oder substanziell zu verändern gelte - ganz im Gegenteil muss die biblische frohe Botschaft das Zentrum bleiben und ist Identität von Christen. Aber es kommt darauf an, wie man die zentrale Botschaft der katholischen Kirche an die Menschen bringt und ob die Botschaften nicht auch unmittelbare - positive - Reaktionen auf die Orientierungen und Fragen der Menschen sein müssen: Kirche in der Gegenwart eben. Das betrifft die Semantik der Botschaft, aber ebenso ihre Stilistik und auch Ästhetik.
Fragen nach Werten, Orientierung und Sinn werden also weiterhin gestellt. Das sehe und erlebe ich genauso. Das Problem sind die Antworten, für die es offensichtlich so schwer ist, eine angemessene Sprache zu finden, die sowohl die Botschaft als auch das Gegenüber in seiner Lebenssituation im Blick hat. Weitere Details zu den einzelnen Milieus auf katholisch.de oder der Seite der Sinusstudie. ("Kartoffelgraphik", Kurzcharakteristik der Sinus-Milieus®)

1 Kommentar:

  1. Nicht nur Amtskirche verwechselt das Evangelium mit dem Kirchenrecht...inkl konfliktunfähiges Verhalten.Was mir persönlich fehlt ,ist das mitmenschliche Verhalten.Da ist man auf einzelne begnadete Priester angewiesen.

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