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Donnerstag, 13. Oktober 2011

Nichts als die Wahrheit

In kirchlichen Auseinandersetzungen, aber nicht nur da, wird gerne um "die Wahrheit" gestritten. Natürlich nicht ergebnisoffen, sondern mit dem Anspruch, dieselbe zu kennen und zu besitzen. Mein Lieblingszitat zu diesem Thema stammt von Max Frisch:
„Man sollte dem anderen die Wahrheit wie einen Mantel hinhalten, daß er hineinschlüpfen kann, und sie ihm nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren schlagen.”
aus: M.Frisch, Tagebuch 1966-1971, Frankfurt a.M., Seite 30.
Jesus, dem der Satz "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" (Joh 14,6)
mit Bezug auf die Selbstoffenbarung Gottes vor Mose am Horeb ("Ich bin ..." vgl. Exodus 3,14) vom Evangelisten Johannes in den Mund gelegt wurde, hatte eine unnachahmliche Art, Geschichten von der Wahrheit über seinen himmlischen Vater so zu erzählen, dass viele Zuhörende davon angerührt wurden und in das Gemeinte "hineinschlüpfen" konnten.

Mir scheint, heutzutage erliegen mehr und mehr wohlmeindende Kirchenmenschen - auch die an oberster Spitze - der Versuchung, anderen "die Wahrheit" um die Ohren zu schlagen. (Wer einmal ein nasses Handtuch abbekommen hat, kennt das Gefühl, um das es hier geht!) Dann wundern und beklagen sie sich, wenn der oder die Geschlagene nicht dankbar ist für die Weisung, sondern sich - sich selbst schützend - abwendet oder zurückschlägt. Ich kenne nasse Handtücher und freundlich zum Hineinschlüpfen hingehaltene Mäntel und wundere mich da eher weniger ...

1 Kommentar:

  1. liebe ameleo. im religiösen bereich ,egal wo, wurde und wird den geneigten oder ungeneigten zuhörern immer schon die wahrheit um die ohren gehauen. es geht um einen unsichtbaren, offensichtlich hochgefährlichen bereich und es geht darum, dass religion, die richtige, einem den eintrittsschein in den himmel verschafft.das ende unserer sehnsüchte. oder willst du woandershin? nein.und genau das, dieser eintrittschein, ist meines erachtens das große hindernis bei der oekumene. der einfachste weg ist dann wohl "ist doch alles gleich"..da muss man nicht nachdenken. aber anerkennung, gegenseitige, wirft die frage auf, ob der andere vielleicht doch den besseren schein hat.dann lieber trennen und sich gegenseitig schlechtmachen. scheinsicherheiten befreien.nicht unbedingt den geist, aber man hat keine ängste mehr.oder doch?

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