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Samstag, 22. Oktober 2011

Schlafen mit dem Tod vor Augen

"Haben Sie gesehen, ob <Name eines Discouters> schon die schönen Grabgestecke im Angebot hat?" wurde ich gestern gefragt. "Es ist zwar noch etwas früh, das Grab herzurichten, aber die Katholiken (!) machen das ja auch bis Anfang November. Und so eine Woche vergeht ziemlich schnell." Mit viel Liebe wird sich in diesen Tagen um die letzten Ruhestätten geliebter Menschen gekümmert, damit sie auch in der dunklen Jahreszeit etwas von der liebenden Beziehung zwischen Lebenden und Toten ausstrahlt.

So eine Woche vergeht ziemlich schnell. So ein Leben auch, dachte sich wohl eine 92-jährige noch immer an der Anti-Atom, Frauen- und Friedensbewegung sehr interessierte Dame.
Ungezählte äußere und innere Umbrüch hat Zita Termeer in ihrem langen Leben erlebt, die mit 50 Jahren aus ihrer Hausfrauenrolle ausbrach, ein Studium begann, eine neue Liebe fand und politisch aktiv wurde. Nun setzt sie sich mit ihrem Lebensende auseinander. Vorsorge für ihren Todesfall wollte die Mutter von sechs noch lebenden Töchtern, mehrfache Groß- und Urgroßmutter treffen. So kümmerte sie sich um einen Platz für ihre ewige Ruhe im Friedwald und dachte im zweiten Schritt, nun müsse noch ein passender Sarg her. Das war aber nicht so einfach.

Inzwischen hat sie einen Sarg, der speziell für sie angefertigt und von einer ihrer Töchter bemalt wurde. Er steht in ihrem Schlafzimmer. „Jeden Morgen, wenn das Morgenlicht auf den Sarg fällt, wenn ich wach werde, bin ich jedes Mal sehr, sehr froh“, wird Zita Termeer auf der Seite beziehungsweise-weiterdenken zitiert. Auf diesem Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglichen möchte, findet sich nicht nur die Geschichte rund um ihren Sarg, sondern auch eine spannende Diskussion zum Thema. Hier äußern sich auch zwei der Töchter von Zita Termeer.

Interessanterweise findet niemand der an der Diskussion Beteiligten, den Gedanken erschreckend oder abstoßend, den eigenen Sarg täglich vor Augen zu haben. Vielmehr habe diese Vorstellung für sie etwas Tröstliches, so einige der Kommentatorinnen. Eine spannende Geschichte für alle, die sich nicht nur mit ihren geliebten Verstorbenen, sondern auch behutsam mit ihrem eigenen Lebensende beschäftigen möchten!

Mehr zur Biographie der imponierenden Frau Zita Termeer an dieser Stelle (die siebte der dort vorgestellten Frauen).

1 Kommentar:

  1. So leben, als müsse man täglich sterben, so arbeiten, als müsse man ewig leben.Nicht erst mit 92 Jahren.Da ich nicht genau weiß, welcher große Heilige das gesagt hat..bei den Buddhisten ist das ebenfalls ein Thema.

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