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Sonntag, 27. November 2011

Crashkurs Weihnachten: 1. Was feiern Christen an Weihnachten und seit wann?

Einleitung und Links zu allen Teilen dieser Reihe siehe hier.

Die Antwort scheint zumindest für Christinnen und Christen selbstverständlich zu sein: An Weihnachten wird die Geburt Jesu gefeiert. In der Sprache der Theologie feiern Christ_innen an Weihnachten die Menschwerdung (Inkarnation) Gottes in der Person Jesus.

Für uns heute in unserem kulturellen Umfeld ist es normal, Geburtstage zu feiern. Da scheint es selbstverständlich zu sein, auch den von Jesus zu begehen. Doch das war nicht immer so.
Zunächst standen die Feier von seinem Tod und seiner Auferstehung im Mittelpunkt. Denn Jesu Hinrichtung und Tod waren ein Schock für seine Anhänger_innen. Aber sie hatten Erlebnisse und machten Erfahrungen, die sie überzeugt sein ließen: Dieser Jesus ist noch unter uns, auf ganz besondere und einmalige Art und Weise lebt er weiter, und sein Geist gibt uns Kraft, das fortzusetzen, was wir von ihm, seinem Vater und dem Reich Gottes verstanden haben. Sie erinnerten sich an die Mahlfeiern, die sie mit ihm erlebt hatten und feierten sie zum Gedächtnis an ihn am ersten Tag jeder Woche.

Die Erinnerungen an Tod und Auferstehung Jesu standen im Mittelpunkt der ersten Christ_innen, seine Geburt interessierte sie wenig oder gar nicht. Daher sind historische Fakten über die Geburt Jesu unbekannt. Niemand hat sie notiert. Sie waren für die Evangelisten und ersten Christ_innen zu unbedeutend.

Wichtig war ihnen allerdings, das Leben Jesu in Bezug zu setzen zu den alten Schriften des ersten Testaments um so zu zeigen, dass sich die Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen in dieser Person Jesu fortsetzte und erfüllte. Jesus wurde als der von den Propheten der alten Schriften verheißene Messias verstanden. Über den Messias gemachte Aussagen wurde auf ihn bezogen, so auch Aussagen über die besonderen Umstände seiner Geburt. Bei Jesaja stand über ihn beispielsweise geschrieben: „Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben.“ (Jes 7,14) Diese Verheißung hat der Evangelist Matthäus wörtlich übernommen und auf Jesus bezogen. Es gibt unzählige Bezüge zu den Texten aus dem alten oder ersten Testament.

Die bald einsetzende Begegnung mit dem griechischen Kulturkreis forderte die frühen Christ_innen auf, sich intensiver mit der Person Jesu zu befassen, so auch mit seiner Geburt. In der Auseinandersetzung mit der griechischen Philosophie wird Jesus von der jungen Kirche beschrieben und gelehrt als zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch. In ihm, so formulierten sie ihren Glauben, hat sich Gott den Menschen mitgeteilt, in ihre Geschichte hineinbegeben und ihnen Heil geschenkt. Wer war dieser Mensch, wollte ihr Umfeld wissen. Das Interesse nicht nur an dem göttlichen sondern auch an dem menschlichen Wesen Jesu nahm zu, damit auch an den Umständen zu Beginn seines Lebens, obwohl Fakten in unserem heutigen Verständnis dazu nicht vorlagen.

Christi Geburt, wurde ab dem vierten Jahrhundert, nachdem Kaiser Konstantin die zuvor verfolgte jüdische Sekte der Christusanhänger zur erlaubten Religion erklärte, zunächst in Rom gefeiert. Später verbreitete sich diese Feier auf andere Regionen.

Das deutsche Wort „Weihnachten“ selbst kommt aus dem Mittelhochdeutschen „ze den wihen nahten“, was „zu den geweihten, heiligen Nächten“ bedeutet. Neben dem alten Begriff „Christfest“ hat sich nach 1150 der Ausdruck „Weihnachten“, also „Heilige Nacht“, gebildet. Daraus entstand der Begriff des „Heiligen Abends“, des Vorabendes des Festes der Geburt Jesu.


Wissenschaft verändert sich, Forschungsergebnisse, die heute gelten, sind möglicherweise morgen wegen einer geänderten Quellenlage schon überholt. Meine Quellen und damit mein Wissenstand für diese Reihe sind hauptsächlich das Heft "Weihnachten" aus der Reihe: Welt und Umwelt der Bibel, sowie das Büchlein "Geburt und Kindheit Jesu" von Marlis Gielen/Anneliese Hecht beide hg. vom kath. Bibelwerk. Eine umfangreiche Linkliste zum Thema Weihnachten findet sich hier.

Kommentare:

  1. Hallo Amelo!
    Ich lasse mal erst einen kurzen Gruß da. Wenn ich dazu komme, komme ich ein wenig lesen.

    Schönen ersten Advent wünscht Aurum

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  2. Liebe Ameleo,

    es ist aufschlussreich, den Sachen
    auf den Grund zu gehen.

    Alles Liebe
    Elisabeth

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  3. Danke für eure Grüße! Ich finde es spannend, um diese Hintergründe zu wissen, aber manche irritiert es auch.
    Herzliche Grüße
    Ameleo

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