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Montag, 7. November 2011

Trostworte

Schon wieder erfahre ich heute von Todesfällen im Umfeld der Blogs, die ich lese. Ein kleines Mädchen ist während der Herbstferien vor ein Auto gelaufen, hat heute die Tochter von Elisabeth in ihrer Schule erfahren.

Über einen Kommentar auf Sr. Bernadetta's Blog erfuhr ich soeben, das heute Abend gegen 20.00h Angela, die Schwester einer anderen Bloggerin, die ebenfalls Elisabeth heißt, eingeschlafen ist.

Was für ein Wechselbad der Gefühle: erst noch die Freude über die lebendigen Farben des Herbstes und nun diese Nachrichten, passend zum Nebel der vergangenen Tage. Wie eng hängen doch Leben und Tod zusammen!

Im Zusammenhang mit dem Tod von Inge bin ich auf ein Gedicht gestoßen,
das die Schönheit der Natur zusammenbringt mit Worten des Trostes für die trauernden Hinterbliebenen. Es scheint recht bekannt zu sein, für mich war es neu. Bei mir steht nur der Text, hier wurde er wundervoll mit Naturaufnahmen gestaltet.
An meinem Grabe

Da steht ihr nun, wollt mich betrauern
ihr glaubt, dass ich hier unten bin:
ihr mögt vielleicht zunächst erschauern -
doch schaut einmal genauer hin.

Ich bin nicht hier - wie ihr vermutet,
mein Körper mag hier unten sein,
doch während die Musik noch tutet
bin ich schon lang nicht mehr allein.

Seht ihr die Blätter dort im Wind?
Es sind sehr viele - sicherlich -
doch achtet drauf wie schön sie sind;
und eins der Blätter - das bin ich.

Seht die Wolken am Himmel ziehen,
schaut ihnen zu und denkt an mich,
das Leben war doch nur geliehen,
und eine Wolke - das bin ich.

Die Schmetterlinge auf der Wiese,
perfekt erschaffen - meisterlich,
ich bin so fröhlich grad wie diese,
und einer davon - das bin ich.

Die Wellen, die vom Bach getragen,
erinnern sie vielleicht an mich?
Ihr müsst nicht lange danach fragen:
denn eine Welle - das bin ich!

Blumen erblühen in all ihrer Pracht
die Rose und selbst der Wegerich,
und alle sind für euch gemacht
und eine Blume - das bin ich.

Ich möchte nicht, dass ihr jetzt trauert,
für mich wär das ganz fürchterlich.
Tut Dinge, die ihr nie bedauert:
Denn Eure Freude - das bin ich!

Heinz Rickal


Für Leser_innen mit christlichem Background mag der auf den ersten Blick fehlende Gottesbezug in diesem Gedicht etwas befremden. Ich erahne aber etwas von "Himmel" und "Auferstehung" in den Bildern vom "nicht mehr allein"-Sein (Communio), in den Blättern die vom "Wind" (Geist) getrieben werden, in der Wolke am "Himmel", dem "Schmetterling", dessen Metamorphose schon oft mit Tod und Auferstehung zusammengebracht wurde, in der Lebendigkeit des "Wassers" (Taufe, Ich bin das lebendige Wasser.), den "Blumen" (des Feldes) und schließlich in dem Wunsch nach "Freude" (Festmahl). Dies sind alles Metaphern, Bilder, die mir aus dem Umfeld des christlichen Glaubens vertraut sind. So kann man das Gedicht auch lesen, es ist allerdings so offen, dass es auch rein auf der Bildebene bleiben darf. Und so hoffe ich, dass dieses Gedicht der einen oder dem anderen ein wenig Trost spendet.

1 Kommentar:

  1. Der Himmel ist kein Ort wie oben oder unten. Das Trauern muss er den Hinterbliebenen schon lassen...und möglicherweise auch aushalten.

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