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Dienstag, 29. November 2011

Vorweihnachtsstress

Jetzt ist wieder so unendlich viel zu tun: Geschenke für die Lieben besorgen, Weihnachtspost erledigen, die Weihnachtsfeiertage planen, inklusive Verwandtenbesuche, dann auch noch die Silvesterfeier. Beruflich geht das Jahr zu Ende mit entsprechenden Planungen und Abschlüssen. Außerdem gibt es die Weihnachtsfeiern, Adventskonzerte und Besuche auf dem Weihnachtsmarkt, die für zusätzliche Termine sorgen.

Und dann der Besinnlichkeitsstress. Denn
er soll ja eine stille Zeit sein, der Advent. Eine Zeit, sich innerlich einzustimmen auf das Ereignis der Geburt Jesu. Aber ist das realistisch?

Wie ist das denn sonst, wenn ein Kind auf die Welt kommen will? Gut, da mag es bei mancher Frau vorher auch stille, innige Momente in der Schwangerschaft geben und zu viel Stress schlägt auf die Gesundheit der werdenden Mutter. Aber es gibt in der letzten Zeit einer Schwangerschaft nun mal unglaublich viel zu tun, besonders, wenn es das erste Kind ist. Alles muss besorgt oder Vorhandenes auf seine Vollständigkeit überprüft werden. Es wird gewaschen und geputzt, das Bettchen gerichtet, Windel- und andere Vorräte besorgt, die Kliniktasche gepackt, abgesprochen, an wen eine Geburtsanzeige geschickt werden soll, wie man sich das mit den Besuchen in der ersten Zeit wünscht und welche Dinge als Geschenke willkommen sind. Dann gibt es da noch die zusätzlichen Termine mit Hebamme, Vorsorgeuntersuchungen und den Geburtsvorbereitungskurs. So kurz vor der Geburt ist es unter normalen Umständen nicht besonders besinnlich! Manche werdenden Mütter fangen gar an zu renovieren oder machen Großputz aus einer Art Nestbautrieb heraus mit dem Wissen: ist das Kind erstmal da, dann sind ganz andere Dinge wichtig!

Da ist es doch eigentlich nur angemessen, wenn es jedes Jahr in den Wochen vor diesem besonderen Geburtstag zu Weihnachten ordentlich rund geht. Da kommt ja ein besonderes Kind zur Welt und will bei uns zu Gast sein. Deshalb sehe ich den Advent eher als Zeit der Schwangerschaft kurz vor der Geburt, in der beides nötig ist: Ruhe, damit es mir und dem Kind gut geht, und Geschäftigkeit, weil die Ankunft eines Kindes es einfach so erfordert.

Und: vier Wochen Schwangerschaft reichen niemals für die Entwicklung eines Ungeborenen. Es braucht mindestens neun Monate, also eine lange Zeit, damit ein Kind bis zur Geburt heranreifen, oder wie es die Mystiker sagen: damit Gott in mir geboren werden kann. Das mit der Stille und Besinnlichkeit braucht deshalb auch mehr Übungszeit als ausgerechnet die adventlichen Wochen vor Weihnachten.

Kommentare:

  1. Hach - das hast du schön gesagt! Besinnlichkeit auf Knopfdruck geht sowieso mal gar nicht!!!
    Liebe Grüße und gute Weihnachtsvorbereitungen!
    Birgitta

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  2. Bei einer normalen Schwangerschaft ist das, was man vorher macht, genau auf das Kind abgestimmt. Bei Weihnachten ist das nicht so. Da ist überwiegend Rummel fernab von aller Religiosität, und in den Medien wird vom Umsatz geredet, der dringend höher sein muss als im letzten Jahr, und es ist einem nichts zu schade, für Gefühlsduselei zu sorgen. Mich regt immer das Theater urplötzlich um Randgruppen auf, die einen das ganze Jahr nerven in der U Bahn und am Straßenrand. An Weihnachten dürfen sie für schöne Gefühle sorgen.Weil man ach so edel mal was spendet.Dann ,da das Thema, niemand soll alleine glauben, Thema in einer mir bekannten Gemeinde ist, die überfüllten weihnachtlichen Pontifikalämter mit Priestern und Erzbischöfen, die einen das ganze Jahr nicht interessieren, finde ich ebenso egoistisch.Weihnachten beginnt nicht erst am 1. Advent.Und erst recht nicht am Heiligabend.

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  3. Danke für die guten Wünsche, Birgitta!
    Teresa: Das ist wohl wahr, dass die Adventszeit nicht auf die Geburt des besonderen Kindes ausgerichtet ist, zumindest was die Öffentlichkeit angeht.

    Aber immer noch scheint Weihnachten viele Emotionen und Erwartungen auszulösen, die dann alle auf dieses Fest projiziert werden. Dazu gehören die Sehnsucht nach Durchatmen können, nach einer gerechten Gesellschaft in einer intakten Umwelt ohne Megaarme und Superreiche und nach Frieden in den Familien und auf Erden. Und ich vermute, es gibt bei vielen auch so etwas wie eine Sehnsucht nach religöser Erfahrung und eine Ahnung von der Gegenwart Gottes.

    Natürlich lassen sich diese Sehnsüchte nicht in den Adventswochen erfüllen, und manches ist schlicht Sentimentalität. Natürlich ist es auch ärgerlich, wenn Herz und Geldbörse nur in dieser Zeit aufgehen (was ja auch ordentlich ausgenutzt wird, wenn ich die täglich ins Haus flatternden nervenden Bettelbriefe betrachte). Aber sie tun es! Und daran können wir anknüpfen und versuchen, diese adventlichen Sehnsüchte - die übrigens urbiblisch und urmenschlich sind - einen kleinen Moment länger wach und im Bewusstsein zu halten, bei anderen, aber vor allem bei uns selbst und dazu überlegen, wie wir persönlich mit diesen "Ahnungen vom Reich Gottes" umgehen können.

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  4. Wenn man das ganze Jahr über aus Weihnachten und Ostern heraus lebt, muss man sich weder im Winter noch im Frühling stressen und Gefühle züchten. Auf keinen Knopf drücken und nicht sein schlechtes Gewissen mit edlen Taten beruhigen. Die Obdachlosen und co brauchen nicht Weihnachten nen Festbraten, sondern wenn man sie vor der Nase hat nen Euro und mal ein freundliches Wort.. Das kann jeder..wenn ich das ganze Jahr über gottfern lebe, kommt die Sehnsucht, das ist wahr..die Sonne fehlt ja im Winter.Ostern hat man weniger Sehnsucht, dabei ist Ostern das Größte geschehen.Tod und Auferstehung.

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  5. Ostern ist für manche vielleicht trotz aller Bilder und Vergleiche und trotz allem Erleben in der Natur weniger zugänglich, weil es so unvorstellbar ist, dass da nach dem Tod noch was weitergehen soll. Die Geburt eines Kindes und die Freude darüber, wie wir sie Weihnachten feiern, ist greifbarer, weil sie unmittelbar an eigene Erfahrungen angreift. Das würde ich nicht verurteilen. Und das auch immer weniger Menschen Weihnachten mit der Geburt Jesu in Verbindung bringen, ist schlicht die Realität, mit der wir umgehen müssen.

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