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Dienstag, 15. November 2011

Warum lohnt es sich zu glauben?

Was habe ich davon? Man mag einwenden, dass man so nicht fragen darf. Nicht religiös sozialisierte Leute fragen aber schon mal so. Abtprimas Notker Wolf versucht diese Fragen zu beantworten.

"Wer Fragen an das Leben hat, wer bereit ist, sein Leben mit allen schönen und weniger schönen Seiten zu hinterfragen, ist noch auf der Suche. Das mögen einige als Schwäche auslegen; vor allem die, die auf alles eine Antwort haben. Für mich sind suchende Menschen starke Menschen, weil sie eine Ahnung in sich spüren, dass hinter ihrem Leben ein großer Sinn steht, den es zu entdecken gilt. Suchende Menschen sind Menschen, die sich noch bewegen, die sich nicht mit vorschnellen Antworten zufrieden geben. Sie wollen stattdessen bei sich selbst ankommen. Es sind Menschen, die die Zerrissenheit des eigenen Lebens nicht ausklammern, sich ihr stellen und sich auf ihren eigenen Weg machen.
...
Erinnern Sie sich daran, wie Sie sich das erste Mal verliebt haben? Vorher gab es vielleicht eine Ahnung, wie das sein könnte. Aber diese Schmetterlinge im Bauch, dieses unablässige Denken an den anderen, all das war vermutlich wie der Wechsel vom Schwarzweiß- auf den Farbfernseher. Und so ähnlich kann es sich mit dem Glauben verhalten. Halten wir es doch einfach für möglich, dass unsere bisherigen Erfahrungen nur ein Teil dessen sind, was ein Leben mit Gott ausmachen kann. Und dass da draußen eine ganze Welt zu entdecken ist, die mein Leben farbenfroh machen kann."

aus: Notker Wolf: Schmetterlinge im Bauch. Warum der Glaube Flügel verleiht. S. 9f. (Hinter dem Link steckt eine mehrseitige Leseprobe)


Unsere vielfältigen persönlichen Antworten auf die Frage, warum es sich unserer Meinung nach lohnt, zu Glauben und daraus unser Leben mal mehr und mal weniger zu gestalten, könnten ein Ansatz sein, mit Menschen, die diese Erfahrungen (noch) nicht gemacht haben, ins Gespräch zu kommen. Aber versuchen Sie mal eine Antwort zu formulieren, die von den Inhalten, den Umschreibungen und Bildern und der Sprache verstanden werden kann. Ich halte das für eine enorme Herausforderung!

Kommentare:

  1. das wort lohnt gefällt mir überhaupt nicht. jedem das seine sowieso. werbung für den glauben mag ich nicht.glauben ist ja nun nichts, was man mit links macht.

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  2. Ich mag sie so gerne, Deine Gedanken, die Zusammenfassungen. So wie heute vorm Schlafengehen nehm ich die Zeilen zum nachdenken mit ins Bett.
    Schlaf Du auch gut
    Elisabeth

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  3. Danke, Elisabeth! Teresa: Ich kann mir schlecht aussuchen, was und wie ich angesprochen werde. Deshalb werde ich den Gesprächsfaden aufgreifen und nicht antworten: "Ich würde gerne dazu etwas sagen, aber mir gefällt die Formulierung Ihrer Frage nicht." Mir geht es auch nicht um Mission, sondern um Selbstreflexion und die Bereitschaft, ansprechbar zu sein und im Fall des Falles Antwort geben zu können. Auch auf die Frage, was ich denn davon habe, dass ich glaube.

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  4. Ich finde das Wort "lohnt" hier auch nicht passend, wie die Vorposterin schon gesagt hat. Glauben ist eine Gabe (ich hab sie nur sehr eingeschränkt), dachte ich immer, ich kann mir nicht vorstellen, dass sich bewußt jemand dafür entscheidet, zu glauben, "weil es sich lohnt"?
    Ansonsten schließe ich mich an, ich mag Ameleos Beiträge wirklich sehr gern. Danke für die viel Zeit & Mühe!
    Terry

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  5. Ich möchte mal eine Lanze für das Wort lohnen brechen: Gemeint ist doch damit bestimmt, was ich hier und jetzt davon habe zu glauben - und soll denn nicht das Reich Gottes schon hier auf Erden beginnen?
    Gewiss ist der Glaube an sich ein Geschenk, eine Gnade, ich kann ihn nicht selbst machen - aber ich kann unterschiedlich offen für dieses Geschenk sein, das kann ich mit beeinflussen.
    Und ich habe durchaus das Gefühl, jetzt schon etwas davon zu haben, nämlich eine größere Gelassenheit den Unwägbarkeiten des Lebens gegenüber, sowie meinen und anderer Unzulänglichkeiten gegenüber. Nicht in dem Sinne, dass Er es schon richten wird, sondern Vertrauen darauf, dass Er mir schon den Weg aufzeigen wird.
    Aber Ameleo, es stimmt, es ist total schwierig, das auszudrücken.
    Liebe Grüße
    Martina

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  6. Danke für eure Gedanken zum Thema! Terry, dass Glaube nicht machbar ist, sondern ein Geschenk, finde ich ganz wesentlich. Ich stimme aber auch dir, Martina, zu, dass ich offen sein muss für diese Gnade. Toll, dass du versucht hast, dieses "sich Lohnen" in Worte zu fassen. Es ist dir gut gelungen, finde ich. Und mir gefällt besonders, wie du deine Gedanken in den größeren Zusammenhang vom schon jetzt anbrechenden Reich Gottes stellst.

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  7. Im Nachgang fällt mir dazu noch das Lied ein:
    "Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe,
    ich lobe meinen Gott, der mir die Fesseln löst, damit ich frei bin!...
    Ich lobe meinen Gott, der mir den neuen Weg weist, damit ich handle, ich lobe meinen Gott, der mir mein Schweigen bricht, damit ich rede!...
    Ich lobe meinen Gott, der mir die Tränen trocknet, dass ich lache, ich lobe meinen Gott, der meine Angst vertreibt, damit ich atme!..."
    Alles doch auch diesseitig, da habe ich hier und jetzt etwas davon!

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