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Donnerstag, 22. Dezember 2011

Crashkurs Weihnachten: 5. Sterne, Lichter und der Stern von Betlehem

Einleitung und Links zu allen Teilen dieser Reihe siehe hier.

Sterne aus Stroh (Stroh? Da war doch irgendwas mit einer Krippe??) und anderen unterschiedlichsten Materialien sind zentraler Schmuck in der Advents- und Weihnachtszeit. Viele Straßen und Fenster sind mit hellen Lichtersternen dekoriert, die in dieser dunklen Jahreszeit mit seinen langen Nächten genauso willkommen sind, wie die jetzt überall brennenden Kerzen.

In seiner Erzählung von der Geburt Jesu Christi erzählt der Evangelist Matthäus von Weisen (Luther) bzw. Sterndeuter (Einheitsübersetzung) aus dem Morgenland, die einem hell leuchtenden Stern folgten, bis sie nach Bethlehem kamen. "Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen." (Matthäus 2,9)

Dieser Stern und sein Licht fand Eingang in viele Darstellungen und Bilder zur Weihnachtsgeschichte, und prägt bis heute die Weihnachtszeit. Welches astronomische Phänomen
die drei Weisen tatsächlich beobachtet haben, wurde immer wieder erforscht, ist aber bis heute nicht ganz klar.

Häufig ist der Stern von Bethlehem als Komet dargestellt. Ein solcher Schweifstern kann eine imposante Erscheinung am nächtlichen Himmel sein. Doch gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg, dass vor rund 2.000 Jahren ein heller Komet am Himmel des Nahen Osten zu sehen war.

Der Astronom Johannes Kepler (1571-1630) lieferte eine andere Erklärung. Er beobachtete in den Jahren 1604 und 1605, wie die Planeten Saturn und Jupiter sehr dicht beieinander standen. Er berechnete, dass diese seltene Konstellation auch im Jahr 7 vor unserer Zeitrechnung auftrat. Die beiden Planeten sind schon alleine helle Erscheinungen. Wenn sie fast an der gleichen Stelle stehen, ergibt sich ein "neuer heller Stern". Diesem Phänomen könnten die drei Weisen gefolgt sein. Jesus wäre demnach im Jahr 7 vor Christus geboren.

Eine solche naturwissenschaftliche Sichtweise geht aber möglicherweise an der Brisanz und der weitreichenden Bedeutung des „Sterns von Betlehem“ vorbei. Auch heute sprechen wir von „Stars und Sternchen“, von einem „Stern, der am Pophimmel“ oder sonst wo aufgeht. „Stern“ wurde auch in den Schriften des ersten Testaments nicht nur im Sinne von Himmelskörpern gebraucht, sondern auch als Bild für den Menschen. Immer wieder wird von Nachkommen gesprochen, die so zahlreich sein werden, „wie die Sterne am Himmel“ (z.B. Gen 15,5, 1.Chronik 27,23), oder die Hoffnung gerichtet auf einen rettenden Stern, der über Gottes Volk aufgehen wird (Num 24,17). Dieser „Stern“ wurde als Zeichen für einen mächtigen Herrscher verstanden.

Vermutlich hat sich auch Herodes als einen solchen „Stern“ verstanden. Da muss es wie eine unglaubliche Provokation erscheinen, wenn die Weisen/Sterndeuter gerade ihn nach einem neuen König fragen, dessen Stern sie haben aufgehen sehen. (zum Machtanspruch des Herodes siehe auch hier). Dem verhassten römischen Besatzungsherrscher stellt Matthäus damit ein machtloses Neugeborene als den wahren Stern am Himmel dar, dem sich nachzufolgen lohnt.

Auch die astrologische Deutung der Sternenkonjunktion, wie sie Kepler vermutet, schlägt in eine ähnliche Kerbe: demnach entsprach alles, was sich im Himmel abspielte, der Wirklichkeit auf der Erde. Der Planet Saturn wurde mit Israel in Verbindung gebracht, Jupiter galt als Königsstern. Die Begegnung fand im Sternbild der Fische statt, welches für Palästina stand. Auch für die Astrologen konnte sich daher nur die Schlussfolgerung ergeben, dass in Palästina ein neuer König geboren sei.

Eine weitere Assoziation verbinde ich mit dem Stern, dem die Weisen/Sterndeuter nachfolgten: Es gab da im ersten Testament schon einmal ein Licht Gottes, dass aus der Dunkelheit von Abhängigkeit, Leid und Unterdrückung heraus leitete in ein verheißenes Land, eine lebenswerte Zukunft. Damals war dieses Licht kein Stern sondern eine Feuersäule, die das Volk Israel verlässlich durch die Zeit der Wüste führte auf der Flucht aus Ägypten hin zu dem verheißenen Land. (Ex 13,21 f u.a.) War es damals das Volk Israel, dass sich von diesem Licht Gottes leiten ließ, weitet Matthäus mit dem Stern über dem Geburtsort Jesu den Blick auf die ganze Welt aus, die, repräsentiert durch die Sterndeuter/Weisen, nun ebenfalls diesem Licht Gottes folgen.

Wenn uns in diesen Tagen überall Sterne begegnen und wir davon in der Weihnachtsgeschichte hören, verbirgt sich dahinter wesentlich mehr als stilvolle Deko, ein romantischer, nächtlicher Blick zum Himmel oder ein rein astronomisches Phänomen.

Kommentare:

  1. Liebe Ameleo,

    ich freue mich über deinen Blog,
    und ich grüße dich recht herzlich

    Elisabeth

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  2. Versteh ich jetzt nicht.
    In Crashkursweihnachten 3. hast Du doch gesagt, dass Jesus nicht in Betlehem geboren wurde.
    Hier behauptest Du jetzt, dass Betlehem doch der Geburtsort Jesu ist, und dass der Stern dorthin zog.
    was stimmt denn nun?
    Ist Betlehem der Geburtsort Jesu oder nicht?

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  3. Liebe Elisabeth, danke für deine Grüße!

    @ Anonym: Die biblischen Erzählungen rund um die Geburt Jesu bringen die überragende Bedeutung dieses Gottmenschen Jesus auf verdichtete Weise zur Sprache. Aber sie sind, das kann ich nur immer wiederholen, Glaubensbekenntnis und Theologie, kein historischer Bericht in unserem heutigen Verständnis. Die Verdichtung des Textes bedeutet, dass hinter jedem Detail eine Be-deutung vermutet werden muss. Betlehem hatte und hat für die jüdisch-christliche Tradition eine immense Bedeutung, die diesem Ort nicht genommen werden kann, auch wenn Jesus dort nicht geboren sein sollte.

    Ich habe in diesem Post die Frage nach der historischen Existenz des „Sterns von Betlehem“ bewusst außen vor gelassen. Die Forschung um dieses Himmelereignis herum hatte meines Wissens nach hauptsächlich den Versuch einer Datierung der Geburt Jesu als erkenntnisleitendes Interesse. Was dort am Himmel zu sehen war und ob es überhaupt etwas am Himmel zu sehen gab, muss letztlich offen bleiben. Ich selber gehe davon aus, dass hinter dem "Stern von Betlehem" das tiefe Wissen eines mythologischen oder symbolischen Motivs verborgen ist, bei dem unendlich viel mehr mitschwingt und erinnert wird, als das bei einer rein naturwissenschaftlich-astronomischen Betrachtung möglich wäre.

    Genauso wenig wie ich mit Sicherheit sagen kann, dass es diesen Stern gegeben hat, kann ich dies über Betlehem als den Geburtsort Jesu sagen. Ich kann es nicht ausschließen, gehe aber davon aus, dass die Erwähnung von beidem einen anderen Hintergrund hat als einen historisch-naturwissenschaftlichen. Dennoch habe ich keine Probleme, von dem Stern von Betlehem zu reden, spreche dabei aber von etwas anderem als wissenschaftlichen Fakten.

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  4. Die Nazca-Kultur und der Stern von Bethlehem

    Wie in vielen Kulturen verehrten die Ureinwohner Südamerikas die Sonne als Gottheit. Es entwickelte sich die Kunst, Bilder in den Boden zu scharren, bis vor 2000 Jahren etwas geschah, das einen Boom bei den Nazca-Linien auslöste. Eines Abends flog ein Asteroid über Peru in Richtung Norden, wobei er vor seinem Aufprall in viele Teile zerbrach. Für die Menschen musste dies wie ein Besuch ihres Sonnengottes wirken, der unerwartet aus dem Dunkel aufgetaucht und auf der Erde gelandet war.

    Wenn ein Asteroid vor 2000 Jahren über Peru gerast sein sollte, musste er im Norden Südamerikas aufgeschlagen sein. Und in der Nähe von Bogota liegt der Guatavita-See, der durch einen Meteoriteneinschlag vor über 2000 Jahren entstanden ist. Die Region ist übersät mit Krater und Kratergewässer, die als heilig galten, wobei der Guatavita-See für die Einheimischen noch heute ein heiliger See ist, der die Ankunft des "goldenen Gottes" symbolisiert, der am Grund des Sees leben soll.

    Zu den Einschlägen in Kolumbien vor mehr als 2000 Jahren ergibt sich eine historische Parallele. Dieser Asteroid ist offenkundig der sogenannte Stern von Bethlehem. Wahrscheinlich sind die Gesteinsbrocken zur damaligen Spätherbstzeit der Nordhalbkugel um etwa 18 Uhr in Kolumbien detoniert. Zur selben Zeit wurde in Palästina, wo bereits Mitternacht herrschte, jener steil aus dem Weltraum über Südamerika einfallende Asteroid beobachtet, der mehrere Minuten lang das Dunkel erleuchtete. Wegen dieses Himmelsschauspiels sind Gelehrte ("Weise aus dem Morgenland") aus Babylon (südlich von Bagdad) nach Westsüdwest (genau in Richtung des Aufprallortes in Kolumbien) zum Toten Meer bis nach Bethlehem gewandert, wo das Leuchten am Nachthimmel ebenfalls registriert wurde. Vgl. These im Buch: "Dinosaurier – kosmisch ausgebombt" (auch im Web).

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