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Donnerstag, 26. Januar 2012

k***.net & Co und die anderen Medien

"Manchen ist nichts katholisch genug", begann am 24.01.2012 ein Beitrag in der österreichischen Sendung "Report". Der orf hat es gewagt, so genannte "katholische" Onlineportale in einem kurzen Beitrag kritisch in den Blick zu nehmen. In seiner Ankündigung schreibt der Sender:
"Der Kampf um die Zukunft der katholischen Kirche wird auch im Internet geführt. Reaktionäre Kreise gewinnen dabei an Terrain. In privaten Nachrichtenagenturen und Web-TV verbreiten sie nicht nur ihre erzkonservative Weltanschauung, sondern betreiben handfeste Kirchenpolitik: gegen liberale Bischöfe, gegen kirchliche Reformgruppen, oftmals untergriffig, fern von journalistischen Grundregeln, manchmal antisemitisch. Die Öffentlichkeit nimmt sie oft fälschlich als offizielle kirchliche Medien wahr. Die Diözesen bemühen sich um Distanz, nehmen sie aber dennoch ernst, denn in Rom sind sie bestens vernetzt."
Der knapp neunminütige Beitrag ist (leider nur für eine Woche) in der Mediathek nach zu sehen. (in der Beitragsleiste auf "Kirchenkampf im Internet" klicken).

Stimmt die Analyse und ihre Bewertung?
Spannend finde ich, die Reaktionen auf die Sendung von den dort benannten Medien:
  • "Gloria-TV", Firmensitz in Moldavien, hatte im Vornhinein auf eigenen Kanälen auf die Ausstrahlung der Sendung hingewiesen. Die entsprechenden Links sind jedoch nicht mehr erreichbar! UPDATE: in seiner heutigen Sendung nimmt gloria.tv noch einmal Bezug auf die Sendung. Der Link dorthin und weitere finden sich unten, in den Kommentaren von U. (Vielen Dank!)
  • "kreuz.net" zieht die Sendung, ebenfalls bereits vor der Ausstrahlung, mit der ihm eigenen aggressiven Ausdrucksweise in den Dreck.
  • "kath.net" hingegen, dem es überaus wichtig ist, sich von kreuz.net zu distanzieren und damit nicht in einen Topf geworfen zu werden (siehe diesen Artikel und besonders die sich anschließende Diskussion) hält sich bedeckt: heute findet sich kein Hinweis (mehr?) auf die orf-Sendung. Selbst im Forum "Medien-Echo" wurde ein entsprechender Hinweis (mit der ursprünglichen Nr. 355) gelöscht. Aber auch eine Sendung bewusst zu verschweigen ist eine Aussage: Warum nur soll niemand der Leser_innen davon wissen???

Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der von "Report" geäußerten Kritik findet bei keinem der angesprochenen Portale statt. Es wird vertuscht, verschwiegen, diskreditiert. Damit wird eine unbeabsichtigte Bestätigung dessen erbracht, was diesen Seiten vorgeworfen wird.

Schlimm finde ich, dass k***.net & Co von vielen Leserinnen und Lesern für offizielle Präsentationen der römisch-katholischen Kirche gehalten werden, obwohl sich diese immer wieder von ihnen distanziert. (hier z.B. Kardinal Meisner zu kath kreuz.net, weitere Distanzierungen von kreuz.net und Hintergründe zu kath.net auf wikipedia). Statt ihr zu nützen, schaden sie mit ihren Auftritten massiv der katholischen Kirche und ihrem Bild in der Öffentlichkeit.

Gerade von diesen Medien wird doch immer wieder gefordert: Wo katholisch drauf steht, müsse auch katholisch drin sein! Ich stimme ihnen zu...


... und meine damit ganz sicher etwas anderes!


Anmerkung:
Aus rechtlichen Gründen weise ich daraufhin, dass ich mich ausdrücklich vom Inhalt der verlinkten Seiten, besonders kreuz.net betreffend, distanziere. Sie dienen lediglich dem Nachweis der in diesem Artikel formulierten Thesen. Alle weiteren, allgemeinen rechtlichen Hinweise finden sich im "Kleingedruckten".

Kommentare:

  1. Der Papst hat sich auch zu kath.net geäußert.
    Ob sein Lob jetzt aber ins Bild passt?

    http://www.kath.net/detail.php?id=17926

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    1. Ja, Kurt Schmitt, es passt ins Bild. Ich zitiere noch mal den orf (s.o.): "Die Diözesen bemühen sich um Distanz, nehmen sie aber dennoch ernst, denn in Rom sind sie bestens vernetzt."

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  2. Als "Katholik im Exil" ärgere ich mich auch immer wieder über den von Dir beklagten Steinzeit-Katholizismus und darüber, dass er im Vatikan offenbar mächtige Fürsprecher hat. Er scheint mir die katholische Variante eines beängstigend erstarkenden religiösen Fundamentalismus in Christentum, Islam und teilweise auch im Judentum (etwa in Israel) zu sein. Das Gefährliche daran sind weniger die religiösen Überzeugungen, die hier vertreten werden als vielmehr die politischen und gesellschaftlichen Positionen, die hier unter der Hand mittransportiert werden. Versteckt oder auch ganz offen wird gegen eine offene, tolerante und solidarische Gesellschaft argumentiert und agitiert. Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Sexismus sind Teil der Grundüberzeugungen dieser Kreise. Die Auseinandersetzung mit diesen Leuten darf nicht nur auf religiösem Terrain geführt werden. Es geht schon lange nicht mehr nur um Frauenordination oder Mundkommunion, es geht darum, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen.

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    1. Da stimme ich dir voll und ganz zu, Armand. Und ich denke, die Gefahr wird gesellschaftlich massiv unterschätzt!

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    2. ich habe auch den verdacht, armand, dieser extreme zwangssteinzeitkatholizismus geht in richtung selbstberauschung..riten als rauschmittel. ich erlebe das satt und genug.in miltärischer sprache.

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  3. Hallo Ameleo, du verwechselst da was. Card. Meisner hat sich im verlinkten Beitrag nicht zu kath.net geäußert, sondern zur ebenfalls von dir erwähnten rechtsextremen Plattform.

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    1. kardinal meisner distanziert sich immer dann, wenn einer dem anderen den glauben abspricht, denn: die glaubenskongregation entscheidet, nicht ..nets.

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    2. Ich meinte natürlich kreuz.net und verbessere das im Text!

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  4. Spontan fällt mir außerdem noch auf, dass Gloria.tv heute darüber berichtet.
    http://gloria.tv/?media=248839
    Und auch der Beitrag vom 24.1. ist noch abrufbar:
    http://gloria.tv/?media=247949

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  5. Oder war dieser Beitrag gemeint?
    http://gloria.tv/?media=245935
    Der war einfach ein paar Seiten weiter hinten zu finden.

    Irgendwie erscheint mir dein Beitrag teilweise nicht ganz fundiert zu sein.

    u.

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    1. Danke für die Hinweise! Die Links, die google mir heute anbot zu diesem Thema auf gloria.tv waren nicht erreichbar. Auf diesem Portal selbst bin ich nicht zu Hause... Die angegebenen Beiträge bestärken mich in meiner Sicht der Dinge! Und die Leser_innen und Leser haben nun noch eher die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild zu machen.

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  6. kardinal meisner kann sich distanzieren wovon er will, er ist doch einer der grössten steinzeitler in den eigenen reihen! lächerlich.

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  7. Naja, da ich mich hier als Anhänger von Traditionen und Klarheit zu erkennen gegeben habe, bin ich wohl unter Steinzeitkatholik zu subsumieren. Immerhin schon Neolithikium, darauf muss ich bestehen. Ich teile die Analyse, dass bestimmte Teile des Kirchenvolkes bestrebt sind, den Glauben zu kapern, um ihre politisch-ideologischen Weltanschauungen religiös zu überhöhen und unangreifbar zu machen. DAS ist allerdings nicht nur am rechten Rand der Kirche der Fall. Im Gegenteil, da sind eher nur ein paar traurige Schismatikergestalten am Werk. Legt man die durchschnittliche Sonntagspredigt zu Grunde und zieht auch sonst noch so manche Verlautbarung aus organisierten Laienkreisen und Bischofskonferenzen hinzu, muss man zu der Offenbarung kommen, das Parteiprogramm der Grünen mit Linkseinsprengseln sei von Christus vorweg genommen worden. Hier fiel ja auch schon der Begriff "solidarität", der dem Wesen nach ein politischer Kampfbegriff ist, der rechtfertigen soll, mir 62% meines Einkommens in Form von direkten, indirekten Steuern und Sozialabgaben aus der Tasche zu ziehen. In den Gemeinden, wo der Transfairkaffee vorm Tabernakel feilgeboten wird, ist es sozialer Selbstmord sich gegen diese ideologischen Zumutungen zur Wehr zu setzen. Da verlagert mancher frustgesteuert seine Meinungsäußerung in die neuen Medien, wo manche marginalisierte Anschauung sich zum ersten Mal seit Jahrzehnten Gehör verschaffen kann. Das erklärt die Heftigkeit- zu der aber auch Steinzeitkeulengeschwinge beiträgt, wie man halt reinruft in den Wald... Fazit: es ist wie im wirklichen Leben, rechts und links sind des selben Geistes Kinder, und das ist nicht der heilige Geist.

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  8. @Alex

    Solidarität kann man doch ganz leicht im Neuen Testament verorten. So sagt Jesus zum einen, dass man doch dem Kaiser geben solle, was des Kaisers ist, und zum anderen ist es doch gerade Jesus, der sich den Armen, Schwachen, Kranken und Ausgestoßenen zuwendet. Wenn er mit dem beginnenden Reich Gottes Wunder geschehen lässt, die Menschen geheilt werden, sie zu essen bekommen und von Sünden befreit werden, dann hat das doch auch viel mit Solidarität zu tun, auch mit der Solidarität Gottes zu den Menschen. Und wenn Paulus in den reicheren Gemeinden Geld für die Urgemeinde in Jerusalem sammelt, ist das doch auch ein Zeichen von Solidarität, oder?

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