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Mittwoch, 18. Januar 2012

Schiff in Seenot

Immer wieder die Bilder vom Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia", Handyvideos von dem Chaos vor der Evakuierung, Interviews mit Geretteten, Unterwasserbilder von den mutigen Rettungskräften, die ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um das von möglichen Eingeschlossenen zu retten. Der Schuldige war auch schnell gefunden: der Kapitän hat falsch gehandelt. Über seine Motive wissen wir wenig, nur: was es auch war, es wird verrissen werden, denn es ist nicht zu leugnen: er hat das Leben von Tausenden aufs Spiel gesetzt. Auch die Crew wird stark als "völlig inkompetent" kritisiert. Da ist es wirklich ein Wunder, dass dennoch von den über 4000 Menschen an Bord nur so wenige gestorben sind bzw. noch vermisst werden, auch wenn es ein Drama ist für jede einzelne Person und Familie!

Pater Bernd Hagenkord erinnert in dem Zusammenhang mit diesem Unglück eines Luxusliners auf seinem Blog sehr kritisch an die unzähligen Flüchtlinge,
die tagtäglich in See stechen auf der Flucht vor Hunger und Armut und auf der Suche nach einem besseren Leben, was in Europa aber nun mal nicht als Grund für die Gewährung von Asyl ausreicht, ("Denn da könnte dann ja jeder kommen, dem es in seinem Land nicht gefällt, um dann uns Steuerzahlern auf der Tasche zu liegen." um nur mal eine Stammtischparole zu skizzieren.) und die ebenso tagtäglich kentern und ertrinken ohne dass es auf den Titelseiten abgedruckt würde. Den Hinweis, dass diesen vielen Armen wesentlich weniger Aufmerksamkeit beigemessen wird gegenüber den Reichen, denen das aktuelle Unglück des Kenterns geschehen ist, finde ich überaus wichtig.
Schon in den alten biblischen Texten wird die Ambivalenz von Schiffsfahrten deutlich. Schiffsfahrten werden zum einen positiv erfahren:
Schiffsfahrten sind aber auch gefährlich. Von Stürmen und vom Kentern wird ebenfalls immer wieder berichtet:
Zu keiner Zeit war es ungefährlich in ein Boot zu steigen, zu nahezu jeder Zeit haben es Menschen aber immer wieder getan. So wurden andere Länder und andere Kulturen entdeckt, aber auch Menschen von dem einen auf den anderen Kontinent verschleppt. Schiffe wurden zur Flucht genutzt und zum Auswandern in der Hoffnung auf ein sicheres und besseres Leben. Und immer wieder sind Menschen dabei umgekommen, durch einen Sturm, durch technisches oder menschliches Versagen oder haben eine glückliche Rettung erfahren.
So gesehen erinnert mich das aktuelle Schiffsunglück an uralte menschliche Erfahrungen, lehrt mich neuen Respekt vor dem Meer und regt zum Nachdenken an über eigene Lebensstürme, das "Untergehen" und "Schiffbruch" erleiden und mögliche Erfahrungen mit Gottvertrauen in solchen schwierigen Zeiten.

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