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Dienstag, 21. Februar 2012

Biikebrennen

Während im Süden und Westen der Republik heute der Karneval zu Ende geht, feiert man heute Abend in Nordfriesland, auf den Inseln und Halligen das Biikebrennen. Noch nie etwas davon gehört? Das Biikebrennen hat mit Fasching und der bevorstehenden Fastenzeit wenig zu tun, es findet immer am 21. Februar statt. Dazu wird ein großes Feuer aufgeschichtet, häufig aus von Kindern und Jugendlichen zusammen gesammelten, alten Weihnachtsbäumen und Strauchschnitt. Oben drauf kommt eine Puppe aus Stroh, das Petermännchen.


Wenn es dunkel geworden ist, wird die Biike angezündet, es werden Reden gehalten und anschließend Grünkohl gegessen.

Rund um die Ursprünge und die Bedeutung des Biikebrennens gibt es verschiedene Deutungen und Legenden. Während die einen sagen,
in früheren Zeiten habe man mit den Feuern den Männern, die nach dem Winter aufbrachen zu den Walfangschiffen, einen Abschiedsgruß schicken wollen, sehen andere darin eine Vertreibung des Winters und seinen bösen Geistern.

Der 22. Februar scheint im Mittelalter und auch schon in vorchristlicher Zeit ein wichtiges Datum gewesen zu sein. Für die mittelalterliche Schifffahrt endete an diesem Datum die Winterpause, in früheren Zeiten war es ein Thingtag, an dem zu Gericht gesessen wurde. Heute wird am 22. Februar der Petritag, in der römisch-katholischen Kirche das Fest "Kathedra Petri" in Erinnerung an die Übernahme des Bischofsstuhls durch den Apostel Petrus, gefeiert. Daraus ergibt sich auch eine mögliche kirchenkritische, nachreformatorische Deutung des "Petermännchens", das am Vorabend des Petritags auf der Biike verbrannt wird: es soll keineswegs an den Apostel Petrus erinnern, der als Patron der Fischer und Schiffer gilt, sondern in einem fast ausschließlich protestantischen Umfeld möglicherweise die Abgrenzung und Ablehnung des Petrusamtes, des Papstes symbolisieren. Bei den Biikefeuern heute wird es allerdings so gut wie ausschließlich als Symbol für den Winter verstanden, der mit dem Feuer vertrieben werden soll.

Während bis noch vor nicht all zu langer Zeit das Biikebrennen ein Fest für die Einheimischen war, kommen jetzt zunehmend mehr Touristen zu diesem Ereignis, was nicht ganz unproblematisch ist. Zum Abschluss hier noch ein etwa siebenminütiges Video, in dem die 10-jährige Anne von der Insel Föhr diese Tradition erklärt. Verstehen werden sie die wenigsten, doch zum Glück gibt hochdeutsche Untertitel.


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