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Dienstag, 7. Februar 2012

Wenn das Weizenkorn...

Schon vor einigen Jahren bin ich auf eine Idee zur Passions- und Osterzeit gestoßen, die mich begeistert hat. Da ich aber so gut wie nicht auf Gemeindeebene arbeite, hatte ich bislang keine Gelegenheit, sie selber umzusetzen, möchte sie aber hier vorstellen. Denn an vielen Orten werden in diesen Tagen Fastenzeit und Ostern vorbereitet, und vielleicht finden sich ja Nachahmer:

Visualisiert wird bei dieser Idee der Satz aus dem Johannesevangelium: "Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht." (Joh 12,24). Dazu steht während der Fasten-/Passionszeit ein mit schwarzer Erde gefülltes Holzkreuz in der Kirche, daneben eine Schale mit Weizenkörnern.
Jede_r, die/der möchte, kann ein Weizenkorn (oder mehrere) in die Erde legen. Nach biblischer Vorstellung "stirbt" es dort*. Bis Ostern keimen (hoffentlich!) die Körner und ein grünes Auferstehungskreuz verbindet das, was wir jedes Jahr im Frühling mit der erwachenden Natur erleben, bildhaft und handgreiflich mit dem, was wir an Ostern feiern!

Ähnliches haben wir zu Hause probiert, allerdings zu früh: die Körner brauchen keine sieben Wochen, um zu grünen (drei reichen völlig). Sie werden sonst zu groß und kippen dann um, brauchen eigentlich tieferen Boden und frische Luft, was auch wieder Anlass zum Nachdenken gibt...

Die Idee mit dem Kreuz aus keimenden Samenkörnern fand ich auf der Seite von Pastor Matthias Jung. Der Passionsgottesdienst, mit dem diese Aktion begann, fand bereits im Jahr 2003 statt, die damalige Ansprache ist hier veröffentlicht. Die Osterpredigt zum ergrünten Kreuz mit Bezug auf Hildegard von Bingens Satz: "Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit und diese Kraft ist grün" findet sich hier. Dort sind auch die beeindruckenden Bilder vom Kreuz zu sehen.

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* Reinhard Körner führt in seinen Kleinbauernbüchern diese Ansicht vom "Sterben" des Weizenkorns (augenzwinkernd) darauf zurück, dass Johannes wie auch die anderen Evangelisten Städter war, sich daher mit Samenkörnern wie mit Landwirtschaft im allgemeinen wenig auskannte und manche Bilder und Gleichnisse Jesu daher ein wenig schräg verstand. Aber das wäre ein anderes spannendes Thema...

Kommentare:

  1. ...so eine gute idee!!!

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  2. Die Körnersche Bibelauslegung finde ich immer recht abenteuerlich und dürfte wohl im Ghetto entstanden sein. Wenn man mit Erde bedeckt wird, ist man normalerweise tot.Das Weizenkorn stirbt aber erst danach. Da ist alles seltsam an diesem Text. Alles im übertragenen Sinne zu sehen: das Gefühl von Tod, weil das Korn in die Erde gelegt und zugeschüttet wird.Da es sich offfensichtlich seinem Los ergibt, gibt es die große Umwandlung.Die Umwandlung ist der Tod des Korns. Wer weiß schon, was ein Weizenkorn fühlt?Eine eingepuppte Raupe fühlt sich sicher auch seltsam.

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    1. Abenteuerlich finde ich Körner nicht. Ich halte ihn für sehr fundiert, was sein exegetisches Hintergrundwissen und überaus erzählerisch begabt, was die Vermittlung von theologischen Details angeht. Sonst eher trockene Bibelwissenschaft vermittelt er mit hohem Unterhaltungswert und Schmunzelfaktor, ohne dabei banal zu werden oder ins Pseudowissenschaftliche abzudriften. Ich finde es gut, dass er vor der Erfahrung auch eines heutigen "Kleinbauern" oder einer "Gärtnerin" z.B. das "Sterben" eines Samenkorns hinterfragt und dann eben auf den Verwandlungsprozeß kommt, der ja ebenfalls ein sprechendes Bild für Auferstehung ist.

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