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Samstag, 3. März 2012

Ausgewählte Ergebnisse der DBK-Frühjahrsvollversammlung

Die Deutsche Bischofskonferenz hat vergangene Woche in Regensburg getagt. Zum Abschluss ihrer Frühjahrsvollversammlung haben die Bischöfe eine Presseerklärung herausgegeben, die ich hier mit einigen Zitaten, die mir rein subjektiv gefallen, vorstelle und in der entsprechenden Farbe meinen Senf dazu gebe.

Wer gerne den Zusammenhang lesen möchte, aus dem ich diese Zitate gerissen habe, findet den gesamten Pressebericht hier oder klickt auf die Zitate.


Zum Thema: Studientag zur „Entwicklung der Katholisch-Theologischen Fakultäten und zum Wissenschaftlichen Nachwuchs in der Theologie“
"Um für unsere Beratungen ein realistisches Bild von der gegenwärtigen Lage zu schaffen, hat Prof. Dr. Bernhard Emunds (Frankfurt/Hochschule Sankt Georgen) über die personelle Situation der theologischen Hochschuleinrichtungen und die Lage des wissenschaftlichen Nachwuchses berichtet. (...) Es zeigt sich,
dass seit der letzten Erhebung im Jahr 2006 nicht nur die Zahl der Fakultäten gesunken ist. Auch die Zahl der Professuren sank von 391,5 (2006) auf 365,5 Professuren (2011). Bedenklich ist, dass die Zahlen der Promotionen und der Habilitationen deutlich zurückgegangen sind. Der wissenschaftliche Nachwuchs bleibt damit unzureichend. Es bedarf weiterer entschiedener Anstrengungen, um eine Besserung der Situation zu erreichen. Wir brauchen weiterhin qualifizierte Priester und Laien, Männer und Frauen für eine wissenschaftliche Laufbahn."
Insgesamt sind die Zahlen der Studierenden in katholischer Theologie dramatisch zurückgegangen, seit Mitte der 90er Jahre haben sie sich halbiert. Kein Wunder: wie soll ich mögliche Interessierte an kirchlichen Berufe zum Studium motivieren, wenn ich doch weiß, dass sie eh nach dem Studium weder weiter ausgebildet werden noch realistischerweise auf eine Anstellung hoffen dürfen? Wer lässt sich jetzt noch auf Berufe wie den/die Pastoral- oder Gemeindereferenten/-in ein, wenn als erstes den Jüngsten gekündigt wird bei neuerlichen finanziellen Engpässen in den Diözenen? Und wie sollen angehende Studierende Geschmack an der Theologie und möglicherweise an einer universitären Laufbahn bekommen, wenn sie nach der Grundschule gar keinen Religionsunterricht mehr haben, der ihnen das breite Spektrum der theologischen Fächer andeuten könnte? Von welchen Priestern sollen junge Männer denn noch zum Dienst als Priester begeistert werden, wenn sie ihn hauptsächlich als abgehetzten Manager von Megamonstergemeinden ohne Kontakt zu den Leuten erleben?
"Die Zahl der Professorinnen hat zwar zugenommen, bleibt mit 13 Prozent aber gegenüber dem Durchschnitt aller Fächer (18 Prozent) zurück. Auch hier sind weitere Bemühungen notwendig."
Gut, dass die Bischöfe dies als ein Problem erkannt haben!
"Die Deutsche Bischofskonferenz – darüber waren wir uns in der Aussprache einig - will eine starke, eine fachlich gute und eine gesprächsfähige Theologie."
Super! Genau das will ich auch! Wir brauchen in unserer Kirche mehr als auswendiggelerntes Katechismuswissen. Wir brauchen Leute, die den Menschen in den Gemeinden dazu verhelfen, Glaubensfragen selbständig zu beantworten, sich eine eigene Meinung zu kirchlichen und religiösen Themen zu bilden, in ihrem Alltag glaubhaft, ernst zu nehmend und mit Bodenhaftung auf Fragen des Glaubens zu antworten und aus ihrem Glauben und Gewissen heraus verantwortlich zu handeln.


Zum Thema: Fortgang des Gesprächsprozesses
"Mit einer Auftaktveranstaltung in Mannheim im vergangenen Jahr, zu der 300 Vertreter eingeladen waren, haben wir eine Bestandsaufnahme vorgenommen: „Im Heute glauben – wo stehen wir?“. Dabei konnte ein geistlicher Prozess in Gang gesetzt werden, der nicht im Vorfeld Beschlüsse fasst und Forderungen formuliert, sondern der offen und kritisch nach dem fragt, was die Kirche von morgen braucht. (...) Zum Gesprächsprozess und dem weltkirchlichen „Jahr des Glaubens“ kommt die Bischofssynode zur Neuevangelisierung im Oktober dieses Jahres hinzu." 
Dass es beim Gesprächsprozess jenseits aller Unkenrufe um mehr als Strukturen und Forderungen geht, habe ich schon immer gesagt. Wie schön, dass auch die Bischöfe ihn als geistlichen Prozess erleben, anders, als die, die an der Form von "Stuhlkreisen" & Co rummäkeln. Dass der Gesprächsprozess mit dem "Jahr des Glaubens" verknüpft wird, ist da nur logisch.
"In Fortsetzung zur Auftaktveranstaltung des Gesprächsprozesses in Mannheim vor einem Jahr wird eine zweite Veranstaltung am 14. und 15. September 2012 in Hannover stattfinden. Das Jahresthema 2012 ist die „Diakonia“. Die Veranstaltung wird unter dem Leitwort „Diakonia der Kirche – Unsere Verantwortung in der freien Gesellschaft“ stehen. (...) Vor allem geht es darum, die gesellschaftliche Pluralität als Herausforderung der Kirche samt der Frage nach Vielfalt und Einheit des Katholischen darzustellen, diakonisches und pastorales Wirken zu vermitteln und den öffentlichen und caritativen Einsatz der Kirche zu zeigen. (...)  An der Liebe und am Dienst der Liebe entscheidet sich alles. Die Werke der Barmherzigkeit und Liebe, der Dienst der Nächstenliebe sind nicht fromme Zutaten in beschaulichen Stunden, sondern Ausdruck der gottgegebenen Natur."
Das finde ich eine gute Entscheidung, dass es mit der Diakonia weiter geht. "Die Werke der Barmherzigkeit und Liebe, der Dienst der Nächstenliebe sind nicht fromme Zutaten in beschaulichen Stunden, sondern Ausdruck der gottgegebenen Natur." Ich würd andere Worte nehmen, aber genauso sehe ich das auch! Wenn sich mein Glaube nicht im Umgang mit meinen Nächsten bewährt, nützt auch alles Gerenne in die Messe nix!
"Im Hören aufeinander dürfen wir teilhaben am Glauben des Anderen. Hier beginnt und wird realisiert, was der Heilige Vater als Neuevangelisierung bezeichnet. In unserem Gesprächsprozess, so haben wir es vergangenes Jahr in Mannheim erlebt, wird Glaube geteilt und der eigene Glaube beschenkt und bestärkt durch die Erfahrung des jeweils anderen."
<Stichelmodus ein> Würde man sich nur auf "papsttreuen" Blogs über den Dialogprozess informieren, könnte man glatt zu einer den Bischöfen widersprechenden Einschätzung kommen...</Stichelmodus aus>

Kommentare:

  1. Wir haben hier alles genau verfolgt. Töchterchen arbeitet ja für die kath.Kirche neben dem Studium. Ich war jahrelang im Pfarrgemeinderat und all das interessiert mich sehr.
    Deine Zusammenfassung ist gut, hoffentlich lesen sie sehr viele.
    liebe Grüsse und einen schönen Sonntag wünscht Dir
    Elisabeth

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  2. Liebe Ameleo,

    traurig, aber wahr:
    Die katholische Kirche hat den Anschluss verpasst.

    Vielen Dank für deine übersichtliche Kurzfassung.

    In Liebe
    Elisabeth

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