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Samstag, 31. März 2012

Sturm

Laut Unwetterzentrale haben wir seit vorgestern Unwetterwarnung Stufe orange wegen Sturm bzw. Orkan. Es ist halt etwas windiger geworden aber Unwetter??? Es kommt eben darauf an, was als normales Level gilt, und etwas Wind gibts an der Küste eigentlich immer.

Das Wasser steht etwas höher, der Wind drückt es an Land. Die Strandarbeiter sind noch nicht fertig damit geworden, den Strand, der in jedem Winter weggespült wird, wieder aufzufahren. So ist jetzt dort, wo eigentlich Sandburgen gebaut werden, Wasser. Zumindest bei Flut.


Die See ist etwas kabbelig, einige Wellen tragen Schaumkronen.

Spannend fand ich schon in den letzten, weniger windigen Tagen, die Wuchsformen der Bäume: ihnen ist die Hauptwindrichtung immer an zu sehen, es sei denn,
sie stehen geschützt mitten in einem Wäldchen.




Sie passen ihren Wuchs flexibel dem ständigen Wind an. Sich ihm entgegen zu stemmen, wäre ihr Ende. Neben der Biegsamkeit brauchen sie feste Wurzeln. Die sind in der Tat beeindruckend:




Diese Inselbäume sind mir Symbole für den Umgang mit "Stürmen" im übertragenen Sinn im alltäglichen Leben: auch da braucht es Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in Verbindung mit einer festen Verwurzelung. Natürlich schließt das weder "Brüche" noch "Entwurzelungen" aus, macht sie aber unwahrscheinlicher.

Allerdings: wer nur schnurrgerade Einheitsbäume wie in einem königlichen Park will, hat bei ständig "wehenden Winden" wenig Aussicht auf Erfolg. Selbst ständiges Beschneiden nützt da wenig. Die Schnurrgeraden liegen über kurz oder lang gebrochen oder umgestürtzt am Boden. Zukunft haben nur die windschiefen, krummen aber standfesten Unikate!

Und noch etwas ist zu sehen bei Sturm am Strand: jedes noch so kleine Hindernis ist bedeutungsvoll: Muscheln, Steine, Grasbüschel. Selbst im Windschatten hinter dem, was als Müll gilt, sammeln sich unzählige Sandkörner und bilden eine winzige Primärdüne.


So sind die ostfriesischen Inseln ursprünglich mal entstanden.

Auch das ist für mich ein Bild meiner Erfahrung und zugleich ein Hoffnungszeichen: Dort, wo Menschen sich in Kirche und Gesellschaft den Stürmen in den Weg stellen, wo sie eintreten z.B. gegen ungerechte Strukturen, auch wenn ihnen heftiger Wind entgegenbläst, entsteht hinter ihnen ein kleiner Windschatten, in dem sich andere sammeln können, die sonst davongeweht werden würden. Sie schaffen ein kleines, neues Stückchen Land, das dann, wenn es bewachsen und von Wurzeln festgehalten wird, sich ausdehnen und weiterwachsen kann.

Aber ganz am Anfang braucht es diese kleinen Hindernisse, diese Widerständigen, die durch ihr Da- und Sosein dem durch den Wind getriebenen Sand im Weg sind und gerade dadurch eine "Sammlung" und "Landgewinnung" ermöglichen. Und es braucht den Wind, den Sturm, das Wehen. Aber den gibts ja ohnehin umsonst dazu.


1 Kommentar:

  1. Ich war mal im Oktober auf Norderney, was meinst Du, was da abends los war in der Mordsee?

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