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Mittwoch, 14. März 2012

Verantwortung 1

Angenommen, Sie fühlen sich zur Übernahme einer großen Aufgabe und Herausforderung gedrängt. Die ist aber nur möglich, wenn Sie eine bestimmte Qualifikation erlangen und in einem monopolartigen Unternehmen mitarbeiten, mit dessen Philosophie Sie zu 98% übereinstimmen, 2% entsprechen nicht Ihren Vorstellungen. Solch eine Mitarbeit sollte doch wohl machbar sein!

Da es in dieser Branche wenig Bewerber gibt, finden Sie problemlos eine Anstellung. Der Posten, den Sie leidenschaftlich begehren, ist nicht sonderlich beliebt. Sie machen Ihre Arbeit wirklich gut, haben einiges an Handlungsspielraum, einen hohen Vertrauensvorschuss und viel Verantwortung. Ihr Chef, die meisten Kunden und Kollegen sind mit Ihnen sehr zufrieden. Sie selbst fühlen sich erfüllt mit Ihrer Aufgabe.

Dann kommt es wegen der 2% zum Konflikt. Ihr Chef verlangt von Ihnen etwas zu tun,
was Ihren moralischen und menschlichen Vorstellungen absolut zuwider läuft. Mit einer Entsprechung seiner Forderung müssten Sie zugunsten von Loyalität der Firma gegenüber Ihren Moralvorstellungen und Ihrem Gewissen zuwider handeln und Kunden, die sich in der Vergangenheit auf Sie verlassen und Sie in Ihrer Arbeit unterstützt bzw. sie zu dem bisherigen Erfolg verholfen haben, fristlos kündigen.

Ihr Chef hält diese 2% für so zentral, dass ein Kompromiss und eine einvernehmliche Lösung unmöglich sind. Auch die Auswirkungen auf die Kunden sind ihm bewusst. Er nimmt ihren Verlust in Kauf. Auf Sie übt er massiven Druck aus und droht mit Konsequenzen, obwohl ihm klar ist, dass Ihre Stelle auf absehbare Zeit nicht neu zu besetzen sein wird.

Auch für Sie ist diese Angelegenheit von so immenser Bedeutung, dass Sie nicht einfach so darüber hinweg gehen können. Sie wissen sich verantwortlich für Ihre Kunden. In tiefster Überzeugung wissen Sie, dass diese Firma der einzig richtige Ort für Sie ist, eine Alternative gibt es wegen ihrer Monopolstellung nicht, sie käme für Sie auch überhaupt nicht in Frage.

Die Kunden sind gespalten. Viele unterstützen Sie in Ihrer Position. Sie stärken Ihnen den Rücken und äußern die Bereitschaft, mögliche Konsequenzen gemeinsam mit Ihnen durchzustehen. Einige stehen auf der Seite Ihres Chefs, ein dritter Teil kündigt bereits von sich aus, wieder anderen ist die Angelegenheit egal.

Was also tun Sie:

a) Sie halten den Konflikt aus. In Verantwortung für Ihre Kunden und in Übereinstimmung mit Ihrem Gewissen handeln Sie auch auf die Gefahr hin, dass Sie mit einschneidenden Konsequenzen zu rechnen haben.

b) Sie geben unter lautem Protest, sowohl Ihrem Chef als auch Ihren Kunden gegenüber, nach und setzen das Geforderte, entgegen allem Gewissen und wider alle Vernunft, widerwillig um.

c) Sie geben dem Druck Ihres Chefs äußerlich nach und führen das Geforderte durch. Innerlich verweigern Sie zukünftig eine echte Zusammenarbeit und machen unbeobachtet, was Sie wollen.

d) Sie suchen sich Mitstreiter, wenden sich an den Betriebsrat oder... und …

e) Sie ...

Als Mitarbeiter_in:
Wem gegenüber würden Sie sich verantwortlich fühlen und entsprechend handeln?

Als Kunde oder Kundin:
Mit wem würden Sie am liebsten zusammenarbeiten?

Und welche Firma, welcher Chef würde so mit den besten Mitarbeitern und Kunden umgehen?



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Kommentare:

  1. kann man doch alles mit ehrenamtlichen besetzen. ameleo, denkst und das, an was ich denke? es gibt ausnahmen unter den chefs..an die halte ich mich, sonst müßte ich aus dem kirchenfenster springen.

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    1. Den Ausnahmen kann man auch nicht immer trauen, die können sich auch wie die Fähnchen im Wind drehen.

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    2. man kann niemandem so trauen, dass man die sicherheit hätte, die man glaubt haben zu müssen. trauen, vertrauen..oder selber machen und andere müssen einem trauen. geht es hier um nachfolge? es geht um das eigene gewissen.da muss man sich trauen.

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    3. ich trau nur noch meinem Gewissen und keinem andern mehr und meinem Gewissen trau ich am Besten

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    4. womit wir beim thema wären, anonym. sie müssen , wenn es gegen ihr gewissen ist, niemandem trauen..jemandem vertrauen heißt nicht, ihm oder ihr die verantwortung zu überlassen. die behält man.

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    5. Ich traue meinem Gewissen und behalte meine Verantwortung denn sich auf andere verlassen da biste eh verlassen.

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  2. Entweder ich fang wegen der 2% dort gar nicht erst an, oder ich lenke den Chef ab und tu, was ich verantworten kann, oder ich handle offen gegen den Chef, bis der mich feuert und gründe dann ein Unternehmen, das die Monopolstellung meines alten Arbeitgebers in Frage stellt. Eins ist aber würde ich unter allen Umständen zu vermeiden suchen: Gegen das eigene Gewissen zu handeln:
    "Denn gegen das Gewissen zu handeln ist beschwerlich, unheilsam und gefährlich. Gott helfe mir, Amen!"
    Als Kunde würde ich mir überlegen, ob mich der Schaden durch die 2% stärker trifft als die Leistung des Unternehmens durch die 98%. Im Zweifel würde ich wechseln, wenn ein neuer Anbieter kommt.
    Als Chef? Nun, ich denke ein Chef sollte sich zuerst gewahr sein, daß er nicht Chef ist, weil ihm das qua Person zusteht, sondern daß er es ist, um einer Verantwortung gerecht zu werden. Welcher, das hängt von der zu Grunde liegenden Ideologie ab.
    Er kann im Shareholder seine erste Verantwortungspflicht gegenüber fühlen, den Mitarbeitern gegenüber oder den Kunden. Wahrscheinlich muß er zusehen, daß er alle ausbalanciert. Wenn der Kunde merkt, daß er nur ausgenommen wird, wird er sich nach Alternativen umsehen (irgendwann ist der Druck so groß, daß Alternativen entstehen werden). Wenn der Shareholder merkt, daß er keine Rendite kriegt, ird er anderswo investieren. Auch dann entstehen dem Monopolisten Konkurrenten. Auch die Mitarbeiter können irgendwann ziemlich angepißt sein und nen eigenen Laden aufmachen.
    Daß es ein Monopol gibt heißt ja nicht, daß dies die einzige Möglichkeit ist. Es stellt lediglich den aktuellen Tatsachenbestand dar. Monopolisten können auch wieder vom Markt verschwinden.

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    1. ja, aber, mein lieber..es geht hier ums ewige seelenheil.

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    2. Ja eben. Und das hätt ich gerne zu 100% und nicht zu 98%.

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    3. Hier auf dieser Welt gibts nichts 100%iges.

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    4. Das bedeutet aber nicht, daß man sich mit 98% zufrieden geben muß, wenn man irgendwo 98,1% kriegt.

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    5. Nachtrag: Wie soll ich mir überhaupt 98% ewiges Seelenheil vorstellen?

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    6. Zu 100% verlass ich mich nur noch auf mich und mein Gewissen alles andere abhacken

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    7. abhacken besser nicht. 98 prozent ewiges seelenheil wäre durch fegfeuer in 100 prozent zu verwandeln. ganz einfach. nach, oder vor dem tode zu erledigen.vor dem tod gibt es eine ganze palette von möglichkeiten.

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    8. Also loyal zum Chef sein, die Kunden prellen, das Gewissen unterdrücken und sich dann ne Weile ins Fegefeuer setzen? Wieso eigentlich?
      Weil man für Illoyalität gegen den Chef noch mehr Fegefeuer kriegt? Wozu hat man dann ein Gewissen? Oder anders gefragt: Ist das Gewissen dann nicht nur noch ein störendes Element wie alle anderen Anfechtungen und Verführungen?

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    9. wenn dir die hölle lieber ist..fegfeuer ist kein ort, sondern ein zustand. hast du dich nicht schon mal gefragt, ob es ein leben vor dem tod gibt? auf sein gewissen achten ist fegfeuer schon mal. der chef schon mal hölle..man muss sich nicht eigens in irgendwas setzen, da man meist bereits drin ist..man braucht dann nur noch zu definieren, wo man gerade drin ist. die 2 prozent dürften hölle sein.sich nicht mit 98 pro zufriedengeben, auch..du bist lang drin..hölle, fegefeuer..alles ne sache von durchstehen.

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    10. Die Frage war, was ich tn würde, nd ich sagte, ich geh nicht gegen mein Gewissen.
      Das ist meines Erachtens weder Hölle noch Fegefeuer. Hölle oder Fegefeuer wäre es vielmehr, wenn ich mich vom Chef abhängig machen würde, denn ich soll an niemandem hängen als an Gott, der mir ins Gewissen spricht und seine Gebote mir ins Gewissen geschrieben hat.
      Und das sind dann satte 100%, abzüglich der Fehler, die mir unterlaufen. Für die ging Christus ans Kreuz.
      Noch ne frohe Passionszeit.

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    11. das ist unser goldenes zeitalter.da geht niemand so schnell ans kreuz, wenn er auf die straße geht mit seinem gewissen. es passiert einem im grunde nicht so viel. ich weiß noch von einer frau, die arge gewissensqualen im krieg hatte bei der frage, hat der feind ein recht auf wahrheit. sie hatte einen von der gestapo gesuchten bei sich versteckt.dann kenne ich einen priester im ruhestand, der hatte gewissensbisse weil eine frau ihm gebeichtet hatte, dass sie seit dem 5. kind die pille nimmt. die zeiten haben sich geändert.dass pfarrer heute so einfach auf die straße gehen, das schafft auch nicht jeder. dass gewissensentscheidungen unbedingt einfacher sind als beim üblen chef schönwetter zu machen, kommt auf den ort des geschehens an.ein beispiel ist die mißbrauchsdebatte..mach ich meinem orden probleme, oder guck ich weg.die folgen waren entsprechend.sind es bis heute.man lebt als entscheidender nicht auf einer einsamen insel.nicht zu vergessen die ostvergangenheit.ohne frohe passionszeit. so lange ist das alles noch nicht her.

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    12. mit abhaken mein ich das ich niemanden mehr traue ausser meinem Gewissen und durch die Hölle und durchs Fegefeuer geht es eh schon hier auf Erden da braucht es nach dem Tode keines mehr.

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    13. anonym, das finde ich klasse. :-). wenn man will, hat man hier hölle und fegfeuer, deswegen gab es ja mal den englischen spruch : is there a life before death. aber so ganz ohne vertrauen zu anderen ist das leben nicht machbar..überlegen sie, was sie den lieben langen tag alles essen und wenn sie mit den öffentlichen verkehrsmitteln fahren..oder selber auto und sich drauf verlasen, dass nicht jemand grad über die straße rennt..eigenes gewissen ist gut, können wir uns in den demokratien leisten. was woanders los ist. lesen wir in den zeitungen.

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    14. nicht nur in den Demokratien auch in den anderen Ländern grade da wo jetzt so viel los ist wird sehr viel nach dem Gewissen gehandelt sonst gäb es nicht soviele Aufstände und es würde keine auf die Straße gehen.

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    15. wer wird als journalist erschossen, oder anderweitig um die ecke gebracht?sie wollen doch nicht den unterschied zwischen demokratie und sonstwas leugnen?und auch die ostzeiten sind so lang noch nicht vorbei.

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    16. ich will gar nichts leugnen aber durch was kam es denn zum Umbruch im Osten durch das Gewissen und die eigene Verantwortung der Leute die sich gewehrt haben und ausgebrochen sind aus dem System, dadurch können die Veränderungen erst geschehen.

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    17. aha.vielleicht hat man auch nur zuviel west tv gesehen. die gründe sind vielfältig.so wie osten nicht gleich osten war.und der kapitalismus nicht das gelbe vom ei ist. ich denke, der zeitgeist in form von gorbi hat da mitgeholfen.und..ich wohne in berlin und habe die leut erlebt und ihre gründe. was ist mit denen, die drüben geblieben sind? hatten die kein gewissen? die dinge sind nicht immer das, was sie scheinen.der papst hat die eichsfelder gelobt wegen ihres ausharrens. hatten die kein gewissen?andere sind geflüchtet. es waren auch unterdrückungen diverser art die gründe.was da im hintergrund von allen seiten geschaffen wurde, wer weiß es? es gibt andere gründe als das gewissen. selber denken, die nase voll..sowas auch. kirche ist ja nun kein krimineller verein ,sondern halt in den augen der reformer hinterm mond.ich benutze dort das wort gewissen nicht, bin nicht priesterzentriert. also kann ich den priestermangel nicht als drama sehen sondern als einstieg in das allgemeine noch mehr priestertum. wo 2 oder 3..das priesteramt für mich als frau nicht attraktiv.

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  3. Sie... nehmen sich selbst nicht so wichtig.

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  4. anonym: wer nimmt sich selbst nicht so wichtig? bitte höflichst um genauere ausführungen.

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  5. Mensch, Ameleo, ich muss die ganze Zeit an meine Ausbildung als Pasti denken. War 1978, ist lange her,aber egal. "Ne Gewerkschaft nützt Ihnen nix, ha-ha." sagte der Ausbilder im Bistum Aachen. Zu der Zeit war noch klar, dass man Laientheologen nicht braucht, weil man genug Priester hatte und haben würde. "Kirche ist ein Tendenzbetrieb, die können Sie rauswerfen, wie sie wollen. Ohne Begründung. Ha-ha."Ameleo, wenn nun das Thema Gewissen eins wäre..so ein richtiges Thema, über das sich lohnt nachzudenken..wäre das d e r Beweis schlechthin, dass bestimmte Betriebe sich gewaltig verbessert hätten.In Richtung menschengemäß und denkfreudig und...

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  6. Wow, hier tanzt ja der Bär, und ich war nicht dabei! Interessant finde ich, welche Assoziationen mein Bild des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin eines nicht näher benannten "Unternehmens" ausgelöst hat. Dass es dabei bis um die Frage nach den letzten Dingen gehen könnte, hatte ich gar nicht im Blick. Aber kann und darf man (katholische) Kirche überhaupt mit einem Unternehmen vergleichen? Mit der Frage werde ich mich später befassen und aus aktuellem Anlass erstmal etwas anderes posten, in der sich eine Gemeinde für die von mir vorgeschlagene Lösung zwei (Anordnung unter Protest durchsetzen) entschieden hat/entscheiden musste. Allerdings lagen mir die Informationen zu dem Fall beim Schreiben des Postes hier noch nicht vor! So überholt einen die Wirklichkeit...

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  7. ist kein unternehmen, da hast du recht, ameleo.ist eher das letzte europäische kaiserreich.

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