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Sonntag, 29. April 2012

Tag der Diakonin

Quelle: kfd
Heute ist der "Tag der Diakonin". Seit 15 Jahren wird dieser Tag am Gedenktag der Heiligen und Kirchenlehrerin Katharina von Siena, am 29. April, begangen. Schön wäre es, könnten wir diesen Tag auch feiern, weil die zum Diakonat berufenen Frauen endlich auch die offizielle kirchliche Anerkennung erführen.

Nachdem der biblische Befund nur schwer als Argument gegen die Diakoninnenweihe von Frauen heran gezogen werden kann (siehe z.B. hier) werden zur Zeit zwei Hauptargumente gegen eine solche Weihe vorgebracht:

  1. Papst Johannes-Paul II hat da mal ein Machtwort gegen die Weihe von Frauen gesprochen, welches als bindend angesehen werden muss,
  2. die römisch-katholische Kirche kann gar keine Frauen weihen (selbst wenn sie es wollte).
Nun lernt jeder heranwachsende Mensch, dass Papas (und Mamas) nicht nur manchmal andere Meinungen vertreten, sondern auch mal schlicht daneben liegen können. Ein Blick in Bibel und Kirchengeschichte (die hochgeschätzte Tradition!) könnte in Bezug auf die Existenz von Diakoninnen Anlass zu einer solchen Vermutung geben.

Auch wissen kluge Papas, dass sie ihre Autorität gegenüber ihren zunächst heranwachsenden und später erwachsenen Töchtern und Söhnen nicht mehr in allen Dingen automatisch qua Rolle haben, sondern gut argumentieren und sich mit dem Gegenüber respektvoll auseinandersetzen müssen. Dann wird man ihnen zwar nicht auf jeden Fall zustimmen, sie aber ebenfalls wertschätzen und respektieren und möglicherweise sogar hin und wieder um Rat fragen.

Kluge Papas wissen auch, dass sie die Verantwortung ihrer Söhne und Töchter für sich selbst und die Gesellschaft, in der sie eingebunden sind, immer mehr abgeben und in deren eigene Hände legen müssen. Familienväter mit ein wenig Weisheit vertrauen dabei darauf, dass die Töchter und Söhne schon ihren Weg machen werden, auch wenn er nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, weil diese weisen Papas eben wissen, dass sie rechtzeitig alles dafür getan haben, dass verantwortungsbewusste junge Menschen ihr Leben so gut werden meistern können, dass sie nicht nur für sich selbst sondern auch für andere Verantwortung übernehmen werden können.

Ein ängstlicher Papa dagegen versucht mit allerhand Regeln und Sanktionen seine Töchter und Söhne zu beeinflussen und in der Abhängigkeit zu halten ohne wahrzunehmen, dass dies auch schon bei den Allerkleinsten kontraproduktiv und wenig erfolgversprechend ist. Zu häufig muss er leider dann erleben, wie sie ihn als Erwachsene nicht mehr ernst nehmen und in Abgrenzung ihr Ding machen (müssen!).

Von einem Papst wünschte ich mir mehr von einem mutigen, vertrauenden, klugen und ein wenig weisen Papa!

Das entkräftet nun nicht das zweite Argument des "Nicht-Könnens". Dies allerdings kommt mir stark heuchlerisch vor: Man kann nicht, selbst wenn man wollte. Aber: Sind Diakoninnen denn gewollt???

Wenn ja, warum lese ich dann im Zusammenhang mit dem Argument des nicht-weihen-Könnens so wenig Bedauern um diese Tatsache? Warum erfahren Frauen, deren Berufung nicht leben darf, dann immer wieder Ablehnung und Widerstand anstelle von Trost und Zuspruch? Und warum gibt es dann so wenig Auseinandersetzung mit der Frage, wie denn auf andere Weise mit dem Charisma der zu Diakoninnen berufenen Frauen umgegangen werden kann? (vermutlich weil Ehrenamt schlicht billiger kommt...) Es gab Zeiten, rund um die Würzburger Synode Anfang der 1970er Jahre, da war selbst für die deutschen Bischöfe die Weihe von Frauen zu Diakoninnen im Rahmen des Vorstellbaren, vielleicht sogar Erhofften! Wo ist das geblieben?

Wenn aber Diakoninnen gar nicht gewollt sind, warum wird dies nicht ganz klar geäußert, anstatt sich hinter dem Scheinargument des Nicht-Könnens zu verstecken? Ich halte das für Heuchelei!

Es gibt aber auch solche, die ganz klar sagen, dass sie auf keinen Fall Diakoninnen (Priesterinnen schon gar nicht!) wollen. Dann wird häufig damit argumentiert, dass diese sich dann "immer so in den Vordergrund spielen", "im Mittelpunkt stehen", "alles selbst gestalten" und "sich bloß profilieren" wollen, weil solch ein Verhalten bereits bei Kommunionhelferinnen und Lektorinnen beobachtet wurde. Aber ist das frauenspezifisch??? Wieviele männliche Lektoren und Kommunionhelfer verhalten sich ganz genauso! Wie viele Geweihte machen auch heute noch auf "Pfarrherr"! Wieviele Entscheidungen werden von ihnen über die Köpfe von Betroffenen hinweg getroffen? Wie gern sonnt sich manch gesalbtes Haupt in der Aufmerksamkeit, die ihm Zuteil wird! Überheblichkeit, Arroganz, überzogene Selbstdarstellung/Selbstverliebtheit und Machtgebahren sind nicht an ein Geschlecht gebunden!

Allerdings scheinen auch besonders die ständigen Diakone in Deutschland keine besonders geschätzte Rolle zu haben. Mir scheint, auch sie sind leider nicht aus ganzem Herzen gewollt! Ihre Dienste - wenn es um Taufen, Trauungen und Beerdigungen geht, die den Priester(!) entlasten - werden gerne in Anspruch genommen, dennoch sollen sie ansonsten in der Kirche möglichst wenig Einfluss haben und hübsch brav im Hintergrund bleiben. Diakoninnen würde es vermutlich ähnlich gehen, wobei bei einer Berufung zum Dienen dies möglicherweise eine nachgeordnete Rolle spielt.

Trotz Papas Machtwort, trotz vorgeschobenem Nicht-Können und trotzigem Nicht-Wollen, trotz aller möglicherweise noch fehlenden Akzeptanz haben sich bereits einige Frauen soweit auf ein Amt als Diakonin vorbereitet, dass ihnen nur noch die offizielle, kirchliche Bestätigung ihrer Berufung durch die Handauflegung fehlt. Die eine oder andere arbeitet bereits - natürlich ehrenamtlich und nicht unter dem Titel Diakonin - ihrer Berufung gemäß mit entsprechender theologischer Qualifikation in verschiedenen Bereichen von Diakonie und Caritas. In der Sendung "Diesseits von Eden" auf WDR 5 wurde am vergangenen Sonntag (Sendung vom 22.04.2012, ab 10:55) eine solche Frau begleitet.

Über ihre Anliegen informieren diese (noch) nicht geweihten Diakoninnen auf ihrer Homepage www.diakonat.de. Ihnen danke ich an diesem "Tag der Diakonin" für ihr Engagement, ihren Mut und ihren Durchhaltewillen. Ich wünsche euch und unserer ganzen Kirche, dass ihr möglichst bald eurer Berufung entsprechend leben und arbeiten und die katholische Kirche mit eurer Person und eurem Amt offiziell bereichern dürft!

Ach ja, um es nicht vorzuenthalten: Heute ist auch der 49. Weltgebetstag um geistliche Berufungen und der Tag für die KirchenVolksPredigt. Als Evangelium steht der gute Hirte im Zentrum der Verkündigung. Und weil's so schön ist, hier ein Beispiel, wie eine Frau eine solche Rolle übernimmt. (Ähnlichkeiten mit pastoralen Berufen sind rein zufällig...)


(Von Kommentaren der Art: "Werd' doch evangelisch!" o.ä. bitte ich abzusehen. Die kenne ich schon.)

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Kommentare:

  1. Werd doch altkatholisch ;)
    Naja, aus meiner evangelischen Perspektive ist es schwer verständlich, wieso man bei einem Verein bleibt, der so mit einem umgeht, aber andererseits haben wir ja auch verschiedene Kirchenverständnisse, also ignorier das einfach mal.

    Was ich dagegen ganz gut verstehen kann ist, wenn mand en eigenen Verein zum Aufwachen bringen will, damit sich für alle was bessert. Ich befürchte nur, das wird in der Kirche von Rom in absehbarer Zeit nicht passieren. Die Machtstrukturen sind nicht so angelegt, daß sich etwas tun könnte, oder daß entsprechender Einflß geübt werden könnte. Die Entbehrungen des Zölibats nimmt nur auf sich, wer positiv zur Entwicklung steht, oder sich zumindest irgendwie darin wiederfinden kann. Mehrheitlich zumindest. Und aus diesem Kreis rekrutieren sich dann die, die später wirklich das Sagen haben werden. Mittelfristig gesehen ist eher damit zu rechnen, daß die römische Kirche hierzulande schrumpft, weil sich immer weniger Menschen darin wiederfinden, immer mehr einen Widerspruch zwischen verkündigtem Evangelium und gelebter Praxis erkennen, als daß sich etwas ändern würde. Wir haben das Problem auf evangelischer Seite ja auch ein Stück weit, nur hängt es sich eben nicht an der Frauenweihe auf, sondern an anderen Punkten.

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    1. Die katholische Kirche besteht nicht nur aus Ämtern. Was mich hält, sind die Sakramente. Zum Thema Papa: der kommt nie ante portas, liebe Ameleo, der ist seliggesprochen worden.Und schon wieder rutscht die Bibel weit weg und andere Aussagen sind wichtiger.Katharina von Siena hat die Päpste aufgemischt und sich sicher ins Fäustchen gelacht.Ihr glaubt, Bescheid zu wissen? (Hat sie sich gedacht).- Und dann wollte ich Dir noch einen Witz erzählen: was brauchen wir die Frauenordination? Wir haben doch die Bischöfe(mit ihren bunten Kleidern).

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  2. Liebe Ameleo,

    manchmal ist das Warten auf den Heiligen Geist vergebens.

    Sonnige Grüße

    Elisabeth

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  3. Ich lese ja sonst eher konservativ-katholische Blogs (die lehren einen mitunter das kalte Grausen), insofern frage ich mich, ob all die Frauen, die sich vorbereitet haben, nicht auf völlig verlorenem Posten stehen. Eine gewisse konservative Wende scheint ja auch vom Vatikan durchaus gewünscht zu sein ("Lasst uns all die Lauen und Halbherzigen und mit dem Lehramt nicht so ganz d'accord-Gehenden ausspeien und uns mit den Schäfchen umgeben, die brav auf Linie sind.") und von manchen Kreisen auch sehr erwünscht zu sein.

    Letztlich ist die Frage, ob Frauen zu irgendwas geweiht werden können oder nicht, auch nicht wirklich in irgendeiner Richtung zweifelsfrei klärbar.
    Auch wenn die Überlegung, dass Frauen keine Priester waren, weil Jesus und die Apostel Männer waren, einer gewissen Putzigkeit nicht entbehrt. Unter DEM Gesichtspunkt müssten alle Priester Singles oder getrennt lebende Israelis sein, höchstwahrscheinlich mit einer Körpergröße zwischen 160 und 170.

    Aber bitte, sei's drum, wie gesagt, alles Glaubenssache.

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    1. irgendwie geweiht ist man als ordensfrau..jesus war ein mann und die apostel auch und die frauen haben eine andere aufgabe. anonym, man muss es nur begreifen wollen ;-)die bibel ist für alle eine goldgrube. von rechts aussen bis links aussen. das ist das problem. und so warten sie noch heute und suchen..und..der heilge geist weht auch leider immer nur, wo e r will.irgendwie konsequenter als alle sind die amish people.

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    2. Teresa_v_A.:
      Dass die Bibel etwas für jede_n enthält, zeigt eher etwas von ihrer Größe und der Lebensweisheit derer, die sie geschrieben und derer, die die Texte ausgewählt haben. Es wäre viel gewonnen, würden die, die Unterschiedliches darin entdecken, einander respektvoll und wohlwollend begegnen und der anderen Position nicht gleich Übles unterstellen!
      Willst du leben wie die Amishen???

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    3. ein pfarrer hat mal gepredigt,priester und computer passen nicht zusammen. jesus hat das evangelium verkündet.nicht vor dem computer gesessen. mh, der mann hatte noch nicht auswendig gelernt, dass der heilige vater so viel vom internet hält. dabei hatte jesus, der mann, in der tat weder computer noch auto. auch kein papamobil.könnte man nichtmal einige sitzungen unter dem üblichen ausschluss der öffentlichkeit machen und darüber nachdenken?aus diesem kühlen grunde bin ich für bibel teilen. heute hat sich schon ein braver pfarrer am altar bei der wandlung die zunge abgebrochen..mein blut, das für euch und für v.v..v..alle vergossen wird.er wußte auf einmal nicht mehr, wo vorne und wo hinten....ich sage später..für viele heißt das. ja, meinte er, hoffenlich übersetzen die dann auch becher und nicht kelch.und gestern war ne coole predigt, wo es hieß:es gibt ja menschen, für die ist die liturgie wie voodoo, man darf nichts verändern.was die amish people angeht, ameleo: wäre ich ein mann und dächte ich wie ein mann..wäre ich amish. aber so..dies sind die heiligen worte.

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    4. Noch ist nix mit "für die vielen". Noch sind alle gemeint - äh gemeint sind sie später auch noch, nur muss man das dann denken statt sagen...

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    5. es gibt einige, die sind seit jahren mit die vielen dran.und unserer hat radio vatikan im internet gelesen..in weiser voraussicht. man darf jetzt schon mal. der kardinl hat sicher den schrieb gleich weitergereicht an alle priester..zwecks arbeitsersparnis.man streicht einfach für alle mit kugelschreiber durch..au weia..das gibt schwarze magie. nein, es werden alle alten messbücher im heiligen feuer verbrannt und teuer neue angeschafft. richtige.

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    6. was macht man bis zum jahr 2014? heimlich zu hause üben? für alle sagen und viele denken und danach umgekehrt? was ist, wenn sich jemand am altar vertut?bis 2014 oder danach..lässliche oder todsünde?gibt es da schon eine denkvorgabe zu?in jedem fall werden die wortgetreuen probleme haben. müßten sie. ab 2014 ist das erst falsch und jetzt richtig? zukunftsweisende kirche?hoffnungsvolle kirche ,die glaubt, dass sie 2014 noch besteht.

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  4. @Tereas.v.A.
    Das "Die Frauen haben eine andere Aufgabe" macht mich etwas misstraurisch. Wer legt denn sowas fest? Macht der Besitz von Eierstöcken einen zur begnadeten Erzieherin? Offenbar nicht, denn es gibt ziemlich miserable Mütter. Macht der Besitz von Hoden einen zur besonders dollen Führungspersönlichkeit? Offensichtlich nicht, denn es gibt unter Männern ziemliche Nicht-Führungs-Persönlichkeiten. Usw. Man soll doch bitte mal davon wegkommen, die Geschlechter nur in Kategorien von Kann nicht...weil Eierstock/Kann nicht...weil Hoden" zu denken, sondern einfach in: "Kann (nicht)...weil Individuum mit diesen und jenen Fähigkeiten".

    Die Amish sind sehr konsequent, da stimme ich zu. Das ist einfach Fundamentalismus in Reinkultur, äußerlich scheint das alles stimmig. Aber auch dort gibt's Intrigen und gegenseitige Vorwürfe und SChikanen, weil die reine Lehre des einen nicht die des anderen ist.

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  5. Unser Kaplan aus dem Neokatechumenat hat das gesagt und das genügt.Er hat sich dann noch auf den seligen Papst berufen. Da konnte ich dan nichts mehr gegen sagen.Mh, Ameleo, das klingt doch alles sehr feministisch, was Du da erzählst und macht mir Angst.Tradis würden sagen: Werteverfall.Da ist Neuevangelisierung angesagt.Nach welchem Testament leben die Amish, nach dem Alten, wo man noch 4 Frauen haben darf?Nach dem NT wäre mir das allerdings als Mann auch zu anstrengend.Ich such mal grad ein paar Bibelverse raus, die passen.Kirche teilen ist auch gut. In Gut und Böse.

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