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Freitag, 11. Mai 2012

Katholikentag

Am kommenden Mittwoch geht es in Mannheim los: Der 98. deutsche Katholikentag öffnet seine Pforten für mehr als 25.000 Dauerteilnehmende und dazu unzählige Tagesgäste. Mehr als 1.200 Veranstaltungen sind vorbereitet, unzählige Gastgeber-innen freuen sich auf ihre Gäste. Etliche Gemeinden, Gruppen, Familien und Einzelpersonen werden sich mit großen Erwartungen und voll Vorfreude auf den Weg nach Mannheim machen.

Schon lange im Vorfeld wurde aus der traditionalistischen Ecke gegen den Katholikentag gehetzt und gestänkert.
Da juckt es mich, mal lustvoll ein wenig dagegen zu stänkern.

Zu progressiv sei dieses Treffen der katholischen Laien und zu wenig katholisch (wenn überhaupt!) finden die "richtig" römisch(!) - katholischen Fundis. Das Motto, der symbolische Rucksack: alles einfach lächerlich. Da sei nichts von Gott zu lesen oder von Kirche und um Aufbruch ginge es ja in der Bibel und bei Christus überhaupt nicht. (Hmm: Wie hat der Mose das eigentlich damals gemacht: aus Ägypten raus, ohne aufzubrechen? Und Jesus: wie ist der ohne immer neue Aufbrüche durch die Lande gezogen? Oder die Emmausjünger, die Jünger nach Pfingsten oder Paulus, die unzähligen Pilgernden und Wallfahrenden ...???) Und überhaupt: dieses ZdK (Zentralkomitee der deutschen Katholiken) würde sie ja gar nicht vertreten. (Leute: dann geht doch einfach zu den Pfarrgemeinderats-Wahlen oder in einen Verband und wählt die Vertreter_innen, die euch dann über die Dekanats- und Diözesanräte oder andere Gremien im ZdK vertreten. Oder engagiert euch selber und versucht gewählt zu werden, wenn ihr mitreden wollt! Wenn ihr nicht mitreden wollt, wo ist dann das Problem??)

Die (zu) wenigen lateinischen Messen im alten Ritus (wie wäre es bei fehlenden entsprechenden Priestern mal mit Wortgottesdiensten auf Latein?) wären beim Katholikentag so an den Rand gedrängt, dass sie schwer zu entdecken seien, und überhaupt würden solche sinnvollen Veranstaltungen wie z.B. eine Katechese zur Rückkehr zum "pro multis" fehlen. Dabei gibt es das Stichwort "Katechese" durchaus im Programm. Die meisten Veranstaltungen mit diesem Begriff im Titel finden im Zentrum "Integration und Begegnung der Kulturen" statt (was ich gerade aus innerkirchlicher Perspektive sehr passend finde! Allerdings wird dort der Begriff der "Katechese" anders gefüllt, als es in den Kreisen, die danach verlangen, gemeint ist.). Sogar eine Veranstaltung zum Thema "Youcat - der Jugendkatechismus. Ein zeitgemäßes Nachschlagewerk für Jugendliche?" wird (aber an anderer Stelle) angeboten. Das ist doch schon mal was! (wird mit diesem "Nachschlagewerk" eigentlich nach den Jugendlichen geschlagen oder sollen die lernen, das selber zu tun? Oder beides???)

Die engagiertesten unter den "Reformorientierten" dagegen finden den Katholikentag viel zu zahm. Die eigentlichen Konflikte und Themen, die die römisch-katholische Kirche belasten, würden dort nicht angesprochen werden. Doch statt nur zu klagen, bereichern Gruppen wie die "Initiative Kirche von unten", "Leserinitiative Publik e.V" und "Wir sind Kirche" bereits seit Jahrzehnten den Katholikentag mit einem eigenen bunten und kritischen Alternativ-Programm. Das finde ich gut.

Vom eigenen Selbstverständnis her sind Katholikentage
"seit über 160 Jahren ein Spiegelbild des Lebens in unserer Kirche, bunt und vielfältig, ernst und fröhlich, geistlich und politisch zugleich. Hier versammeln sich Menschen, die das Evangelium leben, die miteinander beten, feiern und diskutieren wollen. Ob jung oder alt, sie wollen ihren Glauben in der Gemeinschaft als etwas Lebendiges erleben, neue Kraft schöpfen für den Alltag in Gemeinden, Verbänden und Initiativen. Gleichzeitig sind Katholikentage ein Ort, an dem sich Katholiken den politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen ihrer Zeit stellen und nach Wegen suchen, die Welt aus ihrem Glauben heraus zu gestalten. Viele Impulse für Kirche und Gesellschaft gehen von ihnen aus."
Wenn ich mir das Programm und die Kritik von rechts außen und links so betrachte, scheinen mir die Veranstalter_innen des Katholikentags sehr vieles richtig gut zu machen!

Gerne wäre ich mal wieder dabei. Für mich ist Mannheim aber leider zu weit weg, als dass ich nach durcharbeitetem Himmelfahrtstag "noch mal eben" für zwei Tage rüberfahren könnte. 2014 ist er leider auch wieder mit Regensburg (einem Bistum, das gerade mit Blick auf die beschnittene Position der gewählten Gremien nicht ohne Brisanz ist!) so weit im Süden.

Aber im nächsten Jahr ist Kirchentag in Hamburg und mit dem Termin vom 01.-05. Mai endlich mal nicht über Himmelfahrt!!! Da fahren wir ganz bestimmt hin!

Creative Commons LizenzvertragFrech.Fromm.Frau. von Ameleo steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Kommentare:

  1. Liebe Ameleo,

    ich bin mit dir auf das Ergebnis gespannt.

    Herzliche Grüße

    Elisabeth

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  2. Geht doch wählen? Vielen Dank für den Nachhilfeunterricht in Sachen gelebter Demokratie, nur ein Blick in die Zusammensetzung des ZdKs hätte auch Dir verraten, dass es eben kein reines Wahlgremium ist und es auch nie als Vertretung aller Laien gedacht war. Von den 230 Mitgliedern des ZdKs werden 142 Mitglieder durch katholische Organisationen bestimmt oder sind aufgrund ihres politischen Amtes in das ZdK berufen worden. Das heißt, selbst wenn von den 84 Mitgliedern aus den Diözesanrat alle ohne Ausnahme "Tradis" wären, so würden sie nie alleine eine Richtungsänderung im ZdK erreichen, da es noch nicht mal für eine einfache Mehrheit reichen würde. Wieso sollte also jemand, der einfache Prozentrechnung beherrscht, Zeit und Nerven in eine "Zweit-Hierarchie" investieren, die nie die Möglichkeit von demokratischem Mitspracherecht gewähren wird und auch nie mit der Absicht konstruiert wurde alle Laien zu vertreten? Warum ich sowas mitfinanzieren muss und ausgedienter Polit-Prominenz oder Funktionären der Caritas noch ein Zusatzeinkommen und eine weitere Plattform für ihre Meinungskundgabe verschaffen soll, bleibt mir schleierhaft. Mir persönlich würde es reichen eine Hierarchie zu füttern. Erschwerend kommt hinzu, dass der Katholikentag seit Jahrzehnten mit einem eher politischen Programm glänzt. Ich denke, mein Beitrag zur Finanzierung der politischen Organe und dem politischen Leben in Deutschland ist schon reichlich mit meinen anderen Steuern abgedeckt, dafür muss nicht auch noch meine Kirchensteuer ausgegeben werden. Was die Themen und deren Bearbeitung der Katholikentage betrifft, waren sie - soweit ich sie miterlebt habe - dann doch eher ... wie sagt man's ... eher mäßig interessant und Alois Glücks Aussagen zu den programatischen Leitlinien des Katholikentags in Mannheim lassen mich befürchten, dass dort auch wieder nur in gut deutscher Manier über die Kirche geklagt werden soll und ein weiteres Mal die deutsche Problemfixierung einbetoniert wird. Das brauch ich nicht und ich sehe auch keine Verpflichtung das zu unterstützen. Ich statt darüber zu jammern, dass es nicht genug Priester gibt, dem Zölibat die Schuld zu geben und unerfüllbare Forderungen zu formulieren, geb ich mein Geld und meine Nerven lieber Vereinigungen, in denen Priester- und Ordensberufungen aufblühen. Auch wenn Leute aus progressiven Kreisen es nicht gerne hören, die Tradis haben mehr als ausreichend Nachwuchs. Der pastorale Raum interessiert mich auch recht wenig, ich bin es gewohnt zu Messe, zur Beichte, zur Anbetung und zu Veranstaltungen zu fahren. Und so wie es sich im Moment entwickelt rechne ich eher damit, dass die Wege für mich kürzer werden, weil... naja, der Nachwuchs...

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    1. Sicher sind verschiedene katholische Organisationen mit im Zdk. Schrieb ich ja oben. Da kann man eben auch mit mischen.

      Dass du dir den Luxus leistest, zu den dich interessierenden Messen & Co zu fahren, ist schön für dich, geht aber nur in Regionen, in denen ein Mensch wählen kann. Wer dann fahren will, obwohl er oder sie eine "normale" Gemeinde vor Ort bzw. direkt vor der Nase hat, soll das gerne tun. Die Wahl zu haben ist aber bei uns im Norden nicht die Normalität.

      Dass es mehr Tradipriester gibt (was sich hoffentlich auch bald wieder ändert, vielleicht einfach nur ein wenig zeitverzögert) mag schön sein für dich. Für die katholische Kirche ist es eine große Belastung mit Tendenz zur Katastrophe.

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    2. Ameleo, ich glaube nicht, dass der Papst das Zunehmen der Tradipriester (an Zahl, nicht am Umfang :-) ) für eine Katastrophe hält. Die Devise scheint doch zu sein, gesundzuschrumpfen und die "Lauen und Halbherzigen" rauszukicken. Das ist, denke ich, ein legitimes Anliegen des Papstes, der ja in der Kirche die Richtlinienkompetenz hat. Soweit ich weiß, kann man diesen Anspruch aus der Bibel genauso stützen wie einen inklusiveren Anspruch.
      Ob's funktioniert, wird sich sowieso nur längerfristig zeigen. Ich hab jedenfalls kein Bedürfnis, iim selben Verein zu sitzen wie die Tradi-Blogger, die so unchristlich rechthaberisch-intolerant rüberkommen. Aber die würden das wohl auch noch als Kompliment verstehen. :-(

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    3. das wort gesundschrumpfen gab es kurz anfang der 70er und ist sehr schnell abgeschafft worden. gott sei dank. was der papst will..d a s ganz sicher nicht, denn das heißt, allen katholikenmüll raus..die einen sehen die rechten als müll, die anderen die linken..mit anderen worten, man ist sehr damit beschäftigt, die kirche zu zerstören. zum thema kirchenaustritt hat benedetto kurz nach seinem deutschlandbesuch etwas gesagt, die kirche ist kein verein, sondern der mystische leib christi, den verläßt man nicht.dass er unbedingt sich über tradis freut, hat er auch nirgendwo erwähnt.

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    4. Ich bin echt kein Experte, aber der Tenor der Papstaussagen während des Deutschlandbesuches schien mir doch gerade NICHT die Vielfältigkeit der katholischen Landschaft zu würdigen. Ich hab an sich auch kein Problem damit - der Papst ist der Cheftrainer der katholischen Mannschaft, und ein Trainer hätte halt gern, dass alle sich an den Trainingsplan halten, pünktlich und regelmäßig zum Training erscheinen und da Ganze nicht als hinterletzte Priorität ansiedeln. Aber natürlich sehe ich die Kirche zuerst mal als eine Organisation wie viele andere und nicht als mystischen Leib. Es ist die freie Entscheidung jedes Menschen, Mitglied zu sein, oder auch nicht, und letztlich passiert eine Abstimmung mit den Füßen.

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  3. wenn alle tradis priester werden, ist der priestermangel behoben.wo bleiben sie denn? wenn alle tradis in den pfarrgemeinderäten sind, können sie der kirche den rechten glauben bringen.stattdessen bildet man internetgemeinden und maßregelt anonym. mitmachen ist die einzig legitime kritik. ich habe heute eine wundervolle predigt zum thema katholikentag gehört und gesagt,da wird ihnen bald die inquisition von rechts und links aussen blühen.dabei hat er nur lang und breit das fühlen mit der kirche des heiligen ignatius von loyola zitiert: selber denken und dennoch die obrigkeit anerkennen..der geist weht ,wo er will. oben, unten..die einheit der kirche ist fern. ferner, ferner denn je. die feinde der kirche sind innen, sagt der papst. was meint er nur damit?und was ich von links wie rechts höre..m e i n e kirchensteuern..schon wieder jemand, der ne million kirchensteuern zahlt.mit denen dann die ganze kirche schindluder treibt..die linken zahlen kirchensteuern, die tradis, die lauen, die guten und die bösen. wenn es ums geld geht, darf also jeder was sagen..in der predigt heute war wieder von kirche als dem mystischen leib christi die rede..wie schlecht der für sich sorgt..alles ausreißen und abhacken, was nicht gefällt..da bleibt ein torso übrig.der sich dann mit glauben rechts oder links nicht mehr wird befassen können.nur noch mit wunden lecken. aber nein, dank fehlender redefreiheit wurde dem ja sicher erstmal die zunge raus...

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    1. Annemarie:
      Mit der Kirche als dem mystischen Leib Christi geht nicht Gott/Christus selbst schlecht um. Dem mystischen Leib scheint vielmehr genauso wie dem lebendigem damals Gewalt angetan zu werden. Wer reißt denn aus und hackt ab? Damals nannte man sie "Schriftgelehrte und Pharisäer".

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    2. Also erstmal zahle ich keine Millionen an Kirchensteuer, sondern so um die 60 € im Monat, aber eine Organisation, die immer von Demokratisierung und Transparenz redet, die muss sich von mir schon die Frage gefallen lassen, wie demokratisch und transparent sie den eigentlich ist. Und da stelle ich einen starken Kontrast zwischen den Forderungen und der eigenen Verfasstheit fest. Das ZdK, so wie es im Moment ist, passt eher zur preußischen Landordnung als zur bundesdeutschen Demokratie.
      Zudem gibt sich das Gremium in der Öffentlichkeit gerne als d i e katholische Laienvertretung überhaupt aus, was es eigentlich nach eigenen Statuten nicht ist und auch nicht sein sollte, und btw es ist schon gar kein Organ der Kirche. Von daher hat es eigentlich genau nichts mit dem mystischen Leib zu tun. Alleine das hier scheinbar der Eindruck herrscht, dass es ein Organ der Kirche ist, finde ich... nun, bemerkenswert. Finanziert wird es aber trotzdem von den Diözesen und damit am Ende auch irgendwie durch mich. Da wäre es schon nett, wenn man auf der ZdK-Internet-Seite den Etat abrufen könnte, von wegen Transparenz und so. Ich hab vor einiger Zeit gut 20min gesucht und nichts entsprechendes gefunden. Während man bei den meisten Bistümern keine drei Clicks braucht, um die entsprechenden Zahlen zu bekommen. Ich mag da etwas empfindlich sein, aber ich bin es aus nicht-deutschen Gemeinden und katholischen Organisationen gewohnt, dass man mir unaufgefordert erklärte, was man mit meinen Kirchenbeiträgen - die allerdings nicht über die Steuer, sondern als freiwillige Beiträge gegeben wurden - so alles finanziert.
      Von diesen nicht-deutschen Gemeinden bin ich übrigens die längeren Anfahrtswege gewohnt. Denn während man hier schon von einem Priestermangel bei Durchschnittlich einem Priester bei 1600 registrierten Gemeindemitgliedern spricht, sind es dort mehr als 3700, die mit einem Priester prima klar kommen. Wobei registriert in diesem Fall meint, dass man ein Anmeldeformular ausfüllen muss , was die Anzahl der "Karteileichen" dort ziemlich reduziert und man eher mit dem Problem kämpft, dass auf drei, die sich anmelden, wenigstens einer kommt, der keinen Bock hat sich durch den Fragebogen zu arbeiten. Auch wenn es kein ausgesprochen ländliches Gebiet ist, muss man halt zur nächsten katholischen Gemeinde mit dem Auto fahren oder sich in den Bus setzten. Und ja, da gibt es auch alte Leute und Menschen ohne fahrbaren Untersatz, aber das kann man organisieren, vorausgesetzt man will es wirklich. Von daher ist mein Verständnis für diese Teil-Debatte einfach sehr begrenzt.
      Wo die ganzen Tradi-Priester bleiben? Nun, ich weiß von wenigsten zweien, die aus ihrer Pfargemeinde - übrigens sehr zum Unverständnis der Gemeinden - abgezogen wurden und häufig bleiben sie halt in den Gemeinschaften aus denen sie kommen. Wenn man z.b. die viel kritisierte KPE anguckt, die mit der SJM verbandelt ist, dann hat es in den gut 30 Jahren des Bestehens (wenigstens statistisch) dort gut jedes Jahre eine Priesterberufung gegeben, obwohl man nur 2500 Mitgliedern zählt, was nicht wesentlich größer ist als meine Pfarrgemeinde nebenan, die in den letzten dreißig Jahren nicht eine Berufung hatte.
      Womit sie sogar noch hinter dem kleinen italienischen Dorf liegt, in dem meine Schwester wohnt, die hatten nämlich in den letzten 25 Jahren zwei Berufungen zur Ordensschwester und eine Priesterberufung, obwohl man Leute dort alles andere als Tradis sind. ... It's in the water.. So, vielleicht liegt es ja einfach am Wasser.

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    3. @ B.:
      Das ZdK "ist das von der Deutschen Bischofskonferenz anerkannte Organ im Sinne des Konzilsdekrets über das Apostolat der Laien (Nr. 26) zur Koordinierung der Kräfte des Laienapostolats und zur Förderung der apostolischen Tätigkeit der Kirche. ... Das ZdK wirkt an kirchlichen Entscheidungen auf überdiözesaner Ebene mit und berät die Deutsche Bischofskonferenz in Fragen des gesellschaftlichen, staatlichen und kirchlichen Lebens. Dazu dient insbesondere die von der Würzburger Synode 1975 beschlossene Gemeinsame Konferenz, die sich aus je zehn Vertretern der Bischofskonferenz und des ZdK zusammensetzt." (siehe die Seite der DBK: http://bit.ly/L0patI) D.h.: die Deutsche Bischofskonferenz sieht die Stellung des ZdK durchaus anders als du. Deine Ansicht deckt sich in diesem Punkt nicht mit der der kirchlichen Hierarchie (falls das für dich von Bedeutung sein sollte).

      Zum Thema Gemeindegröße: 3700 Mitglieder ist doch noch süß klein, schnuckelig und überschaubar. Ich spreche von einer Gemeindegröße ab etwa 12.000 Gemeindeglieder. Bei 3 - maximal 10% Katholikenanteil in der Bevölkerung und dörflicher Struktur ist klar, von welchen Ausmaßen ich spreche!

      Berufungen gibt es in dieser Gemeinde zur Zeit etwa 12.000, darunter auch Priester, Diakone, Laientheolog-innen (möglicherweise auch Priesterinnen und Diakoninnen). Doch nicht jede_r übernimmt seine/ihre Aufgabe in Kirche und Gesellschaft bzw. kann und darf sie übernehmen, was aber einer allgemeinen Realität entspricht.

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  4. Schonmal das zitierte Dekret gelesen? Da steht nur drin, dass Laien beratene Vereinigungen bilden dürfen. Nichts weiter. Und in Deutschland hat sich halt eine politische Vereinigung gebildet, die als Laienvereinigung in beratender Tätigkeit anerkannt wird. Es ist nicht notwendiger Teil der Hierarchie und es gibt keine biblische oder traditionelle Grundlage für diese, sehr deutsche, sehr CDU-lastige und sehr anti-römische Struktur. Würde das ZdK morgen aufgelöst oder die Statuten geändert, hätte das keine Auswirkungen auf den Leib Christi, dem wirklich nichts fehlt, wenn es kein ZdK gibt.... andere Länder haben andere Laiengremien.
    Wenn es unter den 12.ooo aktiven Mitgliedern deiner Gemeinde genügend Priesterberufungen gibt, warum habt ihr dann nicht mehr Priester und kleinere Seelsorge einheiten? Hmm... wer hält die Männer davon ab ins Seminar zu gehen? Eine Ehefrau vielleicht?

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    1. Kleinere Seelsorgeeinheiten hätten wir, wäre die Kirche von ihrer Struktur her zur Zeit nicht so priesterzentriert.

      Da das ZdK eine Vereinigung von Laien ist, KANN es nach katholischem Kirchenverständnis gar kein Bestandteil der Hierarchie sein. Aber ist denn die Hierarchie nötig??? Reicht es nicht, EINEN Vater zu haben und EINEN Hirten, dazu nur Schwestern und Brüder? DAS wäre biblisch!

      Übrigens: Kirche und Politik haben bereits im 4.Jh angefangen miteinander zu klüngeln und sie tun es bis heute, nur hat sich die Gesellschaft irgendwann schneller entwickelt. Was ist daran verwerflich, wenn ein Laiengremium dem eigenen Auftrag nachkommt, Welt und Glaube miteinander in Beziehung zu setzen?

      Und es würde auch dir sehr wohl etwas fehlen, wenn es das ZdK nicht gäbe: ein Feindbild!

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  5. Also, ich finde, dass man schon sehr klar sieht, wie Jesus im NT eine Hierarchie installiert. Von daher ist eine Hierarchie dann schon mal sehr viel biblischer als ein nicht wirklich demokratisch gewähltes Gremium, was ständig Demokratie einfordert. Von Glaubwürdigkeit will ich erst gar nicht anfangen.
    Und klüngeln sollte man echt besser den Kölnern überlassen. Eine Laienvereinigung, die vorgibt alle Katholiken zu vertreten, das aber nicht tut und auch nicht will, zudem noch stark Schlagseite in eine partei-politische Richtung hat und sich in der Öffentlichkeit zum Kritiker der Lehre und der Kirche macht, die sie eigentlich öffentlich vertreten soll, ist ziemlich überflüssig. Ich halte es für unangebracht, dass Funktionäre des Gremium z.B. öffentlich für den Verein Donum Vitae machen und damit das Nein der Kirche zur Abtreibung unglaubwürdig machen. Auch solche Aktionen wie den Tag der Diakonin helfen nicht den Standpunkt der Kirche den Menschen glaubwürdig zu erklären. Dort wird wohl kaum Glaube und Welt miteinander in Beziehung gesetzt, sondern dort werden partei-politische Ziele verfolgt und dabei ist man auch nicht zimperlich, auch nicht, wenn das heißt sich in klar gegen die Lehre der Kirche zu stellen und sie anzugreifen. Ja, vllt. würde mir etwas fehlen, wenn es ein vernünftiges Feindbild abgeben würde, allerdings schafft es das ZdK dann doch meist nur zum Possenspiel, dass brauch ich nicht wirklich. Der Deutsche Weg, der da ständig propagiert wird, ist für mich ungefähr so attraktiv wie der Komödienstadl.

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    1. Jesus hat keinerlei Hierarchie installiert, das ist Blödsinn. Er lebte genau wie seine Jünger_innen in der Naherwartung, dass sein Wiederkommen also in kürzester Zeit bevor stünde. Da waren jegliche Strukturen überflüssig. Sie wurden erst nötig, nachdem die erwartete Parusie nicht eintraf.

      Das ZdK denkt schlicht anders, als du es tust, dafür aber wie der von traditioneller Seite gerne pharisäerhaft verachtete "Mainstream". Dort sind Themen wie Diakoninnen eben kaum noch umstritten.

      Wenn einem der Weg eines Landes nicht gefällt, was tut man dann? Mitmischen, auswandern oder ...?

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    2. "Jesus hat keinerlei Hierarchie installiert, das ist Blödsinn."

      Nach katholischer Auffassung ist das durchaus kein "Blödsinn":
      Jesus hat seine Kirche hierarchisch gegründet: Er hat den von ihm erwählten Aposteln Vollmachten übertragen und Petrus zu seinem Stellvertreter bestimmt. (Mt 16,19)

      Des weiteren zum Thema Hierarchie der von Jesus Christus gestifteten katholischen Kirche siehe hier:
      http://frischer-wind.blogspot.de/2012/05/ii-vaticanum-der-begriff-hierarchie-in.html

      B. liegt da also ganz richtig!
      Mit lieben Grüßen!

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    3. Es bleibt beim Blödsinn, da Jesus auch keine Kirche gestiftet hat. Er war Jude und ist es Zeit seines Lebens gebleiben.

      Dass nach den Auferstehungserfahrungen und ausgebleibener Parusie gemeindliche Strukturen entwickelt wurden und seine Nachfolger_innen sich dabei an seinen Äußerungen und Handlungen orientierten, ist eine andere Sache.

      Niemals vergessen: auch Mt 16,19 ist, wie die neutestamentlichen Texte überhaupt, nachösterlich zu lesen. Die bereits bestehenden(!) (matthäischen) Gemeindestrukturen spiegeln sich in den Texten, und es gab in den frühchristlichen Gemeinden ein begründetes Interesse, diese Strukturen nachträglich durch Herrenworte zu legitimieren.

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  6. Oh, schön, dass Du auch hier wieder nicht anders kannst, als meine Vorurteile erneut zu bestätigen.
    Wenn andere Dir sagen, dann wandere doch aus bzw. dann werde doch evangelisch, bestehst Du darauf, dass die Kirche doch bitte genug Platz haben soll, um jemanden wie Dir eine Plattform zu bieten.
    Wenn ich sage, ich habe keine Lust Leute zu finanzieren, deren missionarischer Erfolg gleich Null ist, die sich von vielen Lehren der katholischen Kirche distanzieren ,die eine Politisierung der Kirche in eine bestimmte ideologische Richtung vorantreiben und, um ihre Ziele durchzusetzten, augenscheinlich auch bereit sind eine Abspaltung von der Weltkirche in Kauf zu nehmen, dann ist dein Rat für mich, ich möge doch bitte auswandern?
    Weißt Du was das schöne ist, ich bin schon ausgewandert. Oder besser: Ich bin ausgewiesen worden.
    Ich fahre jede Woche in eine Gemeinde, deren Gemeindemitarbeiter noch wissen, wo man in der Bibel lesen kann, dass Jesus eine Hierarchie installiert hat und nicht nur den Geist des V2 beschwört, sondern sich an die Dokumente hält.
    Dummerweise ändert das gar nichts daran, dass das ZdK weiterhin behauptet es würde für mich sprechen und es würde wissen, dass ich unbedingt mehr GeimeindemitarbeiterInnen haben will, die ihre eigenen Erkenntnisse als katholische Lehre verbreiten und sich ganz dringend berufen fühlen, an mir herumzuregieren. Selbstredend gegen entsprechendes Entgelt und versehen mit einer Weihe.
    Wobei... wenn Jesus garkeine Hierarchie begründet hat, warum ist es dann so wahnsinnig wichtig Teil dieser Hierarchie zu sein?

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    1. Du solltest meinen Kommentar genauer lesen: Ich biete zwei Möglichkeiten des Umgangs mit deiner Unzufriedenheit an ("mitmischen, auswandern") plus der Offenheit für weiteres, was eher deines ist ("..."). Dieses Aufzeigen von Wahlmöglichkeiten empfindest du als Rausschmiss???

      Wenn du (d)eine Wahl getroffen und damit deinen inneren Frieden gefunden hast, finde ich das völlig o.k.. Den Eindruck eines inneren Friedens kriege ich durch deine Kommentare aber nicht. Dafür schwingt zuviel Bitterkeit mit. Schade.

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  7. Ameleo,
    Wer geht schlecht um mit dem mystischen Leib, das sind doch die "Schriftgelehrten/Pharisäe, nicht Gott/Christus. Wer hat Gott/Christus Gewalt angetan damals und heute das sind doch wir Menschen und wir sind es die reiss aus nehmen. Nicht Got /Christus geht schlecht um mit sich selber sondern er hat das auf sich genommen, für wen denn, für "uns alle früher und heute. Er hat es getan für die Schriftgelehrten/Pharisäer für jeden einzelnen, weil wir die Feiglinge sind die weglaufen die schlecht umgehen mit dem Herrn. Er tut es für uns alle. Amen.

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