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Dienstag, 22. Mai 2012

"Kindermund"

Familientreffen anlässlich einer Erstkommunion in einer sagen wir mal ziemlich "traditionellen" (Diaspora-) Gemeinde. Nichte A (13)* und Neffe B (18) sitzen im Gottesdienst neben mir in einer Bank. Beide sind mit Kirche und Gottesdiensten incl. eigener Mitgestaltung gut vertraut, wenn auch in unterschiedlichen Konfessionen. Kirchenpolitische Themen sind nicht ihr Ding, obwohl ...

1. Situation:
Irgendwie nimmt die Predigt kein Ende, ist auch nicht sonderlich spannend, kind- oder familiengerecht schon gar nicht. Es geht um Jesus Christus und die Liebe und die Eucharistie und die Liebe und die Freundschaft und die tolle Vorbereitung und um Jesus Christus und die Kommunionfreizeit und wie toll das alles war und was für ein besonderer Tag heute ist und dass sich die Kinder darauf bestimmt schon ganz lange gefreut haben und wie sie das am Altar dann gleich machen werden und dass das was ganz Besonderes ist und sie sich ja ganz doll darauf vorbereitet haben und und und... und das meiste hatte er bereits schon einmal vor Beginn der Messe der Gemeinde gesagt.

A flüstert: "Hält der uns oder die Kommunionkinder irgendwie für blöd?"
Ich erkläre: "Nee, das nennt man Katechese."
A: "Dann ist Katechese also was für Blöde..."
Dazu B trocken: "Nee, Katechese ist für Leute, die andere für blöd halten!"

Und plötzlich weiß ich, worin das Problem von Katechismen besteht ...

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2. Situation:
Die Messe ist doch noch knapp vor der zwei-Stunden-Marke zu Ende gegangen. Nichte A hat endlich Gelegenheit, vor der Kirche mit Cousine C (15) zu quatschen, als der Priester in Soutane herauskommt. Ein Anblick, den man hier maximal aus gewissen Fernsehfilmen kennt.

A und C: Kicherkicher.
C: "Der hat ja ein Kleid an!"
Kicherkicher.
A: "Sieht aber sch.... aus!"
Heftiges Nicken, Prustanfall.
C: "Wie eine Frau. Nur nicht so richtig."
A: "Die wollen bestimmt keine Frauen in der Kirche, damit die die Kleider selber tragen können!"
Kicherkicherkicher.
C: "Wenn der verheiratet wäre, würd' ihm das seine Frau bestimmt nicht erlauben, weil ihr das peinlich wär'."
A (katholisch sozialisiert!): "Der ist doch mit Jesus verheiratet!"
C: "Und der will, dass der sich sooo anzieht???"
Kicherkicher. Nachdenken.
A: "Also, wenn ich einen Freund hätte und der wollte, dass ich sowas anziehe, von dem würd' ich mich sofort trennen!"

Ich liebe meine Familie! Da bringen schon die Kids die Dinge auf den Punkt. (Ich habe sie allerdings gebeten, sich solche Bemerkungen gegenüber dem Kommunionkind nebst Eltern zu verkneifen.)

*: alle Namen von Red. geändert. Eventuelle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.

Creative Commons LizenzvertragFrech.Fromm.Frau. von Ameleo steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Tatsächlich sehr aufschlussreich! Das Niveau der Kirchenkritiker ist pubertär- das nenn ich auf den Punkt gebracht. Fassen wir übrigens mal zusammen: Wenn Pubertistinnen sinngemäß den Pfarrer, der Wert auf Erkennbarkeit legt als tuntig diffamieren (nichts anderes bringen sie ja zum Ausdruck, nur nicht so explizit), dann ist das zum Schmunzeln! Was meinst Du muss ein Klassenkamerad von denen über sich ergehen lassen, der aus anderen Gründen lieber Frauenkleider trägt? Aber hier ist's erlaubt, es trifft ja den Richtigen, dh. den, mit dem Du nicht übereinstimmst, oder dessen Freiheit in deinem Katechismus nichts wert ist. Nicht dass ich besser wäre: ich bin ein großmäuliger, aggressiver Lästerer, aber hier werden einem die Augen geöffnet: diese Süffisanz, diese verkappte Aggression, die sich der Kindermünder bedient, das hält einem schön den Spiegel vor. Ich Dummer sollte öfters zu dem verfemten Buch greifen, das dem Zweck dient, dass ich nicht dumm sterbe.

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  3. Ich find's auch aufschlussreich, denn es zeigt, wo die Verständnisschwierigkeiten zwischen der (Katholischen) Kirche und vielen Jugendlichen liegen. Die sprechen einfach eine völlig unterschiedliche Sprache, haben unterschiedliche Wahrnehmungsgewohnheiten und darum kommt der Kern der Message auch nicht an.
    Und hier waren das offensichtlich ja durchaus katholisch sozialisierte Jugendliche.

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  4. Liebe Ameleo,

    ich hatte nur wegen eines Tippfehlers gelösct.
    Das stört mich, wenn ich es sehe.

    In Liebe
    Elisabeth

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    1. Liebe Elisabeth,
      mich hat der Tippfehler nicht gestört. Das passiert eben manchmal. Korrigiert hätte da gestanden:

      Liebe Ameleo,

      bei uns waren nur die Ordensschwestern mit Jesus verheiratet.

      Dein Artikel ist sehr aufschlussreich.

      Alles Liebe
      Elisabeth


      Danke für deine Kommentare!

      Liebe Grüße
      Ameleo

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  5. Zitat: "Ich habe sie allerdings gebeten, sich solche Bemerkungen gegenüber dem Kommunionkind nebst Eltern zu verkneifen."

    Traurig, dass Du die Unwissenheit bzw. Respektlosigkeit Deiner Kinder nicht nur unterstützt und darauf auch noch stolz bist, sondern sie auch noch zur Heuchelei erziehst...

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    1. So schnell kann aus Respekt vor der feiernden Familie "Heuchelei" werden...
      Soll ich meinem Kind auch beibringen, dass es zu dem völlig unpassenden Geschenk, der Oma die Wahrheit ins Gesicht sagt, um nicht zu heucheln? Unser Kompromiss: "Sag ihr, dass du dich darüber freust, dass sie dir ein Geschenk gemacht hat."

      Und: Ja, ich finde es unpassend bis albern, wenn Priester heute noch Soutane tragen. Wenn sie das brauchen, um erkennbar zu sein, weil nämlich weder sie die Leute noch die Leute sie kennen, dann läuft etwas ganz grundlegend falsch! Wer erkennbar als Traditionalist herumläuft (wohinter ein bis ans verfassungsfeindliche grenzendes Welt- und Menschenbild stecken kann), darf sich nicht daran stören, wenn dies auf Ablehnung stößt!

      P.s.: Es waren nicht meine Kinder...

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    2. Liebe Ameleo,

      anonyme Schreiben sind hinterhältig.
      Das finde ich so traurig.

      Mach weiter so!

      Elisabeth

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  6. Was heißt denn "heute noch"? Versteh mich recht, mir ist eigentlich egal, ob ein Priester Soutane oder einen Anzug mit Kollar trägt, das muß er selbst wissen (und es bleibt ihm auch meist überlassen), wichtig ist doch, daß er als Kleriker erkennbar ist. Festtagskleidung für Kleriker ist eben die Soutane, das ist unsere Tradition. Vielleicht könnte man das den Kindern freundlich nahebringen, anstatt darüber zu spotten. Wenn du natürlich selbst findest, daß es auf den Punkt trifft…

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  7. "Dazu B trocken: "Nee, Katechese ist für Leute, die andere für blöd halten!" Und plötzlich weiß ich, worin das Problem von Katechismen besteht .."

    Der gedankliche Umschwung von Kateche zu Katechismus erschließt sich mir nicht ganz.

    Und meinethalben kann man über Soutanen streiten, aber wenn Priester nicht mehr öffenltich deutlich erkennbar sind (wozu es nicht zwingend einer Soutane bedarf, aber doch mehr als einer Krawatte mit Minikreuz am Revers), wenn Ordensleute ihren Habit ablegen, dann geht der Welt ein Zeichen verloren.

    Ich fände es schöner, wenn man versuchen würde, auch Kindern die Zeichenhaftigkeit solcher Kleidungsstücke zu erklären. Wenn Menschen die "Sprache" (Wort und Zeichen) der Kirche nicht mehr verstehen, liegt das meines Ermessens auch am Versagen der pastoral Engagierten.

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    1. Auch ich finde es schade, wenn "der Welt" Zeichen unseres Glaubens, unserer Religion verloren gehen - traurig, wenn Religionsunterricht nicht mehr stattfindet (mangels ausreichend großer Gruppen) - schade, wenn Glocken verstummen - unsinnig, dass Innenstädte ausgerechnet sonntags verkaufsoffen haben sollen etc. Ob aber ausgerechnet die Soutane, die ich als über 50jährige, katholisch sozialisiert, nur in meiner Kindheit noch an Priestern erlebt habe, zu diesen sinnvollen, notwendigen Zeichen gehört, möchte ich doch sehr anzweifeln. Priester mit einer Sprache und Zeichen, die verstanden werden sind nötig, aber keine Kleiderordnung!

      Und dass man sich über die flapsigen Bemerkungen Pubertierender amüsieren darf und den wesentlichen Kern der Aussage aus den altersgemäßen Übertreibungen herauspickt, ist doch völlig legitim. Das bißchen Humor hält unsere Kirche ganz sicher aus!

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  8. Ich möchte auch nicht wissen, was die Bälger mit Kindern in ihrer Klasse machen, die irgendwie anders sind, die falschen Turnschuhe tragen oder die billige Jeans anhaben. Wenn's Kinder aus meiner Familie gewesen wären, hätten die sich hinterher was anhören können.

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  9. Sorry: aber das abwertende "Bälger" geht gar nicht! Rote Karte!

    Soutanetragen ist eine bewusste (kirchen-)politische Äußerung und unterscheidet sich schon allein dadurch von persönlicher Kleidung.

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  10. Oh, schau, das darf man nicht.
    Ameleo, Du rallst es echt nicht, oder?
    Die Kinder - die in dem altern nun wirklich keine kleinen Racker mehr sind, die Welpenschutz haben - zeigen mit ihren Äußerungen, dass sie ziemlich begrenzt sind. Neben der Tatsache, dass fast in allen katholischen Gemeinden sozialisierten Kinder solch merkwürdiges Kleidungsstück mal getragen haben,finde ich das genau das, was Du hier anpreißt Mobster und Bully vom Feinsten ist. "Äh, guckmal, die Aishe trägt nen Rock über der Hose,kann die sich nicht entscheiden, ob die Mädchen oder Junge ist?... hihi.. und der Ben hat wieder Aldi-Street-Ware an, hat sein Vater wohl wieder den Humana-Container heimlich geplünder hihihi.....", also ich find das saublöd. Neben der Tatsache, dass Menschen, die nicht hinterm Mond leben, dann doch schon mitbekommen haben, dass Männer auch Röcke tragen, halb Asien trägt Rock.... am Strand z.B. ist er auch sehr beliebt, gerade bei Surfern, oder der Schotte trägt auch ganz gerne mal nen Rock und gerade bei jugendlichen Gothics ist er total beliebt.
    Dich jetzt damit rauszureden so ein unterirdisches Verhalten drauf abzuwälzen, dass der betreffende Priester ja selber schuld ist, wenn er so ein kirchenpolitisches Statment von sich gibt. Och, bitte die Beiden haben doch nicht eine Minute daran gedacht, die verspotten jemanden, weil er einfach anders aussieht. Das werden die bei der nächsten Gelegenheit auch mit dem Spastiker in der U-Bahn machen oder mit dem Sigh am Marktstand, solange bis sie mal dem "richtigen" sagen, dass er aber hi-hi-komisch ausschaut. Von daher erzieh sie, bevor sie in meine Gegend kommen, sonst werden sie hier sehr schnell erfahren, dass man manchmal besser seine Vorurteile und Frozeleien für sich behält.

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    1. Du verlierst den Zusammenhang aus dem Blick: dieser Herr hatte sich den Kids gerade unmittelbar zuvor knapp zwei Stunden zugemutet. Durch seine Art, mit den Kommunionkindern und der gesamten Gemeinde zu sprechen, konnten sie sich in keinster Weise angesprochen, geschweige denn ernst genommen wissen.

      Es sind Kids! Die reagieren auf Bevormundung und Ungerechtigkeiten sehr sensibel! Hättest du von ihnen erwartet, dass sie in dieser Situation auf ihn zu gehen und sagen: "Also so können Sie nicht mit uns umgehen, was denken Sie eigentlich, wer Sie sind?!" Die waren auf 180 und haben sich Luft gemacht!

      In Bezug auf das Kleidungsstück: Es ist einfach überaus befremdlich, wenn hier jemand soetwas anzieht. In Rom vor 20 Jahren habe ich das zum letzten Mal live gesehen. Selbst ein Kollar sieht man bei uns selten, und wenn, dann bei irgendwelchen offiziellen Großveranstaltungen in der Bistumsstadt.

      Mag sein, dass Leute, die mit Kirche wenig oder nichts (mehr) zu tun haben, sich an solcher Priesterkleidung nicht (mehr) stören, bei normalen, aktiven Gemeindegliedern löst es auf jeden Fall Stirnrunzeln und (meist negative) Phantasien aus. Denn damit signalisiert ein Priester: "Ich bin anders, und ich lege Wert darauf, dass jede_r das sieht. Ich finde es wichtig aufzufallen und im Mittelpunkt zu stehen."

      Ich sehe darin jemanden, der seine Persönlichkeit hinter seiner Rolle verbirgt/verbergen muss. Dafür wird es Gründe geben, an spirituelle denke ich dabei eher weniger. In dem konkreten Fall wurden meine vorurteilsbehafteten Ansichten über Soutaneträger durch das zuvor im Gottesdienst Erlebte bestätigt und verstärkt. Mit solchen Menschen ist es nach meiner Erfahrung schwer, in einen echten Dialog zu treten, denn es antwortet immer nur das Amt, nicht aber der Mensch. Darin sehe ich auch einen der Gründe, warum Kirche nicht mehr ernst genommen wird: es fehlt an Athentizität und persönlicher Reife solcher Personen. Warum sollte jemand, der andere nicht ernst nimmt und bevormundet, damit rechnen, dass umgekehrt er ernst genommen wird?

      Kids können so etwas allerdings nicht formulieren. Wenn ich selbst nicht so von dem Gottesdienst angenervt gewesen wäre, hätte ich sie nach ihrem Ärger gefragt. Meine Erziehungsgrundsätze weichen da sehr von den deinen ab.

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    2. Wieso antwortet da "immer nur das Amt"? Versteh ich nicht. Nur weil einer Soutane trägt fehlt da doch nicht "Authentizität und persönliche Reife". Ich finde das zu verallgemeinernd. Aber es ist ja einfach zu rechnen: Soutane = Amt = persönlich unreif. Selbst wenn es Dir in diesem Fall so vorkam, finde ich es bedenklich, das zu verallgemeinern und Kindern, besser: Jugendlichen so zu vermitteln.
      Ich freue mich übrigens, wenn ich einen Priester in Soutane sehe, und ja, er ist etwas besonderes im Amt, Gott sei Dank, das macht ihn als Mensch nicht besser, aber er zeigt, dass er um seine Verantwortung weiß.

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    3. @ Eva: "Das Amt antwortet" weil ich nach meiner Erfahrung - du magst andere gemacht haben - von solchen Herren keine persönlichen Antworten kriege, kein eigenes Nachdenken, keine Zweifel, keinen noch so geringen Ansatz an eigener Meinung in (kirchen-)kritischen Dingen. Die Antworten sind standartisiert, in der Regel vorhersehbar, niemals erfahrungsbezogen.

      Eine starke Persönlichkeit hat es nach meiner Erfahrung entweder nicht nötig, sich hinter dem Amt zu verstecken und hebt sich allein durch das eigene Sosein von anderen ab oder steht gelassen darüber, wenn sich jemand über die frei getroffene, eigene Entscheidung, sich speziell zu kleiden, lustig macht. Ordensleute z.B. machen selbst jede Menge Witze über ihr Habit, wenn sie es tragen.

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    4. Es mag ja sein, dass bei Dir am platten Land die Menschheit nur in Gummistiefeln und Latzhose rumrennen, aber bei uns trägt selbst der Typ bei Mäces ne Arbeitskleidung und auch ich muss mich nach einem Dress Code richten.
      So, was ist passiert? Die Kids haben einen Priester in seiner Arbeitskleidung gesehen. Schade, dass ihnen das erst so spät passiert. Bei uns tragen - wenigstens die jüngeren Priester - fast alle und immer Kollar und zu feierlichen Anlässen darf es auch schon mal die Sultane sein.
      Nur, weil du in der Pampa wohnst, muss Du nicht davon ausgehen, dass die einzigen Tiere auf Gottes Erden Pampahasen sind. Ich weiß auch nicht warum Du dich - scheinbar sehr persönlich - davon angegriffen fühlst, dass jemand mit seiner Kleidung seinen Glauben zum Ausdruck bringt. Selbst wenn er alles das ist, was Du ihm unterstellst. Plural und Multikulti meint nicht nur Aishes Kopftuch.
      Wobei das einzige Verbrechen, was der arme Kerl eigentlich begangen hatte war, dich im Gottesdienst zu langweilen. Du wirst es nicht glauben, aber Menschen erfüllen nicht immer unsere Erwartungen und sind nicht im Entertainment-Modus, wenn wir gerade Bespaßt werden wollen.
      Du benimmst Dich eigentlich genau so wie ein verzogenes Kind (um das Wort Balg zu umgehen).
      Du musstest einer Veranstaltung bei wohnen, die dich nicht amüsiert hat und der Kerl sah dann auch noch nicht aus, wie Du es erwartet hast und deshalb ist er eine Lusche, die sich hinter seiner Arbeitskleidung verschanzt und ein spiritueller Blindgänger und Kommunikationslegasteniker? Wow.
      Das ist stark. Normalerweise müssen Therapeuten lange Gespräche führen, bis sie solche Diagnosen stellen können, aber Du mit deiner unglaublichen Lebens- und Welterfahrung schaffst ohne ein einziges Wort mit dem Betreffenden zu wechseln. Wozu einen Dialog, wenn man schon vom zugucken weiß, dass der andere nix zu sagen hat und einem auf jedem Fall spirituell und menschlich unterlegen ist.
      Schonmal was von Projektion gehört?
      Super! Genauso Ameleo! Wenn Du irgendwann mal erwachsen wirst, schämst Du dich wahrscheinlich für sowas.
      Und was meine Vorstellungen in Sachen Erziehung angehen, es gibt ein AGG in Deutschland, dass Arbeitnehmer von Diskriminierung schützen soll. Es ist ganz gut, wenn man Kids frühzeitig den dort gebotenen Anstand beibringt, weil sonst können sie noch mit 30ig am Flur des Arbeitsamts so über Leute lästern.

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    5. Deine AGGs schützen dich aber offensichtlich trotzdem nicht davor, andere auf eben subtilere Weise zu diskriminieren oder diskreditieren. Ich breche das Gespräch mit dir an dieser Stelle ab.

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    6. Amelo, Du findest es ganz doll, wenn über andere gelästert wird und wenn man dich erwischt, dann bist Du eingeschnappt und fühlst dich gedisst?
      Schon mal was davon gehört, dass wer kräftig austeilt auch einstecken sollte?

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  11. "Bälger"? Ist das die christliche Nächstenliebe, die hier spricht?
    Aber es ist ja nicht das erste Mal, dass die höchst christliche Bloggerfraktion gar nicht zimperlich alles attackiert, was nicht jeden Sonntag in den lateinischen Gottesdienst strömt. Zum Davonlaufen. Und sehr, sehr abschreckend.

    Zur Soutane - es kommt nicht auf die Soutane an. Es kommt nicht auf die lateinische Sprache in der Messe an. Aber wir sind halt eine Spezies, die so tickt, dass sie in Symbolen "denkt". Und man kann nicht NICHT (in Symbolen) kommunizieren. Wenn der Priester eine Jeans und ein T-Shirt anzieht, oder einen Businessanzug, setzt er damit auch ein Zeichen. Warum also nicht die Soutane, zum Zeichen, dass JETZT etwas Feierliches außerhalb des Alltages passiert?
    Unter den Dingen, die mich an der katholischen Kirche stören, taucht die Soutane jedenfalls nicht auf. (Aber erzkatholisches Bloggerverhalten stört mich mitunter gewaltig!)

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    1. Oh, 1. Absatz, oh.
      2. Absatz: oh, oh.Klar, hier geht es um lateinische Messe. Schublade, Schublade.
      Das stört mich gewaltig.

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  12. Fuer die, die kein Lexikon besitzen: Ein Balg ist ein unerzogenes und freches Kind. Wer da gerne eine andere Bedeutung reinlesen möchte, kann das selbst verstaendlich sehr gerne tun. Nur, clevere wäre mich direkt anzusprechen und zu fragen, was ich meine. Aber klar,dass das nicht passiert ist man ja mit seinem Feindbild gerne ungestört, nicht war? Im übrigen muss es bei mir auch nicht Latein sein. Englisch ist es dann doch oeffter. Haette ich dieSzene mitbekommen, hätte ich den beiden Nachwuchs-Mobstern gesag, dass ich es für unter aller Sau halte, sich hinter dem Ruecken anderer Leute so billig lustig zu machen. Wie gesagt, mir geht es auch nicht um die Sultane, sondern ums Verspotten von Leuten, die anders aussehen.

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  13. Ich weiß, was ein Balg ist. Und ich weiß auch, dass es wahnsinnig schlechter Stil ist, in einem Blog (und auch sonst wo) unbekannte Kinder aufgrund einer 10zeiligen Ferndiagnose als "Balg" zu bezeichnen.
    Feindbild habe ich keines, aber ich erwarte mir von Leuten, die sich als "christlich" bezeichnen, besonders positives, beispielhaftes Verhalten. Immerhin sollt Ihr ja Euer Licht nicht unter einen Scheffel stellen.

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    1. Aber mal so kurz per Ferndiagnose andere KOmmentatoren generell abkanzeln. Nö, kein Feindbild. Das ist der typische "Teresa"-Style...

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  14. Du kannst gerne jeder Zeit Erwartungen an mich haben. Genau so wie ich Erwartungen an das Verhalten von Teens habe. Ich denke, wir werden beide mit Enttäuschungen leben können, oder? Und du darfst selbstverständlich auch jeder Zeit mich anhand meiner paar Zeilen hier verurteilen.
    Das ist ein freies Land.

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  15. Mag sein. Ich beschimpfe Sie deswegen aber nicht per Kommentarfunktion.

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  16. Zunächst: ich finde es sehr viel einschränkender, die Kommentar-Funktion zu deaktivieren, als ein paar Tage auf die Veröffentlichung warten zu müssen. Da vergisst man nämlich leicht, was man schreiben wollte, bzw. muss daran denken, später den Kommentar zu verfassen.

    Was ich schon letzte Woche fragen wollte:
    Was sagst du, Ameleo, dann über Menschen, die Ordensgewänder tragen?

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    1. Danke für den Hinweis mit dem Deaktivieren der Kommentarfunktion.

      Vor Ordensleuten habe ich großen Respekt. Anders als Priestern wird ihnen die Entscheidung, in eine Gemeinschaft einzutreten, nicht leicht gemacht. Ich finde gut, dass sie sich so lange Zeit nehmen müssen, um ihre Berufung und Entscheidung zu überdenken. Ähnliches würde ich mir auch für Priester und Eheleute wünschen, aber da geht man ja davon aus, dass es nicht so viel Bedenkzeit braucht.

      Wie wäre es, wenn es ein gestuftes Priestertum gäbe: erst zum Reinschnuppern, dann auf Probe, dann mit befristeter Entscheidung und dann, vielleicht nach 10 oder mehr Jahren der Erfahrung mit endgültiger Entscheidung. Bei Eheleuten ähnlich. Aber nein: das katholische Sakramentsverständnis steht da gegen und bei der Entwicklung anderer Formen, aus denen man problemloser wieder aussteigen könnte, ist unsere Kirche eher weniger kreativ.

      Du spielst aber mit deiner Frage vermutlich eher auf das Tragen von Ordenskleidung an. Da ich mit Ordensleuten kaum Kontakt habe (hier in der Nähe gibt es nur Franziskaner-Minoriten und die tragen ihr Habit nur zum Gottesdienst) weiß ich nicht, wie verbindlich sie es mit dem Tragen der Ordensgewänder nehmen. Die, denen ich bislang begegnet bin, nahmen es eher locker. Mein Bezug zu Ordensgewändern ist ein anderer als zu Priesterkleidung: ich nehme sie nicht als Provokation, demonstrative Präsentation eines traditionellen Kirchenverständnissen oder als Anordnung "von Oben" wahr, sondern als gut und lange überlegte persönliche Entscheidung. Ist aber nicht wirklich ein Bereich, mit dem ich vertraut bin.

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    2. Danke für deine Antwort. Nun ist es ja nicht so, dass die Klerikerkleidung völlig andere Ursprünge hätte als die der Orden. Du kennst mit Sicherheit die deutsche Variante des Kollars, den schwarzen Pulli mit weißem Hemdkragens. Das ist ja auch eindeutig Klerikerkleidung. Ich kann nachvollziehen, dass du vielleicht schlechte Erfahrungen mit bestimmten Priestern gemacht hast, die Römerkragen oder Soutane trugen. Aber es wäre gut, wenn du es annehmen könntest, dass diese kirchenpolitische Aussage nicht mehr so im Mittelpunkt steht. Es scheint Zeiten gegeben zu haben, in denen das anders gewesen ist, aber wenn man sich in einer katholischen 'Hochburg' aufhält und die Augen offen hält, fallen mittlerweile wieder vielfach Priester mit römischem Kollarkragen ins Auge. Einfach auch, weil es ihnen wichtig ist, dass sie als Priester erkennbar sind. Immer öfter sehe ich auch - das allerdings zu meinem Erstaunen, dass protestantische Pfarrer Kollar tragen, wobei das bei ihnen ja eigentlich völlig unüblich sein müsste.
      Bei den Orden finde ich es gut, dass sie auch durch ihre Kleidung (je nach Orden, nicht in allen Orden sind sie noch üblich) vielfach auch ein Bekenntnis ablegen - in der Welt, als Zeuge, als Zeugin für Gott, für Christus, für die Frohe Botschaft.

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    3. Das Zeugnis durch das Leben, das Reden und Handeln, halte ich für wesentlich maßgeblicher und verlässlicher als jenes durch das Tragen bestimmter Kleidung.

      Du magst es auf meine Erfahrungen reduzieren wollen, ich sehe allerdings ein grundsätzlicheres Problem darin: einem Priester, der meint, er müsse "bewusst erkennbar" mit Kalkleiste & Co herum laufen, wird eher Misstrauen begegnen als Vertrauen. Kann man glorifizieren und spiritualisieren als "Martyrium", muss man aber nicht.

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