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Mittwoch, 23. Mai 2012

Kirchengeburtstag

Pfingsten wird gemeinhin mit dem "Geburtstag der Kirche" in Verbindung gebracht. Was sich zunächst nach der Hinrichtung Jesus im Verborgenen entwickelt hat, drängt an Pfingsten an die Öffentlichkeit. Die Türen öffnen sich, die Jüngerinnen und Jünger bekommen den Mut, öffentlich zu ihrer Hoffnung, ihrem Glauben und ihrem tiefen inneren Wissen zu stehen.

Ein ganz besonderer "Kirchengeburtstag" wird an Pfingsten 2012 in Norddeutschland gefeiert: Nicht nur in einem kleinen Dorf oder einer Stadt, sondern stellvertretend für ganz Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern wird in Ratzeburg die neue Nordkirche "aus der Taufe gehoben". Mit einem großen Fest öffnen sich (Landes-) Kirchentüren, öffentlich wird gefeiert, dass drei ehemalige Landeskirchen nun einen gemeinsamen Weg in ihren Strukturen und ihrem Glauben beschreiten werden.

Drei evangelische Landeskirchen, die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs und die Pommersche Evangelische Kirche haben entschieden, zur "Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche)" zu fusionieren. Sie wird von Sylt und Flensburg an der dänischen Grenze bis zur Insel Usedom an der Grenze zu Polen reichen und damit in etwa mit der Fläche des 1995 errichteten Erzbistums Hamburg übereinstimmen.

Ein Video (ca. 6:30) gibt einen Einblick in die Landschaft und einige der Kirchen.


Der Fusion ist ein langer Entscheidungsprozeß voran gegangen, an dem viele Menschen beteiligt waren. Natürlich sind nach wie vor nicht alle glücklich mit der Fusion, ein Teil lehnt sie weiterhin ab. Identitäten werden sich ändern müssen, Gewohnheiten aufeinander abgestimmt werden. Allein die logistischen Fragen (Welche_r Ehrenamtliche hat Zeit und Lust einen halben Tag durch die Landeskirche zu reisen, um an einer Veranstaltung teilzunehmen? Wie kann verhindert werden, dass Hamburg, weil an zentraler Stelle liegend, die beiden ursprünglichen Landeskirchen dominiert und zentralisiert? ) stellen die zweitgrößte Landeskirche Deutschlands vor große Herausforderungen. Wichtig wird auch sein, wie diejenigen, die die Entscheidung zur Fusion innerlich nicht mittragen, im Boot bleiben und ihre Bedenken fruchtbar gemacht werden können.

Ich bin gespannt, wie sich dieses Projekt der evangelischen Schwestern und Brüder entwickeln wird. Fusionen gegenüber bin ich eher skeptisch. Kleine, überschaubare Strukturen halte ich für sinnvoller und menschlicher. Aber in der evangelischen wie in der katholischen Kirche geht es ja nicht nur um Glauben und Beziehungen, sondern auch (manchmal anscheinend vor allem) um Gelder und Strukturen.

So werde ich interessiert über den Gartenzaun schauen, meine Nachbar_innen immer mal wieder besuchen und mich möglicherweise auch mal um das eine oder andere Pflänzchen mitkümmern, um zu sehen, wie sich dieser Garten "Nordkirche" entwickelt.

Ein großes "Geschenk"* hat die katholische Kirche der neuen Nordkirche bereits übergeben: die Internetadresse www.nordkirche.de gehörte ursprünglich dem nördlichsten katholischen Dekanat Flensburg. Nun wird darunter die evangelische Kirche erreichbar sein, während die Flensburger die neue Adresse http://www.nord-katholiken.de/ gewählt haben. So eine Fusion betrifft also nicht nur die direkt daran Beteiligten.

* natürlich scheint Geld geflossen zu sein, worüber man sich jedoch ausschweigt.

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Kommentare:

  1. Ich freue mich, dass die Katholiken die Adresse geschenkt haben und nicht zum Anlass für im Grunde kindische Reibereien genommen hat.

    Hmpf. Sagt was über mein Bild von der geteilten Christenheit aus.

    Grüße von Huppicke!

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    1. "Geschenkt" steht bewusst in Anführungszeichen. Es scheint viel verhandelt worden zu sein, und über die Konditionen wird geschwiegen...

      Ebenfalls Grüße!

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  2. Liebe Ameleo,

    da bin ich mit dir auf die Entwicklung gespannt.

    Sonnige Grüße

    Elisabeth

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  3. Liebe Ameleo,

    Schade, dass es Verhandlungen bedurft hat, einfach großzügig wäre schöner gewesen! Und danke dafür, dass du vorhast, dich um das ein oder andere Pflänzchen mitzukümmern - so soll das sein!

    Liebe Grüße
    Martina

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