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Montag, 14. Mai 2012

Mutter- oder "Eltern"-Tag?

Noch ein Nachtrag zum Muttertag:
Im Radio habe ich davon gehört, online erst wenig über den Vorschlag der Braunschweiger Pröpstin Uta Hirschler gefunden:
"Einen verwegenen Vorschlag macht die Braunschweiger Pröpstin Uta Hirschler. Sie möchte den Muttertag in einen "Elterntag" umbenennen, das werde dem heutigen Rollenverständnis in einer Partnerschaft besser gerecht." (Quelle: welt.de)
In der Vorankündigung zur Sendung "Kirche & Co" von "Radio Ton" am 13. Mai 2012 wird behauptet, auch Erzbischof Zollitsch würde lieber einen Elterntag als den Muttertag feiern. (Der Beitrag lässt sich seltsamerweise nicht anhören!) Trotz nach außen hin "ökumenischer Einigkeit" (die Gründe von Erzbischof Zollitsch kenne ich ja leider nicht) in diesem Punkt:
Von einem "Elterntag" statt dem Muttertag halte ich überhaupt nichts!

In ihrem Radiointerview argumentierte Pröpstin Hirschler mit einem geänderten Rollenverständnis, wonach sich Frauen und Männer inzwischen Kochen, Putzen und Kindererziehung aufteilen. Und schließlich sollten diese ja am Muttertag gewürdigt werden. Feiern wir also an Muttertag den Tag des Haushalts und der Kinderaufzucht???

Muttersein hat doch zu allererst etwas mit unserer Geburtlichkeit zu tun. Wir alle wurden von einer Mutter geboren und einige Frauen haben darüberhinaus das Glück (und/oder die Last) selber geboren zu haben. Im Geborensein haben wir alle, ob Frau oder Mann, etwas gemeinsam. Es vereint uns untereinander und auch mit dem, nach dem wir uns Christen nennen. Und so steht für mich als erstes der Dank an die, die mich geboren hat, am Muttertag im Vordergrund und dann auch die Dankbarkeit dafür, selber geboren haben und damit Mutter sein zu dürfen.

Auch wenn es offenbar der Blumenhandel war, der diesen Tag in Deutschland eingeführt hat (siehe den Wikipedia-Artikel zum Thema): Warum diesen Feiertag nicht stärker kirchlich "inkulturieren"? Wenn heutzutage am "Vatertag", dem Himmelfahrtstag, sowohl Christi Heimgang zu seinem Vater gefeiert wird, als auch die heute lebenden Väter in den Blick genommen werden, dann ist für mich der Muttertag ein Anlass, neben dem Blick auf die realen Mütter einmal betont die mütterlichen Seiten Gottes zu betrachten. In beiden Teilen der Bibel finden sich dazu wundervolle mütterliche Gottesbilder:
  • Mehr noch als eine Mutter, die ihr Kind niemals vergessen würde, würde Gott sein Volk niemals im Stich lassen (Jes 49,15).
  • Wie eine Mutter tröstet er sein Volk (Jes 66,13)
  • Und wie eine Henne will Gott sein Volk unter seinen Flügeln versammeln und beschützen (Mt 23, 37/Lk 13,34).
Verlässlichkeit, trösten, sammeln und schützen können: das sind auf Gott bezogenen, dem Muttersein zugeschriebene Qualifikationen mit denen ich mich gut identifizieren kann.

Dann will ich aber auch die Frauen nicht aus dem Blick verlieren, die sich danach sehen, ein Kind zu gebären, oder die sich ein Leben lang danach gesehnt haben, es aber mangels Mann und/oder Möglichkeit nicht konnten. Natürlich kann jeder Mensch auch "geistige Kinder" zur Welt bringen, für die Sehnsucht nach einem Kind aus Fleisch und Blut ist das aber kein wirklicher Trost. Denen, die gerne Mütter wären, kann ich letztlich nur wünschen, dass sie selbst sehr viel von der mütterlichen Seite Gottes erfahren: ihren Trost, die Geborgenheit unter ihren Fittichen und die Gewissheit, trotz allem niemals aus dem Blick geraten oder vergessen zu sein.

Schon allein um für diese Akzente der Geburtlichkeit und Mütterlichkeit den Blick zu schärfen, bin ich aus Sicht der Theologin und Mutter für die Beibehaltung des "Muttertags" und gegen die Änderung in einen "Elterntag"! 

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Kommentare:

  1. Liebe Ameleo,

    ich habe zu dem Thema keine Meinung.

    Jahrzehntelang habe ich eigene Kinder sehr vermisst. Das ist vorbei.

    Und ich habe mich jahrzehntelang getäuscht:
    Mein Vater stand im Mittelpunkt meines Lebens.
    Jetzt sehr ich, dass es Angela war.

    Sonnige Grüße
    Elisabeth

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