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Dienstag, 29. Mai 2012

Ökumenischer Familiengottesdienst zu Pfingsten

Pfingsten ist für mich: ununterbrochen draußen sein, Familie und Freunde/Freundinnen treffen, grillen, Lagerfeuer, die freie Zeit genießen. Pfingsten heißt aber auch - nicht nur für mich - Gottesdienste an ungewöhnlichen Orten, oft unter freiem Himmel und ökumenisch. Denn Pfingsten hatte für die zunächst verängstigten und verwirrten Freundinnen und Freunde Jesu viel mit "hinausgehen" zu tun und für alle, die dabei waren auch ganz viel mit "einander verstehen".

Als es um die Gestaltung unseres ökumenischen Familiengottesdienstes an einem "ungewöhnlichen Ort" ging, bin ich auf ein tolles Buch von Jochem Westhoff gestoßen. Vom Autor hatte ich schon öfter gehört, dieses Buch war neu für mich und hat mich gleich begeistert. Es trägt den Titel: "Familienkirche tut gut". Seine Ideen zum Pfingstfest haben wir gleich umgesetzt. Leider habe ich keine Fotos davon, deshalb hier nur ein Einblick in den Teil des Gottesdienstes, bei wir uns von diesem Buch haben inspirieren lassen.

Gefeiert haben wir im kleinen Kreis von ca. 20 Kindern, 5 Jugendlichen und 10 Erwachsenen, etwa ein Drittel bis die Hälfte der Anwesenden außerhalb des Pfingstgottesdienstes ohne kirchlichen Kontakt.

Die Pfingstgeschichte wurde zusammen mit der Gemeinde mit einfachsten Mitteln in Szene gesetzt. Symbol für den Auferstandenen war eine große, weiße Kerze. Sie wurde, damit alle sie besser sehen konnten, auf einen niedrigen Tisch gestellt und mit ihr an Jesu Tod und Auferstehung erinnert.

Um zu visualisieren, dass er den Jüngern nach seiner Auferstehung erschienen war, und um die eigene Person mit "ins Spiel" zu bringen, durfte jede_r, der/die das wollte, ein zuvor verteiltes Teelicht zu der "Jesuskerze" stellen. Die Teelichte wurden aber noch nicht angezündet.

Bei der Erinnerung an Christi Himmelfahrt haben wir die "Jesuskerze" aus dem Kreis seiner Freundinnen und Freunde entfernt und auf den Altar gestellt. So wurde im Bild deutlich, dass die Jüngerinnen und Jünger "allein" zurückblieben oder sich zumindest so fühlten. Sie zogen sich in ein "Haus" zurück, dass einige Kinder aus roten Papierstreifen um die Teelichte legten.

Am Pfingsttag aber erlebten sie den Geist Gottes, den sie schon vom Zusammensein mit Jesus kannten neu: erst wie einen Sturm und Wind, dargestellt mit einem großen, wehenden, blauen Tuch und entsprechenden Geräuschen, dann wie ein Feuer, ebenfalls dargestellt durch rotes Tuch und Geräusche. Das war ein ziemlich trubeliges Durcheinander! Die Anwesenheit des Heiligen Geistes wurde dann durch eine große, rote Kerze, entzündet an der "Jesuskerze", mitten unter den Teelichten verdeutlicht. Aus den roten Papierstreifen, die das "Haus" gebildet hatten, wurde ein offener Strahlenkranz gelegt, der "überspringender Funken" wurde durch das Anzünden der Teelichte durch die Gottesdienstbesucher_innen an der roten "Geistkerze" symbolisiert. Die Deutung des Tuns und des Bildes sowie der Bezug zum Text der Apostelgeschichte wurden immer zwischen den einzelnen Aktionsschritten vorgenommen.

Selbstverständlich haben wir die Pfingsterzählung auch am Stück vorgelesen, mit Partern, Medern, Elamitern & Co., gesungen und gebetet. Rückmeldungen haben wir aber fast ausschließlich zu der hier beschriebenen Aktion bekommen. Ein Mädchen meinte schon während des Gottesdienstes: "Gottesdienst feiern macht immer richtig Spaß!" Das soll er auch, finde ich. Mir hat es auch Spaß gemacht!

Eine Predigt aus Worten hat es übrigens über die Aktion hinaus nicht gegeben, die hätte die gute Stimmung und das Verstehen im Tun nur beeinträchtigt. Wer lieber nachdenkt oder Stille sucht als etwas zu erleben, der kann ja in einen anderen, "normalen" Gottesdienst unter "gewöhnlichen Bedingungen" gehen.

In dem oben genannten Buch stehen insgesamt 36 Vorschläge für Familiengottesdienste. Zum Stichwort "Familienkirche" schreibt Jochem Westhoff:
Familienkirche - das ist ein Gottesdienst für kleine Kinder und ihre Eltern. Er zeichnet sich aus durch Formen und Abläufe, die Kinder und Erwachsene in gleichem Maße ansprechen. Gute Erzählungen sind ja keineswegs Kinderkram. Die Eltern, die ja oftmals die Geschichten auch nicht mehr kennen, hören gespannt zu. Sie wollen ja auch gar nicht unbedingt eine Predigt hinterher hören, die die Geschichte dann mit vielen Worten erklären würde. Da ist das große Bild, das mit bunten Tüchern auf dem Fußboden gelegt wird, doch viel interessanter.
Neben den Inhalten und der ansprechenden Gestaltung dieser Feiern gefällt mir am Buch außerdem: Alle verwendeten Lieder sind mit Noten hinten abgedruckt und ebenfalls auf einer beigefügten CD-Rom eingespielt, auf der auch alle Entwürfe und Liedtexte zum "Dranweiterbasteln" in digitaler Form vorliegen. Wirklich sehr praxistauglich!



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1 Kommentar:

  1. Liebe Ameleo,

    mit dir freue ich mich über dieses Erlebnis,
    das euch alle begeistert hat.

    In Liebe
    Elisabeth

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