ACHTUNG: Zur Zeit gibt es bei Blogger Probleme mit dem Internet Explorer. Videos können beispielsweise nicht angesehen und Kommentare nicht abgeschickt werden. Bitte in diesem Fall einen anderen Browser wie z.B. Firefox benutzen!

Dienstag, 26. Juni 2012

Berunruhigend oder Ente? Soll eine Einigung zwischen dem Vatikan und den Piusbrüdern verheimlicht werden?

(Updates siehe unten und Kommentare!)

Schon gestern wies Thomas Wystrach auf Twitter auf eine mögliche Bewegung im Gespräch zwischen dem Vatikan und der Piusbruderschaft hin. Auf katholisches.info wird behauptet:
Als Quelle wird die französische Seite "riposte-catholique" genannt. Leider kann ich nicht genügend französisch, um dort die gemeinte Meldung ausfindig zu machen. Nirgendwo sonst konnte ich diese Nachricht jedoch finden. Wie soll ich das bewerten?

Stimmt die Nachricht, frage ich mich, warum sie nicht weiter publiziert wird. Steht der Vatikan nicht zu seinen Entscheidungen? Sind sie ihm im nachhinein gar peinlich? Soll der unweigerlich für den Fall einer Einigung bevorstehende Aufschrei mit den zu erwartenden Austritten (die sowieso von der offiziellen Seite niemand interessieren) noch ein wenig heraus gezögert werden? Was für eine Taktik steckt dann dahinter? Gibt es einen Sperrvermerk für die katholische Presse?

Oder ist es eine Falschmeldung? Dann wäre sie schlecht plaziert, sie scheint kaum aufgefallen zu sein. Soll sie gar nur die Insider erreichen? Warum will man sie dann falsch informieren? Ist es ein taktischer Schachzug?

Oder ist diese Meldung noch ganz anders zu berwerten?

Beunruhigend in diesem Zusammenhang finde ich eine andere Meldung, ebenfalls über Twitter, wonach zukünftig ein Mann der erzkonservativen Personalprälatur Opus Dei, Greg Burke, zum neuen Kommunikationsstrategen des Vatikans ernannt wurde. Die Badische Zeitung schreibt dazu:
"Burke wird keine Entscheidungsgewalt haben, aber den Kardinalstaatssekretär, den zweiten Mann im Vatikan, darin beraten, wie man mit Informationen umgeht, sie verheimlicht oder günstig platziert."
Beide Meldungen zusammen lassen mich aufhorchen. Jeder Institution ist es unbenommen, über die Informationsweitergabe sie selbst betreffender Anliegen zu entscheiden. Nur: wenn ich so etwas lese, stärkt das nicht unbedingt mein Vertrauen in die vatikanische Informationspolitik! (Vermutlich werden entsprechende Kreise der Badischen Zeitung genau dieses "antikatholische" Motiv der Verunsicherung unterstellen.)

Die fehlende, offizielle Information über den tatsächlichen Stand der Verhandlungen mit der Piusbruderschaft und die Ernennung eines Mitglieds des ebenso problematischen Opus Dei mögen zufällig zusammen fallen. Dennoch: Mit Taktiererei und fortgesetzter Verschleierung kann dem selbstverschuldeten Vertrauensverlust innerhalb der katholischen Kirche nicht beigekommen werden. Da helfen nur radikale Offenheit, Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit. Ich träume dann mal weiter ...

UPDATES:
(alles vom 26.06.)
Diese Quellen scheint mir eindeutig vertrauenswürdiger zu sein. Es bleibt die Frage, warum bei katholisches.info anderes behauptet wird.

Creative Commons LizenzvertragFrech.Fromm.Frau. von Ameleo steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Kommentare:

  1. Liebe Ameleo,

    in keinem Bereich erhalten wir die richtigen
    Informationen. Es wird alles verschleiert.
    Traurig, aber wahr!

    Alles Liebe
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  2. Klingt jetzt vielleicht zynisch, aber wenn schon Verschleierung, dann lieber professionell ;-)
    Im Ernst: Ich weiß nicht, wieviel wirklich 'verschleiert' wird. Ich erwarte aber nicht (weder vom Vatikan, noch von der Bundesregierung oder einer anderen Regierung), dass ich immer und überall die Wahrheit erfahre und Transparenz das große Motto ist. Das wäre unrealistisch.
    Und die Lobbyarbeit gibt es von der Pharmaindustrie, den Energiekonzernen, den Autoherstellern - und natürlich auch von der Pius-Bruderschaft, dem Opus Dei und anderen Leuten.
    Mich ärgert eher, dass die - hmm - Nicht-Pius-Opus-Dei-KKK-Fraktion ziemlich schlecht organisiert ist und ihre Interessen kaum einbringt. Aber auch das ist in der Kirche so, im politischen Bereich, im wirtschaftlichen Bereich... Radikale Ansichten binden Menschen eher zusammen als offenere und tolerate Grundeinstellungen. Deshalb -> weiterbloggen ;-)

    AntwortenLöschen
  3. in den vatikan nachrichten war es eindeutig: man will versöhnung von beiden häuptlingsseiten. was ich mich frage: wer aus dem katholikenvolke wartet drauf und macht mit und geht in die gottesdienste der herren?die einen werden die flucht ergreifen, wie es beim neokatechumenat bereits üblich ist,andere fühlen sich im bereich legionäre christi schon wohl. der rest bei reformern. wir müssen uns nicht vor den piussen fürchten. wir haben bereits ähnliches.und priestermangel. und: meistens kommt es anders und erst recht als man denkt.

    AntwortenLöschen
  4. Riposte catholique hat inzwischen eine weitere Meldung veröffentlicht, die sich mit der von der KIPA deckt. Danach hat der Generalobere der Pius Brüder zunächst ein Dokument des Vatikans unterzeichnet, das den Pius Brüdern offenbar entgegenkam. Dieser Text wurde aber dann vom Vatika erneut korrigiert. Diese neue Fassung aber wollte der Generalobere der Brüder nicht unterzeichnen. Stattdessen soll die Angelgenheit jetzt in einem Generalkapitel beraten werden. Der Fall ist also weiterhin offen.
    Armand Arnold

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, Armand! Dieser Hintergrund hilft mir sehr beim Verstehen.

      Kurios: in einer Fernsehsendung (ORF Report 26.06.) sprach man davon, dass der "Ungehorsam" der Piusbrüder der "Pfarrerinitiative" den Rücken stärken und "zum Vorbild" werden könnte: erst Ungehorsam gegen Rom, dann Gefahr einer Spaltung und deshalb großes Interesse an und Bemühen um sie. Ich weiß nicht so recht ...

      Löschen
  5. http://www.riposte-catholique.fr/summorum-pontificum-blog/documents-summorum/une-nouvelle-etape-pour-la-fsspx-acceptante-mais-non-encore-acceptee

    ... aber noch nicht akzeptiert ... steht da am Schluss ...
    Eugenie Roth

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, jetzt! Den Artikel gab es noch nicht, als ich meinen gepostet habe.

      Löschen
  6. ... oder hier:
    http://hl-herz-jesu.blogspot.de/2012/06/piusbruderschaft-weiter-wie-bisher.html#comment-form
    Eugenie Roth

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. In den letzten drei Tagen ist viel auf dieses Thema eingegangen worden. Aber danke für den Hinweis.

      Löschen
  7. angesichts des priestermangels und der laisierungen finde ich es sehr beruhigend, dass bald über 300 piusbrüder unter die rk gemeinden gemischt werden.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das meinst du doch wohl nicht ernst!? Ich hoffe auf Sarkasmusmodus! Zum Glück sollen sie den Status einer Personalprälatur bekommen. Ernstzunehmende Bischöfe können sie sich so vom Leib halten. Sich die Intoleranz par exellence in die eigenen Reihen zu holen, kann eigentlich kein vernünftig denkender Mensch wollen!

      Löschen
  8. unser tradi pfarrer hat vor jahrenden von der kanzel gesagt..es wird zeit, dass die piusse sich versöhnen, weil sonst soviel, über 300, priester verloren gehen für die kath kirche.es gibt ja pfarrer, die halten sich bereits das neokatechumenat vom hals und arbeiten lieber allein. lieber allein, als gemeinsam einsam.

    AntwortenLöschen
  9. ne pekingente eher. zusammen mit der ente, die es heute in der tagesschau gab. der neue chef der glaubenskongregation..das härteste wo gibt. nun freue ich mich doch, dass die menschen sterblich sind.nichts dauert ewig.

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.