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Sonntag, 24. Juni 2012

Mutterschaft und geistliches Leben

Liebe Väter: Ich leiste mir in diesem Post den mir vertrauten mütterlichen Blick und erwähne euch nicht in jedem Satz. Ich weiß, ihr könnt das hier alles auch und viele von euch handeln und empfinden ähnlich, wie ich es hier beschreibe. Wenn ihr mögt, fühlt euch mitgemeint! Oder ergänzt eure andere, väterliche Sichtweise im Kommentarbereich. Ist eigentlich selbstverständlich, oder?
Quelle: pixabay.com

Huppicke schrieb in einem ihrer letzten Posts hier, wie sehr gerne sie täglich morgens Zeit für sich und das (Stunden-)Gebet hätte und wie häufig ihre Pläne und Sehnsüchte von der Realität erwachender und sie brauchender Kinder eingeholt werden.

Diese Sehnsucht nach Stille, nach Zeit für mich, Meditation, Kontemplation, Gebet und die Realität als Mutter, bei der der Alltag alles immer wieder durchkreuzt, kenne ich nur zu gut! Daher hat mich ihr Post sehr berührt und noch länger bewegt. Manchen Kinderlosen ist häufig nicht klar, welchen Verzicht gerade im geistlichen Leben wir Eltern erbringen, um unserer Kinder Willen.

Um für sich morgens Zeit zu haben, solle man den Kindern einfach (!) beibringen, dass sie bis dann und dann im Zimmer bleiben müssen, wird in manchen Kreisen empfohlen. Das kann eine Möglichkeit sein, aber mir gefällt sie eher weniger. Mich erinnert das an ein vor Bauchweh und innerer Zerrissenheit leise weinendes, auf der Treppe im oberen Stockwerk sitzendes Kind mit kalkweißem Gesicht, dass sich trotz Übelkeit nicht traute nach den Eltern zu rufen, weil es genau wusste und respektierte, dass es eigentlich schon schlafen und nicht mehr herunter kommen sollte. Das habe ich mal bei einem Besuch einer Familie erlebt und fand es unsagbar traurig. Wie sollen kleine Kinder wissen, in welchem Umfang solche Regeln gelten?

Gerade das Einschlafen und Aufwachen, die Übergänge am Abend und am Morgen, sind für viele der Kleinen Zeiten, in denen sie besonders die elterliche Nähe suchen. Ich finde es fast brutal, sie ihnen gerade dann zu verwehren. Was nicht heißt, dass sich die Eltern den Bedürfnissen ihrer Kids auf Dauer bedingungslos unterordnen sollen. Größere Kindern können nach und nach lernen, auch die Wünsche und Bedürfnisse der Eltern zu respektieren, wenn ihren eigenen Bedürfnisse ebenfalls ausreichend nachgekommen wurde und wird.

Ich habe keine Rezepte, um sich als Mutter im Zusammenleben mit Kindern Freiraum für geistliches Leben zu schaffen und finde Rezepte auch problematisch. Ich kann nur von Erfahrungen schreiben, von eigenen und von solchen, die mir andere erzählt haben, denn jede Familie ist verschieden, jeder Person nützt etwas anderes.

Es gibt rein pragmatische Möglichkeiten zu eigener Zeit zu kommen. Manchmal gelingt es, wenn man den Kids, wenn sie alt genug sind, auf eine ihnen verständliche Weise erklärt, warum man die Zeit für sich alleine braucht. Zum Kraft aufzutanken, um stark zu sein und später dann mit ihnen Spaß zu haben beispielsweise. Möglicherweise reicht ihnen dann ein kurzes morgendliches Kuscheln, wenn sie schon wach geworden sind, um die Mama (oder den Papa) wieder freizugeben.

Quelle: pixaby.com
Ich finde es immer lohnend, im Gespräch mit den Kindern zu sein, sich darüber auszutauschen, was einem wichtig ist und nach Vergleichen zu suchen, die deutlich machen, das eine solche Zeit ganz allein für uns Erwachsene ähnlich wertvoll und wichtig ist, wie für sie etwas anderes aus ihrer Kinderwelt. Ob sie das verstehen und akzeptieren und auch auf Dauer, ist eine andere Frage, die aber auch mit der sonstigen Beziehung zu ihren Eltern zu tun hat.

Eine gute Zeit für eigenen Freiraum war und ist für mich auch morgens, aber nicht vor dem Aufstehen. Als mein Kind noch von mir in den Kindergarten gebracht wurde, bin ich anschließend nicht gleich nach Hause, auch nicht zum Einkaufen gegangen, sondern habe mir die Zeit für einen Spaziergang an einen ruhigen Ort gegönnt. Meine Arbeit lässt das an vielen Tagen zu.

Heute ist dies die Zeit, wenn mein Kind das Haus verlassen hat auf dem Weg zur Schule. Das ist glücklicherweise (oder leider) so früh, dass ich Zuhause noch nicht die Türklingel aus und das Telefon auf lautlos stellen muss. Und wenn es Zuhause nicht klappt mit dem Freiraum, dann möglicherweise draußen, bei einem Spaziergang zu einer Bank an einem geschützten Ort im Freien oder in einer Kirche. So ein Stunden-, Gebets- und/oder Tagebuch passt ja auch in eine Handtasche. Und Kontemplation, wie zum Beispiel das Herzensgebet, geht überall. Mich selbst habe ich ja immer dabei. (Spannend: nachdem ich diesen Post offline geschrieben hatte, entdeckte ich beim nächsten Besuch deines Blogs, dass dir, Huppicke, dieses Jesusgebet ja vertraut ist!)

Wichtig ist mir, das Schaffen von solchen Freiräumen nicht zu verbissen zu sehen. Späte Abendtermine machen ein sehr frühes Aufstehen sogar noch vor den Kindern nahezu unmöglich. Frühe Morgentermine ebenfalls. Da komme man mir nicht mit Konsequenz! Abgesehen von Krankheiten und anderem Unvorhergesehenem sind solche Engpässe aber oft absehbar. Manchmal ist es dann hilfreich, bereits eine Ausweichzeit einzuplanen und dann zu nutzen.

Vor allem aber finde ich es wichtig, eine innere Freiheit zu entwickeln, die akzeptieren und anzunehmen hilft, dass das Leben, zumal mit Kindern, nicht geplant sondern gelebt werden will. Sie ist in meinen Augen ein wichtiger Bestandteil eines geistlichen Weges. In der Kindererziehung wie im geistlichen Leben gilt für mich: So viel Freiheit wie möglich, so wenig Regeln und Strukturen wie nötig. Letztere können hilfreich sein, sind es auch häufig, sind aber niemals das Wesentliche.

Noch hilfreicher als das Finden von extra für das Gebet und die Meditation reservierten, besonderen Zeiten ist mir allerdings, mein Muttersein selbst als geistliches Tun zu verstehen. Warum nicht einmal die gemeinsam mit den Kindern verbrachte Zeit verstehen vor dem Hintergrund des Jesuswortes: "Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf." (Mt 18,5) Warum das „Ich war krank und ihr habt mich besucht.“ (Mt 25,36) nicht auch auf die Sorge um die eigenen Kranken zu Hause beziehen?

Und wie oft haben wir Mütter mit Brot zu tun, beim Zubereiten von Frühstück, Schulessen, Abendbrot oder sogar beim Selberbacken. Das ist ein schöpferischer Akt, der mich an die tiefe Symbolik von „Brot“ in unserer Kirche erinnern und meine Sehnsüchte nach einem innerlichen Sattwerden wachhalten kann.

Schließlich: Wie oft trösten wir Mütter ein weinendes Kind in der Nacht, das aufgeschreckt ist durch einen schlimmen Traum, durch Kopf-, Hals-, Bauchweh oder Fieber, von unheimlichen Schatten vor dem Fenster oder einem viel zu lauten Gewitter. Dann brauch es unsere Nähe ganz besonders. Wie oft trösten wir dann auch mit Worten wie: "Alles ist gut. Du brauchst keine Angst haben. Ich bin ja da." Irgendwann habe ich gemerkt, wieviel Glauben und biblische Anklänge in diesen mütterlichen (klar: auch väterlichen!) Sätzen stecken:

Quelle: pixaby.com
„Alles ist gut.“: Da schwingen die Uranfänge der Schöpfungsgeschichte, das Wissen um das grundlegende Wesen der Welt mit. Mitten in der Nacht versuche ich, das Chaos in der kindlichen Welt ein wenig zu sortieren, die Tränen“flut“ einzudämmen und dem Traum“land“ Raum zu schaffen. Dabei mache ich mir den Blick Gottes zu eigen, der im Anfang des ersten biblischen Buches fast mantrahaft wiederholt wird: „Und Gott sah, dass es gut war.“ (Gen 1) Alles ist gut: Dahinter steckt das tiefes Wissen und Vertrauen, das ich in diesen Momenten meinem Kind und auch mir selbst zusammen mit unzähligen anderen Müttern und Väter zu allen Zeiten zusage: Im Grunde ist diese Welt, so wie sie gedacht ist, von Grund auf gut. Es gibt keinen Grund zur Sorge. Zumindest nicht jetzt in der Nacht, wenn ein Kind Trost braucht.

„Du brauchst keine Angst haben.“: Fast 100 mal heißt es in der Bibel: „Fürchte dich nicht!“ bzw. „Fürchtet euch nicht!“ Beim Beruhigen meines Kindes stimme ich ein in den Chor der Engel und andere Boten Gottes, in die Worte, die auch vom Auferstandenen gesprochen wurden. Das finde ich sehr bewegend! Ich übernehme selbst die Botenrolle, diese wichtige Botschaft weiter zu sagen: „Fürchte dich nicht, du brauchst keine Angst zu haben.“ Unzählige Geschichten und Erfahrungen unzähliger Generationen schwingen da mit und lassen mich die Geschichte Gottes mit uns Menschen im Kinderzimmer weiterschreiben.

„Ich bin ja da.“: Da wird es ganz dicht. Mit diesen Worten hat sich Gott am brennenden Dornbusch dem Mose offenbart (Ex 3,14). Wie oft nehmen wir Eltern diese Worte in den Mund, einen der Namen Gottes, das sein Wesen am eindrücklichsten beschreibt. „Ich bin da“ immer, überall, auch am Kinderbett, erinnert und anwesend durch eine tröstende Mutter, einen zärtlichen Vater.

Ein solches Gespür für die Anwesenheit Gottes in meinem Alltag, in meinem Leben, in meinen Worten und meinem Handeln zu entwickeln und ihm Raum zu geben, ist nicht an feste Zeiten, Orte, Gelegenheiten, Bücher und Rituale gebunden. Gerade wenn keine „besondere“ Zeit da ist für geistliches Leben, entspringt dieses Gespür dem alten Wissen um das Geschenk des „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir“ (Ps 139,5), über mich als Mutter, meine Kinder, jeden Menschen. Was braucht es da mehr?

Diese Jahre als Mutter sind für mich eine besondere Zeit. Vertraute "geistliche Übungen" aus der kinderlosen Zeit gehen - möglicherweise nur vorübergehend - nicht mehr. Ich muss neue Wege finden, die auf das religiöse Leben in einer Familie, als Mutter zugeschnitten sind. Aber das bindet mich fester an das Leben und verhindert, dass ich spirituell abhebe. Und es hält mich, mein Leben und meinen Glauben lebendig und kann so zu einer besonderen Zeit der Fülle werden.


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Kommentare:

  1. Liebe Ameleo, genau so empfinde ich das auch! Und es hört nicht auf mit dem Größerwerden der Kinder, es gilt genauso, wenn wir später unsere Eltern pflegen. Wenn ich mir der Anwesenheit Gottes -immer öfter- bewusst bin, verändert das meinen Alltag, meine Arbeit, meine Beziehungen, nicht nur die zu meinen Eltern und Kindern!

    Da fällt mir doch auch das Gebet der Theresa von Avila ein:


    Herr der Töpfe und Pfannen,
    ich habe keine Zeit,
    eine Heilige zu sein
    und Dir zum Wohlgefallen
    in der Nacht zu wachen,
    auch kann ich nicht meditieren
    in der Morgendämmerung
    und im stürmischen Horizont.

    Mache mich zu einer Heiligen,
    indem ich Mahlzeiten zubereite
    und Teller wasche.
    Nimm an meine rauen Hände,
    weil sie für Dich
    rau geworden sind.

    Kannst Du meinen Spüllappen
    als einen Geigenbogen gelten lassen,
    der himmlische Harmonie
    hervorbringt auf einer Pfanne?
    Sie ist so schwer zu reinigen
    und ach, so abscheulich!...

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche

    Martina

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    1. Liebe Martina,

      ich wusste, dass Theresa etwas in der Art geschrieben hatte, in dieser Form war mir der Text aber nicht vertraut. Er ist wunderschön und so zutreffend. Danke!

      Ameleo

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    2. Schön, dass es dir gefällt! Dann will ich dir auch den Rest da lassen:

      Hörst Du, lieber Herr,
      die Musik, die ich meine?
      Die Stunde des Gebetes ist vorbei,
      bis ich mein Geschirr
      vom Abendessen gespült habe,
      und dann bin ich sehr müde.

      Wenn mein Herz noch am Morgen
      bei der Arbeit gesungen hat,
      ist es am Abend schon längst
      vor mir zu Bett gegangen.
      Schenke mir, Herr,
      Dein unermüdliches Herz,
      dass es in mir arbeite statt des meinen.

      Mein Morgengebet
      habe ich in die Nacht gesprochen
      zur Ehre Deines Namens.
      Ich habe es im voraus gebetet
      für die Arbeit des morgigen Tages,
      die genau dieselbe sein wird
      wie heute.

      Herr der Töpfe und Pfannen,
      bitte darf ich Dir
      anstatt gewonnener Seelen
      die Ermüdung anbieten,
      die mich ankommt
      beim Anblick von Kaffeesatz
      und angebrannten Gemüsetöpfen?

      Erinnere mich an alles,
      was ich leicht vergesse;
      nicht nur um Treppen zu sparen,
      sondern, dass mein
      vollendet gedeckter Tisch
      ein Gebet werde.

      Obgleich ich Martha-Hände habe,
      hab' ich doch ein Maria-Gemüt,
      und wenn ich die schwarzen Schuhe putze,
      versuche ich, Herr,
      Deine Sandalen zu finden.
      Ich denke daran,
      wie sie auf Erden gewandelt sind,
      wenn ich den Boden schrubbe.

      Herr, nimm meine Betrachtung an,
      weil ich keine Zeit habe für mehr.
      Herr, mache Dein Aschenbrödel
      zu einer himmlischen Prinzessin;
      erwärme die ganze Küche
      mit Deiner Liebe
      und erleuchte sie mit Deinem Frieden.

      Vergib mir, dass ich mich absorge,
      und hilf mir, dass mein Murren aufhört.
      Herr, der Du das Frühstück am See
      bereitest hast, vergib der Welt,
      die da sagt: "Was kann denn
      aus Nazareth Gutes kommen?"

      Beim Kopieren habe ich festgestellt, dass ich auch nicht alle Strophen kannte, da freue ich mich gerade selbst über meinen Fund :-). Martha-Hände und Maria-Gemüt, das klingt doch gar nicht wie vor über 400 Jahren geschrieben!

      Liebe Grüße

      Martina

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    3. Das ist so schön, da mache ich 'nen Post draus. Es lesen ja nicht alle die Kommentare. Danke!!!

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    4. Mir gehen heute Abend das Gebet der Theresa, deine Gedanken zum Muttersein als Form des Gottesdienstes und Huppikes "von Schwester zu Schwester" nicht aus dem Kopf: In welch lange Tradition wir uns mit diesem Suchen und Fragen einreihen! Das ist Tradition, in der ich mich gut wiederfinden kann, die nicht nur fertige Antworten und Lösungen hat, sondern das Unperfekte miteinschließt - und die Humor hat!

      Ein herzliches Danke an dich für den Blog, für deine Gedanken und an all die Schwestern (und Brüder)im Geiste!
      Martina

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  2. Liebe Ameleo,

    fast alle Menschen leiden unter Zeitnot.
    Jeder muss sehen, wie er sich die Zeit für das machen kann, was für ihn wichtig ist.

    Du zeigst ja schon gute Möglichkeiten auf.

    Liebe Grüße aus dem regnerischen Bochum
    Elisabeth

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    1. Liebe Elisabeth,

      mit der Zeitnot hast du sicher recht, aber ich halte den Wunsch nach einem geistlichen Leben eben nicht unbedingt für eine Frage der Zeit.

      Liebe Grüße
      Ameleo

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  3. Danke für diese schönen Gedanken zum Eltern-Sein! Die Zeit mit meiner Tochter war für mich immer eine sehr erfüllte. Kann man Gott näher sein als in der Gemeinschaft mit Kindern? Davon brauche ich keine Erholung, das ist für mich Erholung. Beim Lesen der Kinderbibel fragt mich die 5-Jährige, weshalb der Apostel Paulus denn die Schlange ins Feuer wirft, Gott liebe doch alle Lebewesen?! Da kommt man dann plötzlich in Gespräche, wo man ganz schön rudern muss, um dieses Bild kindgerecht zu erläutern. Und klar, Kinder können auch anstrengend sein, z.B. wenn sie krank sind. Aber sind nicht auch dies besondere Momente, wenn man diesem kleinen Menschen beisteht, ganz für ihn da ist. Das ist für mich mehr als jede Meditation oder auch jeder Gottesdienst. Und nein, ich bin kein Papa, der abends nach Hause kommt und nur noch ein Stündchen mit dem Kind verlebt, im Gegenteil...

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    1. Freut mich, dass meine Gedanekn auch "einen Papa" ansprechen! Solche Gespräch kenne ich auch. Eine große Herausforderung mit hohem Bildungswert - für uns Eltern!

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  4. Hallo Ameleo,
    danke! Das ist wie von Schwester mit Erfahrung zu Schwester!
    Es tut mir gut, dass sich auch andere Mütter Gedanken machen (müssen) und nicht hopplahopp mit ein paar Anweisungen alles ein für alle Mal klären. Dass ich also keine schwache Mutter bin sondern meine Stärke eben auf dem Gebiet des Für die Kinder da seins liegt. Ich seh das nämlich wie du.
    Gut auch noch mal versichert zu bekommen, dass es nur eine relativ kurze Zeit ist und kostbar noch dazu. Für beide Seiten. Oft wird das ja heute als Beglucken und nicht loslassen können beschrieben. Mit Kindern muss man flexibel sein und heute um 6.00 Uhr und morgen um 10.30 Uhr zu beten ist wirklich nicht schlimm. Zumal in der großen Kirche zu jeder Zeit jemand betet, ich immer in die Stimme der Kirche einstimmen kann.

    Mutter sein selbst als geistliches Tun?! Ja. Warum nicht? Ich glaube, weil es sehr schwer ist. Aber einst fiel es mir so schwer das Stundengebet anzufangen, warum jetzt nicht diese Hürden erst mal akzeptieren und schauen was passiert, wenn ich jeden Tag aufs neue in klitzekleinen Augenblicken Muttersein als Gottesdienst begreife.
    Spannend.
    Danke für die Anregung.

    Am schönsten finde ich, dass mir wieder einmal bewusst wird, dass ich Perfektion anstrebte und nun merke, allein das Sein, das Tun, das Wollen und die Hinwendung zu Kindern und zu Gott, ist schon gut genug.

    Ah. Ein Grund zur Freude.
    Liebe Grüße von Huppicke

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    1. Liebe Huppicke,

      von Schwester zu Schwester soll es auch sein! Das Mutter-Sein als geistliches Tun zu verstehen ist anspruchsvoll. Ich hatte da eine gute Wegbegleitung, die mich auf diesen Weg gebracht hat. So lernt die eine von der anderen und die andere wiederum von der einen.

      Liebe Grüße
      Ameleo

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  5. liebe ameleo. ein bankdirektor kann das noch weniger..brevier lesen und aus diesem grunde, weil jesuiten überall in der weltgeschichte arbeiten..ersparen die sich das brevier. aber sie machen 1-2 mal am tag eine rückschau und betrachten die ereignisse des tages. da ich einiges älter bin als ameleo ,habe ich zu berichten von omas und nachbarinnen, die beim kochen den rosenkranz gebetet haben, oder vater unser ,oder kirchenlieder...oder eine bibelstelle meditiert. also, wo ein wille ist, ist ein weg.

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  6. Genau diese Fragen nach persönlichen "Frömmigkeitsübungen" und den Ansprüchen von (kleinen) Kindern stellte ich mir auch. Hab grad auf meinem Blog darüber geschrieben... Echt spannend, dass sich auch noch viele andere darum Gedanken machen...

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  7. Danke für diese berührenden Gedanken. Als Mutter von zwei erwachsenen Kindern habe ich es so noch nie gesehen.

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