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Freitag, 15. Juni 2012

Von Rückblicken, einem Tabernakel und einer virtuellen Kirchenführung

Die vergangene Woche war in einigen der "katholischen Blogs" von einem Ereignis geprägt, dass vermutlich in der breiten Öffentlichkeit kaum bemerkt wurde: in Freiburg wurde am vergangenen Wochenende von der Medienpastoral des Bistums Freiburg ein Bloggertreffen veranstaltet, zu dem 30 Blogger und Bloggerinnen gekommen waren.

Neben den üblichen Rückblicken zu den Inhalten der Tagung stand auch ein Thema im Fokus vieler Posts: die Kapelle des Karl-Rahner-Hauses, in dem die Tagung stattgefunden hat. Wer einen Blick dort hineinwerfen möchte findet im Blog "Bachmichels Haus" von Andrea Juchem sehr schöne Aufnahmen. Neben der Schlichtheit des Raumes und der Ungemütlichkeit der Sitzgelegenheiten war vor allem der Tabernakel der Stein des Anstoßes (in diesem Post von "Braut des Lammes" eine Nahaufnahme des "Corpus delicti" Es handelt sich um einen anderen Tabernakel: siehe unten in den Kommentaren.)

Kleiner Exkurs: Was ist ein Tabernakel?
Wir Katholik_innen gehen davon aus, dass durch die während einer Eucharistiefeier über Brot und Wein gesprochenen Worte Jesu nicht nur an ihn erinnern, sondern Brot und Wein ganz wesenhaft verändern. Wir glauben, das sie zu Leib und Blut Christi werden und bleiben. Fast immer bleibt etwas übrig von dem gewandelten Brot. In einem Tabernakel wird es sicher aufbewahrt und kann so auch ohne die Anwesenheit eines Priesters unter der Woche an Kranke und Sterbende verteilt werden. Um die Kostbarkeit des Inhalts des Tabernakels auch nach außen zu zeigen, ist er häufig besonders gestaltet und geschmückt. Die heutigen Regelungen empfehlen, die Eucharistie in einer vom Kirchenraum getrennten Kapelle aufzubewahren, die für das private Gebet der Gläubigen und für die Verehrung geeignet ist. (katholisch.de)

Im Hochmittelalter entwickelte sich eine eigene Form der Frömmigkeit, die eucharistische Anbetung, bei der die Gegenwart Christi in der Eucharistie im Mittelpunkt steht. (Mehr Hintergrund-Infos dazu z.B. auf der Kirchensite des Bistums Münster.) Für Gläubige, die diese Art der Frömmigkeit praktizieren, ist der Tabernakel von wesentlicher Bedeutung.

Im Karl-Rahner-Haus in Freiburg fanden einige der am Bloggertreffen Teilnehmenden, die Voraussetzungen für eine eucharistische Anbetung seien sehr schlecht gewesen. Man kann in dieser Sache um vieles streiten, was auch geschehen ist und Außenstehenden vermutlich nur mit dem Kopf schütteln lässt.

Für mich hat diese Diskussion einen positiven Nebeneffekt: In dem Post, in dem sich der Predigtgärtner zum Thema positioniert, hat er ein Youtube-Video zur Erklärung der Bedeutung des Tabernakels eingebunden. Das ist wirklich gut gemacht uuuund: es gehört in ein ganze Reihe von Filmen einer in meinen Augen sehr gelungenen virtuellen Kirchenführung. Die kann man sich bei Youtube ansehen oder unter www.mystagogische-kirchenführung.de.

Diese Seite kannte ich vorher nicht und bin davon ganz begeistert! Hier werden die Basics einer katholischen Kirche gezeigt und ihre Be-Deutung erschlossen. Sehr gelungen! An dieser Stelle eine der Stationen, die die Be-Deutung des Kirchenraumes erschließt und den Hintergrund beleuchtet, warum heutige, moderne Kirchen so anders aussehen als die alten:


Andere Stationen wie die Schwelle, das Weihwasserbecken, der Altarraum und der Altar, das Ambo, die Osterkerze und eben auch der Tabernakel können direkt auf der Seite der virtuellen Kirchenführung oder eben auf Youtube betrachtet und in ihrer Be-Deutung kennengelernt werden.

Obwohl ich seit vielen Jahren in verschiedensten Kirchen Führungen gemacht habe, finde ich diese Erklärungen, die zugleich Einführungen in Themen des Glaubens und der Kirchengeschichte sind und damit weit über den konkreten Kirchenraum hinausweisen, überaus bereichernd! Klickt mal rüber!

Und Dank an den Predigtgärtner für den Tipp!

Creative Commons LizenzvertragFrech.Fromm.Frau. von Ameleo steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Kommentare:

  1. Liebe Ameleo,

    ich stimme zu: sehr bereichernd, und das in
    jeder Hinsicht.

    Liebe Grüße
    Elisabeth

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  2. Ich konnte nun sehr lang nicht mehr kommentieren bei Dir.
    Es hiess immer, dass nur "Teammitglieder" einen Kommentar abgeben können. Aber ich bin noch da, lese oft mit.
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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    1. Oh, das wusste ich nicht. Ich schaue gleich noch mal in die Einstellungen.

      Hab grade bei dir kommentiert. Schlimme Sache, was ihr gerade wieder erlebt.
      Liebe Grüße zurück!

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  3. Die "Nahaufnahme" zeigt allerdings gar nicht den Tabernakel im Karl-Rahner-Haus, sondern den in der Akademiekirche St. Thomas von Aquin, der mir, wie die ihn umgebende Kirche, sehr gut gefällt – das geht aus dem Kontext des Beitrags und der Fußnote hervor und gerade der Unterschied in Plazierung und Gestaltung des Tabernakels war mir sehr wichtig.

    Der Tabernakel im Karl-Rahner-Haus ist auf der Aufnahme von Andrea Juchem zu sehen.

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    1. Danke für den Hinweis! Korrigiere ich oben!

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  4. Danke für die Verlinkung. Hat mich daran erinnert, dass ich die Mystagogische Kirchenführung in meinem Blog 2009 vorgestellt und mir auch die CD bestellt hatte. Muss ich unbedingt mal wieder reinschauen.
    Ich kann sie nur wärmstens empfehlen. Wirklich äußerst gut gemacht.

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