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Mittwoch, 18. Juli 2012

Mit Kids die Bibel entdecken I

Huppicke bringt ihren Kids auf liebevolle und kreative Weise biblische Texte nahe. In den Kommentaren versprach ich ihr, mal aus der Fülle an Kinderbibeln & Co, die ich kenne und besitze, nach einem Buch zu schauen, das sie darin unterstützen könnte. Es sind zwei Bücher geworden, mit denen ich gerne arbeite, die ich aus Zeitgründen in zwei Posts vorstellen werde. (Update: Post Nr. 2 steht hier.)

Das erste aus meiner Sicht empfehlenswerte Buch trägt den Titel: "Die Bibel an der Bettkante. Ein Familienbuch. Vorlesegeschichten + Erzählideen + Rituale." (Klick öffnet die Verlagsseite) Autorin ist Vreni Merz, die leider im vergangenen Oktober verstorben ist,  herausgegeben wird es vom Köselverlag.

Die in diesem Buch vorgeschlagenen biblischen Geschichten sind zwar als Gute-Nacht-Geschichten gedacht, aber nicht auf diese Zeit beschränkt. Anders als der Titel vermuten lässt, wird aber nicht die gesamte Bibel in den Blick genommen, sondern nur die vier Evangelien und die Apostelgeschichte.

Mehrere Dinge finde ich spannend an diesem Buch:

Die Vorlesegeschichten sind den Jahreszeiten zugeordnet, aber nicht fest an sie gebunden. So geht es im Winter - natürlich - um die Erzählungen rund um die Geburt Jesu, im Frühjahr um Tod und Auferstehung bis hin zum Pfingstfest. Der Sommer legt den Schwerpunkt auf das Thema der Wunder, der Herbst auf die Gleichnisse Jesu. Jeweils 11 Kapitel werden jeder Jahreszeit zugeordnet und damit jeweils Schwerpunkte gesetzt.

Zu jeder Geschichte gehört eine kleine Idee bzw. ein kleines Ritual, das im Miteinander von Eltern und Kindern leicht umgesetzt werden kann und dem Anspruch, ein "Familienbuch" zu sein, Rechnung trägt. Mal wird dazu angeregt, etwas zu malen und sich dabei beispielsweise auf den Gesichtsausdruck der handelnden Personen zu beschränken. Ein andermal kann etwas nachgespielt werden, wie z.B. die Herbergssuche in der eigenen Wohnung (auch wenn die im ursprünglichen Bibeltext nur in einem halben Nebensatz erwähnt wird). Blindheit kann ebenso nachempfunden werden, wie die Erfahrung, jemanden zu salben oder selbst gesalbt zu werden.

Sehr wichtig finde ich, die Geschichten und Rituale vor dem Kontakt mit den Kindern einmal selber gelesen und durchdacht zu haben. Manches eignet sich im Rahmen einer Gute-Nacht-Geschichte eher weniger. So sollte man sich beispielsweise gut überlegen, ob man das/die Kind/er, die endlich im Bett liegen, auffordern will, nach dem Erzählen oder Vorlesen der Geschichte noch einmal aufzustehen, um im Haus "Herbergssuche" zu spielen ...

Vreni Merz legt bei den Geschichten großen Wert darauf, nicht zu erklären, sondern sie selbst in kindgerechter Sprache wirken zu lassen. So ist auch die Bebilderung schlicht, aber ausdrucksstark mit sehr reduzierter Farbgebung. Es bleibt viel Raum für die eigene Phantasie.

Das Buch ist für die Hand von Erwachsenen gedacht. Vorgeschaltet sind grundsätzliche Kapitel zum Geschichten erzählen, näherhin fokussiert auf biblische Erzählungen. Aber auch Tipps zum Erzählvorgang selbst finden sich auf den ersten Seiten (ein Teil davon hier nachzulesen). Nachgeschaltet ist ein knappe, 10-seitige "Bibelkunde", in der kurz und in verständlicher Sprache auf die Entstehung der Bibel und die Besonderheiten und Schwerpunkte der einzelnen Evangelien eingegangen wird.

In der Familie habe ich das Buch nicht eingesetzt, da ich es erst in der Zeit nach dem Vorlesealter entdeckt habe. Ich nutze es gerne, um Ideen für die Kinderarbeit oder die Gestaltung von Familiengottesdiensten zu bekommen, das eine oder andere Ritual gebrauche ich auch schon mal bei passender Gelegenheit in der Erwachsenenbildung.

Mir gefällt "Die Bibel an der Bettkante" sehr gut, sonst würde ich es hier nicht empfehlen. Letztlich bleibt allerdings niemandem erspart, einmal selbst in das Buch zu schauen, ob es zu einem selbst "passt". Lange Zeit wurde beispielsweise die Kinderbibel von Anne de Fries sehr hochgehalten, sehr gepriesen und viel genutzt, während ich die betuliche Sprache ganz furchtbar fand und vor jedem Gebrauch lange ins Umformulieren investieren musste.

Noch eine Anmerkung zum Thema "Vorlesen oder Erzählen?". Erzählen finde ich auf jeden Fall besser. Dabei kann zu jeder Zeit auf die aktuelle Situation und die Reaktion des Kindes/der Kinder eingegangen werden. Vorlesen gibt allerdings mehr Sicherheit, nicht Wesentliches zu vergessen. Ich wähle außerhalb vom Gottesdienst, in dem ich immer vorlese, gerade bei Kindergruppen gerne den Mittelweg des erzählenden Vorlesens. Immer da, wo es mir sinnvoll erscheint, wechsele ich vom Vorlesen ins Erzählen oder in den Dialog mit den Kids. Wo ich mich in Details zu verlieren drohe, bringt mich der geschriebene Text zurück auf den Punkt.

Um nicht gleich in den nächsten Buchladen oder die nächste Bücherei laufen zu müssen, um sich das Buch anschauen zu können, hier noch ein paar Linktipps:
  • Auf der Verlagsseite können 18 Seiten, unter buecher.de 22 Seiten angeschaut und gelesen werden. Darunter ist jeweils die Einführung aber leider keine der Geschichten abgedruckt. 
  • Als Beispiel für einen Bibeltext aus dem Buch fand ich den von Christ Himmelfahrt in einem Gottesdienstentwurf, der hier als .doc heruntergeladen werden muss/kann. Der Text steht Ende der ersten und Anfang der zweiten Seite des Dokuments.
  • Wer nicht zu den Bücherjunkies gehört, die die Finger von solchen Seiten lassen sollten, wird gerade im Bereich guter Kinderbibeln auf der Seite des katholischen Bibelwerks fündig. Von dieser Fülle kann man allerdings auch erschlagen werden!

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Kommentare:

  1. Oh, Ameleo, du hast dir viel Arbeit gemacht. Meinen herzlichen Dank!
    So wie du beschreibst, denke ich, dass es auf jeden Fall etwas für meine Familie ist. Ich guck mir aber die link-Vorschläge noch an und entscheide dann.
    Danke nochmal! *freu*
    Liebe Grüße von Huppicke

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  2. Vielen Dank für deine Ausführungen! Ich "sammle" Kinderbibeln und muß mir immer wieder neue schöne kaufen ;-)
    obwohl ich am liebsten mit der von Ekart zur Nieden arbeite! Der Text ist Kindgerecht und doch sehr am Text :-)
    Ich mische auch gern lesen und erzählen, bzw. lesen und kurze Zwischenfragen um das Verständnis zu überprüfen ;-)
    Jetzt muß ich mir deine links genauer anschauen..
    Liebe Grüße
    Christine

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  3. Liebe Ameleo,

    gute Tipps kann man nie genug bekommen.

    Dankbare Grüße

    Elisabeth

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  4. Freut mich, wenn euch meine Gedanken weiterbringen!

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