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Freitag, 31. August 2012

Geht es bergab mit der Kirche?

Es gibt Leute, die meinen, mit unserer Kirche ginge es kontinuierlich bergab. Das Glaubenswissen schrumpfe ebenso, wie die die Messe Mitfeiernden und die Kirchenmitglieder insgesamt. "Wir aber sind völlig anderer Meinung als diese Unglückspropheten, die immer das Unheil voraussagen, als ob die Welt vor dem Untergange stünde." sagte jemand schon vor 50 Jahren. Hier ein Ausschnitt aus dem Zusammenhang:
"In der täglichen Ausübung Unseres apostolischen Hirtenamtes geschieht es oft, daß bisweilen Stimmen solcher Personen unser Ohr betrüben, die zwar von religiösem Eifer brennen, aber nicht genügend Sinn für die rechte Beurteilung der Dinge noch ein kluges Urteil walten lassen. Sie meinen nämlich, in den heutigen Verhältnissen der menschlichen Gesellschaft nur Untergang und Unheil zu erkennen. Sie reden unablässig davon, daß unsere Zeit im Vergleich zur Vergangenheit dauernd zum Schlechteren abgeglitten sei. (...)

Wir aber sind völlig anderer Meinung als diese Unglückspropheten, die immer das Unheil voraussagen, als ob die Welt vor dem Untergange stünde. In der gegenwärtigen Entwicklung der menschlichen Ereignisse, durch welche, die Menschheit in eine neue Ordnung einzutreten scheint, muß man viel eher einen verborgenen Plan der göttlichen Vorsehung anerkennen. Dieser verfolgt mit dem Ablauf der Zeiten, durch die Werke der Menschen und meist über ihre Erwartungen hinaus sein eigenes Ziel, und alles, auch die entgegengesetzten menschlichen Interessen, lenkt er weise zum Heil der Kirche."

(Quelle für die Freunde des Lateinischen hier.)
In seiner Eröffnungsrede zum letzten Konzil am 11. Oktober 1962 erstellte Papst Johannes XXIII. diese offensichtlich zeitlose Diagnose und ihre geistliche Einordnung.

Ich wünschte, ein solches Gottvertrauen und eine solch weise Weitsicht würde auch unsere gegenwärtige Kirchenleitung prägen. Die "Unglücks-propheten" scheinen sie allerdings leider derzeit in ihren Bann gezogen zu haben. Schade!

Aufmerksam auf diese Rede. näherhin den o.g. Abschnitt, wurde ich heute durch Pater Walter Ludin. Danke fürs Aufstöbern und Erwähnen!


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Kommentare:

  1. Mir fällt es nicht leicht so zu vertrauen. Was die Entwicklung in der Kirche angeht: Da denke ich doch, dass alles seinen Sinn hat und Gottes Hand darüber liegt. Aber so allgemeingesellschaftlich... Nun ja. Meine Eltern haben auch so geunkt als ich jung war.

    Und dann meine ich auch,wenn ich meckere muss ich auch was tun. Wenn ich nicht aufstehen und die Leute persönlich zum Gottesdienst einladen/motivieren will, dann halte ich besser den Mund. Meckern schreckt nur noch mehr ab.

    Bin bequem.
    Grüße von Huppicke

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    1. Liebe Huppicke,

      auf Deinem Blog kann ich nicht kommentieren, weil ich dazu ein Profil irgendeines Anbieters nützen müsste. Aber ich will Dir auf diesem Weg sagen, dass ich Dein Blog wahnsinnig gern lese und ich so oft mit Dir mitfühlen kann, wenn's darum geht, wie schwer man doch schafft, das zu tun, was gut für einen wäre. Bleib dran und alles, alles Gute!

      Liebe Grüße,
      Susann

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    2. Liebe Susann,

      ich habe deine Nachricht per Mail an Huppicke weitergeleitet. Du findest ihre Mailaddy auch auf ihrem Blog und kannst so direkt Kontakt aufnehmen - auch ohne die Kommentarfunktion.

      Liebe Grüße
      Ameleo

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    3. Danke Susann, fürs Kompliment. :-) und danke Ameleo fürs weiterleiten, ich hab die Einstellungen nach deinem Vorschlag verändert. Nunm müsste es gehen.

      Grüße von der Huppicke

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  2. Liebe Ameleo,

    um Gottvertrauen kann man sich bemühen, aber es ist nicht
    einfach herzustellen.

    Beten allein genügt nicht.

    Viel Zuversicht wünscht dir
    Elisabeth

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  3. Zwei Dinge fallen mir dazu ein:

    1. Auch der hl. Thomas von Aquin hat gelegentlich Unsinn verzapft.

    2. Aber natürlich geht es mit der Kirche immer bergauf. Dafür sorgt das Haupt. Und da wären ja immer noch die Abteilungen
    a) triumphierende Kirche und
    b) leidende Kirche,
    die ihren Anteil beisteuern.

    Leider ist es um die
    c) streitende Kirche

    aktuell in unseren Breiten nicht allzu dolle bestellt: Ein saft- und kraftloser Haufen, der - halb verunsichert, halb eingelullt - planlos herumstapft und aggiornamento-betäubt zusieht, wie vor seinen den Toren munter Kinder abgetrieben, potentiell behinderte Menschen vorab selektiert und Sterbende noch ein wenig schneller aus der Welt befördert werden können (etc etc etc).

    Dies aber (und die damit verbundene Salamitaktik) schiebt man irgendwie aus dem Blickfeld, vielleicht mit ein wenig schlechtem Gewissen, aber man ist ja im Dialog ...

    Und im Zweifelsfall gibt es immer noch schöne Reden und Texte, an die man sich kuscheln kann und die so wärmend sind wie die kollektive Gewissenneutralisierung in der Lichterkette (vorzugsweise: gegen Rechts, was immer das im Einzelnen auch heißen mag).

    PS: Ameleo, Du wirst vielleicht einige Sätze aus diesem Kommentar als Vorwurf an Dich lesen. Das liegt mit fern; denn ich kenne nur Deine Seite hier, aber nicht Dich selbst. Deine Seite verrät mir, daß Du Vieles mit Herzblut anpackst, und das finde ich über unsere - wahrscheinlich oft divergierenden - Ansichten hinaus sehr respektabel. Verstehe also meinen Kommentar eher generalisierend mit all den Vor- und Nachteilen, die ein solchen "Über-den-Kamm-scheren" mit sich bringt.

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    1. @Pro Spe Salutis:
      Aber wenn du mich nicht meinst, wen denn dann? Und wer ist es in diesem Zusammenhang, der den Unsinn verzapft???

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  4. Mhhh, ich sage mal so: Die Realität hat die Worte des sel. Johannes XXIII. nicht gerade positiv eingeholt - aus meiner Sicht erleben wir heute einen Zusammenbruch vieler Strukturen, Traditionen, Orientierungspunkte. Manchen Dingen muß man gewiß keine Träne nachweinen, in anderen Punkten richtet dieser Zusammenbruch aber großen Schaden an. Der Frühling des Konzils war bald ziemlich verregnet und auf das neue Pfingsten warten wir bis heute; wer nun aber die Verantwortung für die mauen Erfüllungen der groß angekündigten Verheißungen nur der Kurie oder den Konservativen in die Schuhe schieben will, springt zu kurz.

    Die Rede des sel. Johannes XXIII. hinterläßt bei mir einen ähnlichen Eindruck wie so manche Passage aus "Gaudium et spes" ... Die großen Katastrophen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren langsam verdaut und es herrschte Grund zur Annahme, die Menschen könnten ja doch nachhaltig irgendwas draus gelernt haben. Immerhin schien sich die Lage auch vergleichsweise positiv zu entwickeln; da können dann schon mal solche Texte bei rauskommen.

    Bereits vor rund einem Vierteljahrhundert bin ich übrigens dieser Rede begegnet: Damals schwärmte ein Pfarrer vor seinem skeptischen Ministranten "vom großen Aufbruch" des Konzils und den "Unglückspropheten", die sich mal nicht so kleingeistig anstellen sollten. Seither sprudelt mir dieser Text immer mal wieder entgegen - und ich habe langsam den Eindruck, daß er auch gerne benutzt wird, um (zumindest) meine Skepsis zu diffamieren. Die Pfarrei dieses Pfarrers ist zwischenzeitlich in einer Seelsorgeeinheit aufgegangen und die noch Mitte der 1950er-Jahre notwendige Erweiterung der Kirche um die annähernd doppelte Platzzahl hätte man sich aus heutiger Sicht schenken können, obgleich von vier Sonntagsmessen nur noch zwei übrig geblieben sind (und das, obwohl die Gemeinde nach dem Konzil zu den fortschrittlichsten im Dekanat zählte).

    Optimismus ist eine wichtige Eigenschaft, zweifellos, und wir tun als Christen gut daran, optimistisch zu sein. Aber deswegen treten gewisse Erwartungen trotzdem nicht immer ein, erweisen sich manche Überlegungen als blauäigig. Aber wie gesagt: auch der hl. Thomas von Aquin hat manchmal Unsinn verzapft.

    Meine ich Dich? Vielleicht ja auch irgendwie, aber ich versuche zwischen Menschen zu unterscheiden, die vielleicht eine andere Sichtweise als ich vertreten, aber bei denen ich den Eindruck - so wie bei Dir eben - habe, daß sie ehrlich hochherzig für diese ihre Sicht einstehen und diese im Leben im guten Sinn zu bezeugen suchen --- und andererseits einer nicht selten in den Institutionen und bei Verantwortungsträgern zu verortenden wohlfeilen Kapitulation vor dem Zeitgeist, die man sich schön- und entschuldbar redet, wozu die Johannesrede eben auch gut taugt.

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    1. Was du "Optimismus" nennst, halte ich für Gottvertrauen, was für dich "Unsinn" zu sein scheint für ein tiefstes Wissen, dass wir niemals tiefer fallen können als in Gottes Hand.

      Skepsis ist kein Problem, sehr sinnvoll sogar, damit man sich auf einem gewissen, aber falsch verstandenen Gottvertrauen nicht ausruht. Aber jede Zeit hat ihre ureigenen Herausforderungen und zu jeder Zeit haben Menschen sie genutzt und aus Angst manche Fehler gemacht, aber auch Wichtiges, Neues entdeckt und fortgesetzt. Warum sollte das heute anders sein als zu allen Zeiten?

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    2. Nun ja, der Optimismus des Christen speist sich aus der Hoffnung, das Gott auch noch seine Hand im Spiel hat - insofern kann man das fast synonym gebrauchen. Aber er ist doch, ganz nebenbei, schön und zeigt auch, wie fließend Grenzen sein können, daß Du hier die "frömmere" Wortwahl hast als meinereiner ... ;-)

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  5. Mist, klingt ja schon wieder mißverständlich: Also in der Kontinuität gelegentlichen "Unsinns" sehe ich Johannes und den Aquinaten - damit meine ich jedenfalls nicht Dich, Ameleo.

    Das wiederum könnte ja beinahe ein Kompliment sein, oder?
    ;-)
    Schönes Wochenende!

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    1. Ich habe dir noch gar nicht gesagt, dass ich mich sehr darüber freue, dass du dich auf diese Auseinandersetzung einlässt und wie du um die passenden Worte ringst. Gerade wenn man nicht einer Meinung ist, ist das nicht selbstvertändlich. Danke dafür!

      Dir auch einen schönen Sonntag!

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    2. Aber ich muß dennoch zur Vorsicht mahnen ... manchmal kann ich auch - ich denke, diverse Einträge auf meiner Seite legen das nahe - ziemlich, sagen wir mal: "hieronymusisch" sein. Das kann dann auch schon mal ziemlich abschreckend geraten.

      Gute Woche!

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