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Freitag, 28. September 2012

Und er stellte ein Kind in ihre Mitte

Quelle: pixabay
In seinem Kommentar zu meinem Post über den ARTE-Film zum II. Vatikanum verwies Alex mit Blick auf meine Bemerkung, dass es Zeit wäre, in Sachen Glauben und Kirche erwachsen zu werden, auf die Bibelstelle Mt 18,3. Dort heißt es: "(Jesus) sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen." Wenn ich Alex richtig verstanden habe, möchte er damit betonen, wie wichtig ihm sein "Kinderglaube" ist im Gegensatz zu einem intellektuellen, aufgeklärten, den er offenbar als arrogant empfindet.

Mk 18,3 ist eine Parallelstelle zu dem Text aus dem Markusevangelium vom vergangenen Wochenende (25. Sonntag im Jahreskreis B). Meine Gedanken dazu hatte ich noch nicht so richtig sortiert und daher nicht veröffentlicht. Das will ich jetzt nachholen.

In dem Abschnitt bei Markus, in dem es auch um das Beispiel Kind geht, macht sich Jesus im Anschluss an seine Verklärung (Mk 9, 2-10) und die Heilung eines "besessenen" Jungen (Mk 9, 14-29), dessen "Dämon" seine Jünger nicht austreiben konnten, zunächst zusammen mit seinen Freunden wieder auf den Weg und will diesem engsten Kreis Wichtiges, ihn Bewegendes mitteilen. Markus schreibt:
Sie gingen von dort weg und zogen durch Galiläa. Er wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen.
Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen?Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer (von ihnen) der Größte sei.Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.
(Mk 9, 30-37)
Zentral an diesem Abschnitt aus dem Markusevangelium scheint tatsächlich der berühmte Satz zu sein: "Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein." Insgesamt vier Mal kommt er in den Evangelien vor (Mk 9,35; 10, 43-45; Lk 9, 46-48, 22, 24-27), so wichtig war er der Urkirche.

Viele Predigten zum Thema "Demut" knüpfen hieran gerne an mit der Zielrichtung: "Bleib' lieber klein und demütig." Das finde ich allerdings in den meisten Fällen zu kurzschlüssig und zu vorschnell gedacht. Der Text bietet mehr, und es ist nicht egal, wem dieser Satz gesagt wird.

Zunächst einmal finde ich an diesem Abschnitt die Kontraste, die Gegensätze und Gegenüberstellungen mit der der Evangelist ihn komponiert hat, überaus faszinierend:
  • Zunächst sind Jesus und seine Jünger in Galiläa unterwegs, in einer Region, in der es viele Andersgläubige gibt. Dann kommen sie in das Haus in Kafarnaum, sozusagen "nach Hause", möglicherweise in das Elternhaus von Simon Petrus und Andreas, dorthin, wo die beiden ihr religiöses Fundament erhalten haben.
  • Erst sind sie alleine, dann finden sie sich bei vielen Menschen einer (Groß-) Familie wieder, denn das Haus wird bewohnt gewesen sein, das erwähnte Kind dort nicht allein gelebt haben.
  • Dem Gehen des Unterwegsseins steht das betonte Sichsetzen Jesu im Haus gegenüber.
  • Den Worten von Tod und Auferstehung unterwegs folgt eine durch die Umarmung eines Kindes, das das ganze Leben noch vor sich hat, begreifbar machende Handlung.
  • Während Jesus im Haus seine Jünger zunächst nach ihren Gesprächen befragt und daran anknüpfend lehrt, scheint seine Lehre unterwegs eher unvermittelt gewesen zu sein.
  • Dem immer wieder zu seinen Jüngern sprechenden Jesus stehen schweigende Jünger gegenüber, die sich scheuen, ihn nach dem ihnen Unverständlichen zu fragen und denen die statt dessen geführten Gespräche peinlich sind.
  • Während die Jünger (mal wieder) nichts kapieren, versteht Jesus zutiefst, obwohl er bei den Gesprächen um Ansehen und Position anscheinend nicht dabei war.
  • Der Erfahrung der Macht Jesu und dem Gespräch der Jünger über Machtfragen wird die Machtlosigkeit des Kindes gegenübergestellt, unterstrichen durch die Wortpaare "der Größte" - "Diener aller" und "der Erste" - "der Letzte".
Vermutlich gibt es noch weiter Gegenüberstellungen, die ich nicht entdeckt habe.

Der erste Teil des Textes, also das Gespräch und Geschehen im Unterwegssein durch Galiläa, und der zweite Teil im Haus in Karfanaum scheinen auf einander bezogen zu sein und miteinander zu korrespondieren.

Wenn Jesus seine Jünger also im Haus zum Dienen auffordert (bei Mt zum „Werden wie Kinder“) und zum Aufnehmen von diesen Kleinen, dann muss dies etwas mit dem Thema Leiden, Tod und Auferstehung aus dem ersten Teil zu tun haben. Das Kind wird dabei den Jüngern bewusst gegenüber gestellt.

Das heißt aber: es ist nicht beliebig, welche der unzähligen Akzente des Kindseins hier in den Blick genommen werden müssen. Es wird zum Beispiel kaum gemeint sein: „Werde wie ein Kind, wenn du sauer bist, weil du nicht 'der Bestimmer' sein darfst: Schmeiß' dich auf den Boden, schrei' die Welt zusammen und strampel' mit Armen und Beinen!“ Ich denke eher an folgende Akzente: 

Quelle: pixabay
Während die Jünger konsequent als gegenüber Jesus schweigend dargestellt werden, ist es für Kinder grundlegend typisch, dass sie alles wissen und verstehen wollen und mit ihren Fragen so lange nicht nachlassen, bis sie etwas begriffen haben. Das sollten die Jünger auch mal machen, wenn sie etwas nicht verstanden haben von Jesu Lehre! Dann nämlich könnten sie etwas dazu lernen und erwachsener werden in ihrem Glauben. Ich finde es fast immer wichtiger, (die richtigen) Fragen zu stellen, als (vorschnelle) Antworten zu erhalten und zu geben.

Weiterhin lässt das Kind Jesus ganz dicht an sich heran. Es lässt sich von ihm umarmen, wohingegen die Jünger ihn und seine Botschaft nicht an sich heranlassen und auf Distanz halten, indem sie über andere Dinge sprechen. Dabei wäre es so wichtig, dass sie sich nicht mit Äußerlichkeiten wie Rangordnungen befassten, sondern sich vielmehr in ihrem Inneren persönlich von ihm berühren ließen! Auch das kann die Zeichenhandlung Jesus sagen.

Ein Kind lebt außerdem in großer Abhängigkeit. Zur Zeit Jesu hatte es noch weniger Rechte und war noch machtloser als unsere Kinder heute. In Bezug auf sein Leiden, Sterben und Auferstehen begibt sich Jesus auf ähnliche Weise ganz in die Hände seines Vaters. Er nimmt die Erfahrung seiner Machtlosigkeit an im Wissen, gegenüber Gott spielen Rang und Ansehen keine Rolle.

Möglicherweise fühlten sich die Jünger ja als jemand Besonderes, Besseres, weil sie Jesus so nahe sein durften und von ihm auserwählt waren, während andere Menschen bei Gesprächen, wie dem hier erzählten, nicht dabei sein durften. Sie gerieten damit in die Gefahr zu vergessen, dass das Nichtverstehen und Leiden ebenso zum Leben dazu gehören wie die Erfahrung ausgeliefert und ohnmächtig zu sein. Das Vorbild „Kind“ bringt sie dann auf den Boden der Realität zurück.

Es ist nämlich nicht ihre Aufgabe, in Religion und Gesellschaft „oben“ zu stehen, auch wenn sie Verantwortung übertragen bekommen. Auch trotz ihrer Nähe zu Jesus sind sie niemand Besseres. Vielmehr sollen sie in der Nachfolge Jesu seinem Beispiel folgend ganz besonders für die Kleinen „unten“ da sein, sich mit ihnen solidarisieren, jemand von ihnen werden. Beim Beispiel des Kindes geht es also um die Frage nach Macht und Ohnmacht, nicht aber um einen Aufruf zu mehr Infantilität in Glaubensdingen. Um mich herunter beugen zu können muss ich ja überhaupt erst einmal groß sein und um diese meine Größe wissen!

Daher ist es auch nicht egal, wer den Satz „Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.“ wem und in welcher Situation sagt. Jesus sagt es gerade nicht von oben herab, sondern als einer, der selbst zu jemand von ganz unten geworden ist. Er sagt es zu seinen Jüngern (nicht zu der Volksmenge!) in einem Moment, in dem sie ihre Machtspielchen treiben. (Sie werden nicht abstrakt philosophisch und leidenschaftslos sachlich darüber gesprochen haben, wer der Größte, der Chef von ihnen wäre. Sie werden vielmehr heftigst darum gestritten haben!)

„Wer der Erste sein will, soll der Letzte sein.“ wird heute aber oft in ganz anderen Zusammenhängen gebraucht. Als moralisierende Gängelung von oben herab. D.h.: der/die Sprechende identifiziert sich mit der Position und Person Jesu, blickt aber nicht unbedingt auf die konkrete Situation des Gegenübers, das so in der Rolle der zu ermahnenden und belehrenden Jünger gesehen wird.

Quelle: pixabay
Von manchen wird dieser Satz auch als Leitsatz für das eigene Leben verstanden, in der Identifikation mit den streitenden und zurechtgewiesenen Jüngern und als persönliche Ermahnung, sich zurück zu halten. Als Lohn für dieses Klein-bleiben wird dann häufig eine Erhöhung im Jenseits erhofft. Ich glaube allerdings nicht, dass ein solches berechnendes Sich-klein-machen von Jesus gemeint war!

Aber ob ich mich als Frau überhaupt mit diesen Jüngern identifizieren kann? Das Erleben, auserwählt und etwas Besonderes zu sein und Verantwortung für Wesentliches übernehmen zu dürfen, wird mir im Raum von Kirche permanent abgesprochen. Es ist für mich daher immer noch eine sehr wertvolle Erfahrung, wenn Wertschätzung und Anerkennung spürbar sind. Sie wird mir zwar immer wieder geschenkt, ist aber nicht alltäglich und keineswegs selbstverständlich. In Situationen, bei wesentlichen Dingen mit reden und mit entscheiden zu können, komme ich äußerst selten.

Am nächsten sind mir daher die Menschen aus dem ersten Satz des o.g. Evangelienabschnitts, diejenigen, die nicht erfahren sollen, dass Jesus durchs Land zieht, die außen vor bleiben sollen, wenn wichtige Dinge besprochen und entschieden werden. Denen aber gilt das Wort von den Größten und Kleinsten nicht. Die werden aufgerichtet, geheilt und gespeist, damit sie „groß und stark“ sein können.

Wenn ich überhaupt den Satz „Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.“ als an mich gerichtet verstehe, dann als Aufforderung, mich mit all meiner Größe und Stärke, im Wissen um meine Schwächen und trotz meiner Machtlosigkeit verantwortungsvoll einzusetzen für das, was ich vom Evangelium verstanden habe. So wie es Frere Roger mal formuliert hat: „Lebe das vom Evangelium, was du verstanden hast, und sei es noch so wenig, aber lebe es.“ Von einem Aufruf zu kindlichem, infantilem, unmündigem Verhalten und Glauben lese ich allerdings nichts in diesem Zusammenhang!

Über die persönliche Herausforderung hinaus sehe ich allerdings in diesem zentralen Satz auch eine dicke Ermahnung an die Kirche (-nleitung, die sich selbst ja als in der unmittelbaren Nachfolge der Apostel Jesus stehend versteht) von heute. Nämlich:
  • Glaubt nicht, bereits alles über Gott zu wissen  (im Besitz der "umfassenden Wahrheit" zu sein)und fangt endlich wieder an zu fragen - wie ein neugieriges Kind. 
  • Denkt nicht, ihr wäret etwas bzw. jemand Besseres weil ihr zu Jesus Christus und zu einer bestimmten Kirche/Konfession gehört. Vor Gott sind alle Menschen gleich, da gibt es kein "oben" und "unten".
  • Hört auf, Andersgläubige oder aus eurer(!) Sicht Falschgläubige und Falschlebende klein zu machen, von oben herab zu behandeln und zu verachten. Betrachtet sie durch die Augen Jesu. Vergesst nicht, dass jemand anders am Ende des Lebens richtet.
  • Macht euch aber auch nicht selber klein. Ihr seid Gottes Abbilder und Jesu Schwestern und Brüder. Nutzt lieber eure Größe, um Verantwortung zu übernehmen.
  • Akzeptiert, dass Ungerechtigkeit, Leiden und Tod zum menschlichen Leben genauso dazu gehören wie die Hoffnung auf die Auferstehung. Setzt aber alles daran, mehr Gerechtigkeit und weniger Leid zu schaffen.
  • Lasst endlich den Blödsinn mit eurer Hierarchie! Hört auf mit dem Festhalten am "Oben" und "Unten"! Ihr seid Brüder und Schwestern. Gott ist euer einziger Hirte und Vater.
  • Kümmert euch vielmehr um die, die in ihrem Leben noch so gar nichts vom angebrochenen Reich Gottes erfahren. Und macht endlich die Sorgen und Nöte, Hoffnungen und Ängste der Menschen zu euren eigenen! Dann nämlich nehmt ihr mich auf und den, der mich gesandt hat.


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Kommentare:

  1. Liebe Ameleo,

    danke für deine ausführliche Auslegung des Markustextes! Da kann ich richtig gut mit, ich glaube auch ganz sicher, dass wir als erwachsene Glaubende gemeint sind und nicht als ewige Kinder.

    Liebe Grüße
    Martina

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  2. Zunächst einmal wollte ich zum Ausdruck bringen, dass ich es nicht nur als arrogant empfinde, sondern dass es arrogant ist, den Glauben anderer Leute als infantil zu bezeichnen, weil man ihn als zu hierarchiehörig und zu wenig aufgeklärt hält. Jemand der dies tut, beherzigt eben nicht den Rat Jesu sich klein zu machen und mit der Weltoffenheit eines Kindes auf den anderen zuzugehen. Wohin das führt, wurde ja auch in dem Arte-Film deutlich: Pater Gumbel(?) sagte, dass die Arroganz und der offene Hohn, mit denen Leuten wie Lefebre beim Konzil von ihren Progressiven Opponenten begegnet wurde, zu deren späteren Bruch mit Rom beigetragen haben dürfte. Jetzt haben sich diese Leute im 19. Jahrhundert eingemauert, und das wäre wohl zu verhindern gewesen, hätte man verständnidvoller, geschwisterlicher und mit weniger totalitärem Alleinseligmachungsanspruch auf der progressiven Seite gehandelt.
    Desweiteren bin ich angesichts solcher Dinge ganz froh, dass es diese Hierarchie gibt. Sie dämpft nämlich den Furor derer, die bemängeln, dass es sich bei den Konzilstexten nur um Kompromisse handelt und gleichzeitig demokratische, weniger Hierarchische Strukturen einfordern. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Demokraten, die mit sich Kompromiss und Ausgleich nicht abfinden können! Und da nehmen sich die Konzilsgeistbeschwörer und die Konzilsablehner nicht viel- es mangelt beiden Seiten an der Fähigkeit sich klein machen zu können. Da haben auf beiden Seiten die Leute ganze Dachstühle vor den Augen.
    Ich bezog mich auch viel weniger auf meinen Glauben, als auf den meiner Großeltern zum Beispiel. Deren tiefe und unverbildete Fömmigkeit hatte etwas inspirierendes und kam dem kindlichen Ideal Jesu wohl recht nahe. Ich reagiere empfinlich darauf, wenn diese Leute als infantil bezeichnet werden- oder wie ich neulich aus progressiver Feder las, als Ritualheiden, weil sie ihren Glauben praktizierten, und weder Zeit noch ausreichende Bildung hatten, um hochgelehrte Bücher zu wälzen. Bei sowas geht mir der Hut hoch, und ich kann Gott nur um die Gnade bitten, dass mir so ein Idea-Spektrum-Fatzke mir sowas nie ins Gesicht sagt. Ruuuhig, Blutdruck, ruuuhig.

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    1. Dass es unfaires miteinander Umgehen beim letzten Konzil gegeben hat, kann sicher nicht abgestritten werden. Vermutlich war es auf jedem anderen Konzil zuvor ebenfalls so. Ganz sicher werden diejenigen mit Macht in früheren Zeiten sogar noch intensiver versucht haben, die anderen über den Tisch zu ziehen.

      Dafür, dass die Piusbrüder sich nach wie vor „im 19. Jahrhundert eingemauert“ haben, sind aber trotzdem allein sie selbst verantwortlich. Sie müssten inzwischen Manns genug sein, diese Kränkung hinter sich zu lassen und auch mal damit beginnen, auf das zu schauen, wo sie sich irren, als dies immer den anderen zuzuschieben! Und sie sollten - das ist ihnen mit dem Vatikan gemein - endlich mal etwas in ihre Konfliktlösungskompetenz investieren (z.B. durch eine intensivere Zusammenarbeit mit den Sozialwissenschaften).

      Zum Thema Kompromiss: Natürlich kann es bei solchen Entscheidungen immer nur Kompromisse geben, wobei Einvernehmlichkeit natürlich noch wesentlich besser wäre und Spaltungen reduzieren könnte. Was aber aus traditionalistischer Ecke zur Zeit häufig übers Konzil gesagt wird, lässt manchmal den Eindruck entstehen, dort wären besonders progressive Dinge geäußert worden. Unter dem Akzent des Kompromisses kann man sicher nur sagen: dem ist nicht so! Es wurde der traditionalistischen Seite bereits in vielerlei Hinsicht bei der Formulierung der Texte weit entgegen gekommen. Auch das wäre mal zu würdigen!

      Und nochmal zum "Kleinmachen": Wie ich oben schon schrieb, ist diese Aufforderung eben nicht zum (Kirchen-) Volk gesagt, sondern zu dessen Leitung. Das ist auch bei allen Parallelstellen die Blickrichtung und kann nicht oft genug betont werden. Wo gegen ich mich wende, ist die missbräuchliche Zitation dieser Stelle zum Zweck des Kleinmachens und Kleinhaltens von anderen und ihr Missbrauch für die Legitimation einer Weigerung, selbst hinzulernen (unter dem Deckmäntelchen der „Demut“), obwohl die Bedingungen und Fähigkeiten dafür da wären.

      Eine „tiefe und unverbildete Frömmigkeit“ wird damit doch nicht abgewertet. Im Gegenteil: wie ich ebenfalls bereits oben schon schrieb gilt gerade diesen Leuten die besondere Zuwendung, ggf. Heilung und vor allem Rückenstärkung durch Jesus und ist somit auch ein Auftrag an die, die ihm nach besten Kräften nachfolgen.

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