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Samstag, 6. Oktober 2012

Bunt sind schon die Wälder

An jahreszeitliche Themen anknüpfende Lieder singen wir in der katholischen Kirche so gut wie nie. Es wird sich am kirchlichen Jahreskreis orientiert, und da ist Ostern wichtiger als der Frühling, Heilige wie Franz von Assisi spielen eine größere Rolle, als der Herbst und das Erntedankfest. So fehlt z.B. das wundervolle Paul Gerhardt Lied "Geh aus mein Herz" zu Frühling und Sommerbeginn in unseren Gesangbuch "Gotteslob". Schön finde ich auch das Erntedanklied "Wir pflügen und wir streuen", welches sich ebenfalls nur im evangelischen Kirchengesangbuch findet.

Das Lied "Bunt sind schon die Wälder" dagegen hatte ich bislang nicht als geistliches Lied verstanden, sondern in die Kategorie "Herbstlied" bzw. "Volkslied" einsortiert. Bis ich es für eine Veranstaltung aus dem Netz ziehen wollte. Dort bin ich auf ein Ergänzung von vier neuen Strophen (Srophen 4 -7) gestoßen, die mir außerordentlich gut gefallen.

1. Bunt sind schon die Wälder
Gelb die Stoppelfelder,
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
graue Nebel wallen,
kühler weht der Wind.

2. Wie die volle Traube
aus dem Rebenlaube
purpurfarben strahlt !
Am Geländer reifen
Pfirsiche mit Streifen
rot und weiss bemalt

3. Flinke Träger springen
und die Mädchen singen, ?
alles jubelt froh.
Bunte Bänder schweben
zwischen hohen Reben
golden glänzt das Stroh.

4. Wer liess alles spriessen
auf den Äckern, den Wiesen
Wer gab Wachstum und Saft ?
ER schuf alles Leben
in dem Korn, in den Reben:
Leben ist seine Kraft.

5. Du willst alles hegen,
schützen, bewahren und pflegen;
alles hast Du bedacht.
Du lässt keimen, sich regen
Du schenkst Sonne und Regen
Du Herr, des Lebens Pracht.

6. Aus den reifen Feldern,
aus den tiefsten Wäldern
klingt ein voller Klang:
DU gabst Licht und Wärme
DU schenkst reiche Ernte;
Dir sei Lobgesang !

7. Und an jedem Morgen
scheuchst du unsere Sorgen
in den Himmel hinaus.
Himmelblau und Helle
Berge, Meereswelle:
Alles ist Dein Haus.

8. Geige tönt und Flöte
in der Abendröte.
Herr, wir bringen Dir Dank.
Eh wir es begreifen
Lässt Du alles reifen
Dir sei unser Dank !
 
Worte: Str. 1-3, 8a J. Gaudenz von Salis-Seewis (1782)
Str. 4-7, 8b G. Fleischer 1996
Weise: J. Friedrich Reinhardt 1799

Waren die vier Strophen nur mir unbekannt? Ich finde, es lohnt sich, dass sie nicht nur bekannter, sondern auch in Zukunft z.B. in Erntedankgottesdiensten gesungen werden!

Übrigens: Beim Klick aufs Lied kommt man auf die Seite, auf der ich das Lied gefunden habe und erfährt dort auch etwas von dem Hintergrund, wie es zu den neuen Strophen kam.



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1 Kommentar:

  1. Wie schön, dass du die 4 Strophen gefunden hast. Ich kannte sie auch noch nicht, wäre aber auch nicht auf den Gedanken gekommen zu recherchieren.

    Es ist mein Lieblingslied. Weil *sentimental* es mir immerzu auf der Zunge lag, als ich damals den ersten Herbst mit älterer Tochter, die frisch gehen lernte, erlebte.

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