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Sonntag, 14. Oktober 2012

Warum ich Katechismen für wenig geeignet halte zur Glaubensweitergabe und -vertiefung III

Weitere Gedanken: Siehe Links unten!


5. Glauben, lieben und vertrauen


Gegenüber dem dozierenden Ansatz von „KKK“ und „Youcat“ stelle ich in Frage, ob es beim im Glauben Wachsen wirklich vordringlich um eine Zunahme von Faktenwissen geht, gehen muss. Für mich hat „glauben“ viel mehr mit Vertrauen in und Liebe zu dem dreieinen Gott zu tun, mit der Erfahrung seiner Gegenwart und ein in Beziehung treten mit ihm. Wie aber soll das durch eine (Über-) Betonung von „Glaubenswissen“ wachsen können?

Vertrauen und lieben habe ich auf andere Weise gelernt: nicht durch Bücher und Dokumente, sondern durch andere Menschen. Auch nicht dadurch, dass jemand mir nur sagte: „Ich liebe dich!“ und „Du kannst mir vertrauen!“ und sei dies noch so oft gewesen, sondern dadurch, dass diese Liebe spürbar, erfahrbar wurde, dass sich andere mir als vertrauenswürdig erwiesen haben, weil ich mich auf sie verlassen konnte, und weil sich auch von mir haben lieben lassen und mir ebenfalls Vertrauen entgegenbrachten. Bereits diese Erfahrungen waren für mich im Rückblick und sind auch heute religiöse, geistliche Erfahrungen, auch wenn dabei nicht einmal die Worte Gott oder Jesus Christus vorkamen.

Aus diesem Erleben heraus und meiner Überzeugung nach kann auch „glauben“ nur in Beziehung gelernt und gelebt werden und wachsen: Zunächst durch die Beziehung zu einem oder mehreren Menschen, die ein Stück Lebens- und Glaubensweg mitgehen und durch Gespräche und Handlungen das Hineinwachsen in einen eigenen Glauben begleiten. Durch ihre Person, ihre Zuwendung und ihr Dasein kann möglicherweise ansatzhaft etwas von der Liebe und der Gegenwart dessen durchscheinen, den wir in der Sprache des Glaubens den "Ich-bin-da" nennen und von dem wir glauben, dass er die Liebe selbst ist. Aus einer solchen begleiteten Zeit heraus kann schließlich auch eine persönliche Beziehung zu Gott selbst wachsen und die Übernahme von Eigenverantwortung für die weitere geistliche Entwicklung.

Dabei erlebe ich bei mir selbst wie bei anderen unterschiedlich geprägte Zeiten, in denen, wie auch bei den zwischenmenschlichen Erfahrungen mit Vertrauen und Liebe, mal mehr mal weniger stark hinterfragt und kritisiert, mal intensiver mal oberflächlicher Vorgegebenes akzeptiert, mal stärker in die Bindung oder mehr auf Distanz gegangen wird. Und wiederholt wird Verschiedenes ausprobiert mit Versuch und Irrtum, in Gemeinschaft und alleine, in lautstarker Auseinandersetzung oder der Stille bis der passende eigene Weg gefunden ist, um ihn dennoch immer wieder neu zu überprüfen, in Frage zu stellen und neu auszujustieren.

Das, was andere Menschen und Institutionen heute, früher, auch sehr viel früher gedacht und geglaubt haben, wird mir dabei immer mal wieder dann zur Orientierung, wenn ihr Beispiel und Wissen, ihre Worte, Erfahrungen und Überlegungen mich existentiell betreffen. Manchmal muss ich mich aber auch bewusst von ihnen abgrenzen und eine eigene Neuformulierung meiner Glaubenserfahrungen versuchen, bestenfalls gemeinsam mit anderen.

6. Die Rolle von Bildern und Symbolen, Erzählungen und Geschichten bei der Entwicklung eines persönlichen Glaubens


Geschichten und Symbole spielen nach meiner Erfahrung bei dieser Entwicklung eines persönlichen Glaubens eine wichtigere Rolle, als abstrakter Wissensinput (wobei nicht nur Theologisches für mich persönlich eine große Bedeutung bekommen hat!). Denn mit ihnen können menschliche Urerfahrungen aufgegriffen werden in sprechenden Bildern, die durchlässig sind für mein eigenes Erleben aber auch und vor allem für etwas bzw. jemanden „dahinter“.

Außerdem ermöglichen Bilder und Geschichten, meine eigenen Erfahrungen in den größeren Kontext einer Glaubens- und Tradiergemeinschaft zu stellen. Denn über Glaubenserfahrungen lässt es sich gut austauschen, an Bildsprache anknüpfen und über eigene Erkenntnisse diskutieren, was sich dagegen bei absolut gesetzten Glaubens"wahrheiten", wie sie die Katechismen vertreten, verbietet. Über Wahrheit lässt sich nicht streiten. Sie kann man nur akzeptieren oder ablehnen. Solches schwarz/weiß- und richtig/falsch-Denken passt aber nicht mehr in die heutige komplexe Lebensrealität.

Gerade viele biblische Geschichten greifen Urerfahrungen auf wie z.B. vom Geliebt-, Gewollt- und Angenommensein bzw. der Sehnsucht danach (z.B. in den Schöpfungs- oder Heilungserzählungen), von Geschwisterkonkurrenz und Streit (z.B. Kain und Abel, Jakob und Esau, Gleichnis vom barmherzigen Vater, Apostelkonzil) oder von Verlässlichkeit und Freundschaft (z.B. Rut und Noomi, David und Jonathan). Sie zeigen mögliche Lösungsansätze für die benannten Probleme auf und deuten das Erzählte in einem religiösen Kontext.

Die in den biblischen Texten verwendete Bild- und Symbolsprache eröffnet mir dabei Freiraum für meine eigenen Bilder und Vergleiche. Sie findet Worte und Geschichten für existenzielle Erfahrungen menschlicher Beziehungen zu Gott und untereinander, engt mich aber allein schon durch die Vielfalt der verwendeten Bilder, die sich sogar teilweise widersprechen, nicht ein, sondern schafft mir Möglichkeiten, den darin und dahinter zu entdecken, der größer ist alle Bilder und Vergleiche.

Bei einem Katechismus ist das anders. Durch seine dogmatisierende und formelhafte Sprache legt er, so scheint es, Gott fest auf das, was formulierbar ist und in der Vergangeheit als verbindlich geltend formuliert wurde. Seine Texte wollen so und nicht anders angenommen und nach Möglichkeit auswendig gelernt, nicht aber diskutiert werden. So erschweren sie mit ihrem machtvollen Anspruch den Zugang zu eigenen Erfahrungen und Begegnungen, Bildern und Geschichten oder verbauen ihn sogar. (Nicht von ungefähr sind Beiträge, die sich mit Katechismusinhalten auseinandersetzen, ebenfalls fast immer sehr formelhaft, abstrakt philosophisch, frei von Bildern und Vergleichen und fern jeder Erfahrung.)

7. Meine Vorstellungen über zum Katechismus alternative Ansätze der Glaubensweitergabe und -vertiefung 


Ich meine, um den Glauben zu vertiefen, müsste statt Katechismuswissen zu lehren und zu rezipieren, verstärkt gelernt werden, Geschichten des Glaubens (weiter) zu erzählen, Worte zu finden für eigene Erfahrungen und Geschichten und solche von Menschen aus andern Zeiten und anderen Kulturen. Wir brauchen alte und neue sprechende Bilder und Symbole, die unsere Erfahrungen heute und damals widerspiegeln.

Wichtig finde ich weiterhin zu lernen, die Tiefendimensionen von Bildern und Erzähltem hinter der Oberfläche zu erahnen und zu verstehen, (biblische) Geschichten und bildhafte Vergleiche so zu sehen und zu lesen, wie eine Ikone, bei der das Motiv auf der Oberfläche auf den nicht darstellbaren zu Verehrenden dahinter verweist.

Und es müsste die Sensibilität gestärkt werden, für die Wahrnehmung meiner eigenen, wirklichen Fragen und die von anderen Personen und der Gesellschaft, sowie die Fähigkeit, einander darauf treffende, glaubhafte Antworten zu geben, in einem Dialog, bei dem auch die eigenen Unsicherheiten, Zweifel und Anfragen Platz haben dürfen.

Dafür braucht es Menschen, die dies selbst einüben und mit anderen leben. Menschen, die Geschichten erfinden, erzählen und lebendig werden lassen. Menschen, die anderen die Augen öffnen, weil sie selber erfahren haben, wie ihnen die Augen auf und über gingen. Menschen, die bereit sind, Lebenswege eine Zeitlang zu begleiten, auch auf Um- und Irrwegen. Und Menschen, die sowohl hin- und zuhören, als auch die richtigen, existentiellen Fragen stellen können.

Das ist nichts Neues. Dabei knüpfen diese Ansätze durchaus unmittelbar an biblische und kirchliche Traditionen an und werden zugleich gegenwärtigen Bedürfnissen gerecht, was den Katechismen – wie ich hoffentlich deutlich machen konnte – in meinen Augen nicht unbedingt gelingt.


Weitere Gedanken zum Thema:

Warum ich Katechismen für wenig geeignet halte zur Glaubensweitergabe und -vertiefung I
­0. Vorbemerkungen
1. In welchen Zusammenhängen ist mir ein Katechismus in der Vergangenheit begegnet?
2. Das Problem der Adressaten von „KKK“ und „Youcat“

Warum ich Katechismen für wenig geeignet halte zur Glaubensweitergabe und -vertiefung II
3. Der Umgang mit den Leserinnen und Lesern, ihrer Lebenssituation, ihren Erfahrungen und Fragen
4. Fehlende theologische Aktualität


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Kommentare:

  1. Liebe Ameleo,
    vielen Dank für deine interessanten Gedanken zum Katechismus.
    Ich stimme dir absolut zu, dass Glauben nur durch Erfahrungen erlebbar wird und wachsen kann.
    Aber es geht ja nicht um „irgendeinen“ Glauben an einen Gott, auch nicht um irgendeinen Glauben an den Gott der Bibel. Es geht um den katholischen Glauben. Und der Katechismus stellt für mich eine Art Nachschlagewerk zur katholischen Lehrmeinung dar. Was dabei definitiv fehlt, sind Hinweise auf innerkirchliche Diskurse und besagte Hierarchie der Wahrheiten (Teil 2).
    Ich persönlich musste keine Katechismussätze im Religionsunterricht auswendig lernen, empfand dennoch das vermittelte Wissen als abstrakte, vom persönlichen Glauben losgelöste Fakten (was sicher auch am Pfarrer lag).
    Auf meinem Weg vom Kinder- zu einem aufgeklärteren Erwachsenenglauben war und ist der Katechismus mir jedoch eine große Hilfe. Und ich gebe zu, ich lese gern im YOUCAT und mag die Frage-Antwort-Form. Vor allem in Gesprächen mit Nicht-Gläubigen bietet der Ketachisus eine gute Grundlage, um meinen katholischen Glauben zu erklären.
    Der Katechismus allein reicht absolut nicht aus. Ohne „frische Zutaten“ und weitergegebene Erfahrungen kann man Glauben nicht erleben. Der Katechismus sollte nicht unkommentiert angenommen und auswendig gelernt werden. Es braucht die Auseinandersetzung (wie ja auch der Papst im Vorwort zum YOUCAT fordert), die Gespräche über die Übertragbarkeit dieser „Wahrheiten“, auch über die Verhandelbarkeit einiger. Glaube kann nicht gelehrt werden! Aber zum Katholischsein Faktenwissen dazu.

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    1. "Es geht nicht um irgendeinen Glauben, sondern um den katholischen", schreibst du nachdem du die Bedeutung des Erfahrens unterstrichen hast. Darin steckt für mich eine etwas seltsame Spannung: Wie geht: "Gott katholisch erfahren"? um es mal etwas zu überziehen. Dürfen wir ihn auf das Maß unserer Erkenntnis einschränken? Ich glaube nicht.

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    2. Was ich meine ist, dass man Glauben nicht vermitteln oder lehren kann. Man kann "nur" die Fakten vermitteln, die finde ich z.B. im Katechismus. Dafür dass ich diese annehme und daran glaube und sie nicht nur auswendig lerne, braucht es das Erfahren/Erleben dieser Inhalte, z.B. bei der Anbetung, in Gesprächen... Ein Katholik wird Gott u. U. anders erfahren als ein Protestant, nicht weil es ein anderer Gott ist, aber weil sich das "Faktenwissen" unterscheidet. Das Ziel ist sozusagen das gleiche, der Weg aber ein anderer (nicht schlechter oder besser!). Ich persönlich brauchte z.B. die Auseinandersetzung mit der Eucharistie, mit den Ansichten der katholischen Kirche dazu, um Gott dort wirklich erfahren zu können. Ohne dieses Wissen (und die persönliche Beschäftigung damit) war es für mich eine automatisierte Handlung, etwas besonderes ja, aber Gott?

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    3. Ich finde die Diskussion hier sehr interessant und möchte, wenn es mir erlaubt ist, im Diskurs der Erfahrenen etwas beitragen.
      Ich selbst habe auch mit den Katechismus bisher wenig zu tun und will an dieser Stelle die Kenntnisse und Erfahrungen der Bloggerin nicht infrage stellen, da sie sicherlich weit größer sind als meine.

      1. Möchte ich die Aussage von gottvertrauen unterstützen. Jeder Mensch erfährt anders nach dem, was er erlebt hat und was er weiss. Ein Interpretationsschlüssel der Erfahrung sozusagen. Und in diesem Zusammenhang finde ich den KKK wichtig. Wir erfahren etwas und daraus ergibt sich eine Frage bzw. dieses Erfahrene berührt eine Frage. Und dann sind wir nicht auf uns selbst gestellt, sondern wir können im Katechismus nachschauen, wie die Kirche diese Frage beantwortet hat. Und daraus können wir dann unsere eigene Interpretation der Erfahrung ausrichten.

      2. In diesem Zusammenhang denke ich ist die Aussage des Papstes zu verstehen. Neuevangelisierung fängt bei uns selber an und fordert von uns, sich im gesteigerten Maße mit dem Glauben auseinanderzusetzen. Dieses mehr darf aber nicht alleine auf einer Ebene des Erlebens bleiben, sondern muss mit einem gesteigerten Wissen einhergehen. Dafür aber ist der KKK das zentrale globale Instrument, welches von der Kirche autorisiert ist. Auf ihn kann der Papst damit verweisen als zentrales Nachschlagewerk. Der Vatikan kann ja schlecht ne Liste mit allen möglichen Autoren rausgeben nach dem Motto: Die könnt ihr lesen, die sind gut. Wo sind wir denn.

      Zuletzt werden wir ja auch zum verstärkten Bibelstudium aufgrufen. Alle drei Ebenen - Bibel, Katechismus, Erfahrung - ergänzen sich und sind gemeinsam die Instrumente der Neuevangelisierung.
      Vllt. ein Bild am Ende: Wenn man ein Menü ist, braucht man Löffel, Messer und Gabel. Und so braucht man auch zur Glaubensweitergabe Bibel, Katechismus und Erfahrung.

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    4. @ MC:
      Das Thema habe ich in drei Teilen veröffentlicht, daher steht nicht alles in diesem Post.
      Zu 1.: Schön wäre es, würde der KKK tatsächlich aufkommende Fragen beantworten. Tut er aber nach meinem Empfinden nicht. Bin ich an anderem Ort drauf eingegangen. Wenn er deine Fragen trifft, ist es doch gut.

      Zu. 2: Wie aktuell auf der Weltbischofsynode deutlich wird, gibt es die beiden Hauptströmungen von denen die eine wie du betont: wir müssen mit der Neuevangelisierung bei uns selbst anfangen. Die andere wendet eher den Blick nach außen, auf die Stellung der Kirche in der Welt, auf Kommunikationsfähigkeit etc.. Keines von beiden darf vernachlässigt werden!

      Dass mehr Wissen in Glaubens- und Kirchendingen von Bedeutung ist, denke ich auch. Aber auf Aktualität und Korrektheit der Inhalte von KKK und Youcat kann man sich eben nicht verlassen. Auch das habe ich im vorhergehenden Post ausführlicher angesprochen.

      Für mich kommen in den biblischen Texten Wissen und Erfahrung zusammen. Es stehen darin ebenso Erfahrungen, die Menschen vor uns mit dem sie begleitenden Gott und in der Begegnung mit Jesus gemacht haben wie theologische Überlegungen. Diese Texte kann man durch die Brille der eigenen religiösen Erfahrung ebenso lesen wie mit entsprechendem Vorwissen und wissenschaftlichen Methoden. Beide Sichtweisen können zu einer vertieften Gottesbeziehung führen, von Person zu Person ist dabei beides unterschiedlich gewichtet.

      Schön finde ich, dass du das Bild vom Menü für dich gefunden hast. Was aber ist es, was dich nährt, was ist dieses Menü? Für mich sind es Bibel, Erfahrungen, Begegnungen und Wissen. Wobei mir der Katechismus eher im Hals stecken bleibt und Bauchschmerzen verursacht.

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    5. @ gottvertrauen:
      Ich denke eben schon, dass man den Glauben betreffend mehr als Wissen vermitteln kann und muss!

      Nachfolge Jesu heißt für mich auch, versuchen, wie er zu handeln, die Rede von Gottes Liebe zu und Annahme von jedem Menschen im eigenen Handeln umzusetzen. Ich kann mich an seinem Handeln und seinen Worten orientieren und damit versuchen, Zeichen zu setzen, so unbeholfen, die auch manchmal sein mögen.

      Wer ähnlich gut wie er Geschichten erzählen kann, soll in seiner Nachfolge Geschichten erzählen, wer gut predigen kann, soll predigen, wer eine Begabung fürs Heilen hat, soll heilen, wer ein Händchen dafür hat, Menschen für das Reich Gottes zu begeistern, soll sie sammeln, und wer, wie er bereit ist zur Auseinandersetzung mit ungerechten religiösen und gesellschaftlichen Strukturen, soll sich mit den heutigen "Pharisäern" und "Römern" streiten. Solch Handeln empfinde ich als stärker als ein abstraktes Lehren von vermeindlichen Wahrheiten.

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    6. Das bestreite ich keineswegs! Das Kennen des Katechismus macht sicher keinen guten Christen aus! (Vielleicht eher das Gegenteil, wenn bloßes Herunterleiern von "Fakten" die tätige Nachfolge Jesu ersetzt.)
      Aber ist das, was du beschreibst, nicht viel mehr ein vermitteln, wie man Glauben leben, Glaubensleben gestalten kann?
      Glauben an sich kann man weder mit Faktenwissen noch durch das Vorbild von gelebten Glauben vermitteln. Dafür braucht es eine "Gotteserfahrung" - und die kann wohl nur durch Gott kommen.
      Gott ist eh zu groß, um sich in einen Katechismus pressen zu lassen und ich will den Katechismus gar nicht so stark verteidigen, wie es hier den Anschein hat. Auch ich sehe seine Grenzen und Schwächen. Aber ich halte ihn dennoch für ein gutes Werkzeug und denke, dass ein Katholik sich mit seinen Inhalten auseinandersetzen muss.

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    7. @ gottvertrauen:
      Aber ist das "Glauben Leben" nicht das Eigentliche der christlichen Glaubens? Um was sollte es sonst gehen?

      Gotteserfahrung ist in der Tat nicht machbar. Es ist immer ein Geschenk, oder theologisch gesprochen "Gnade". Alles, was ich tun kann und versuchen kann anderen zu vermitteln, ist, dafür offen und bereit zu sein. Das ist z.B. etwas, was vom Beispiel Marias zu lernen wäre.

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  2. "Um was geht es eigentlich beim Glauben?" wäre übrigens auch mal ein spannendes Thema...

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    1. Aufruf zu einem kleinen "Schreibwettbewerb" in der Blogozese? ;)

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  3. Ich denke wir sind uns alle einig, das man mehr braucht als den Katechismus um zu glauben. Wir sind uns auch einig, dass es zwei Aspekte gibt: Glauben erfahren, über den Glauben wissen. Beide Aspekte dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen miteinander Hand in Hand gehen. Wer seine eigene Erfahrung gegenüber dem objektiven Glaubenswissen überhöht, der droht, den wahren Glauben zu verlieren und wer nur weiss, ohne erfahren zu haben, ist nicht autentisch. Beide - Erfahrung und Wissen - können sich aus verschiedenen Quellen speisen, von denen die wichtigste die Hl. Schrift ist. Sicherlich kann man darüber streiten, für was der Katechismus geeignet ist. Aber da er uns von der Kirche als Hilfsmittel nachdrücklich empfohlen wird, sollten wir vllt. vor allem nach Möglichkeiten suchen ihn zu benutzen als zu überlegen, wo er unbrauchbar ist.
    Mich persönlich würde es daher sehr interessieren, wo Du aus deiner reicheren Erfahrung (als meine) da Anwendungsmöglichkeiten siehst. (Solltest du das bereits geschrieben haben, wäre ich für einen entsprechenden Hinweis dankbar)

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    1. Ich habe ihn bisher nie verwendet, habe noch an keiner Veranstaltung teilgenommen, in der er vorgekommen wäre und lese nur im Netz und in päpstlichen Äußerungen davon, dass ihm Bedeutung beigemessen wird.

      Verwendungsmöglichkeit: Vielleicht ein Seminar, in dem er auf seine theologische Zuverlässigkeit hin untersucht wird. Reale Erfahrungswerte können andere Mitlesende eher geben.

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    2. @Ameleo: Du hast ja Theologie studioert und bist sozusagen "vom Fach", aber was würdest du denn den "Laien" empfehlen, die sich über den (katholischen) Glauben informieren wollen bzw. bei einer bestimmten Frage wissen wollen, was die katholische Kirche dazu sagt?

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    3. Ich würde erstmal nachfragen, um was es eigentlich geht: um Infos für ein Referat o.ä. oder um eine persönliche Annäherung und Auseinandersetzung mit einem Thema.

      Bei ersterm, also dem Interesse an rein sachlicher Information, ist die Seite www.katholisch.de schon mal ein guter, erster Anlaufpunkt mit einigen Verweisen. Einen guten ersten Einblick in strukturelle Fragen der Kirche gewährt www.dbk.de, Unterpunkt "Katholische Kirche". Wer will, kann über diese Seite auch den für Deutschland massgeblichen "Katholischen Erwachsenenkatechismus" anklicken. Auch die Wikipedia ist in vielen theologischen Themen erstaunlich kompetent. Bei biblischen Themen gehen meine Klicks immer zunächst zu Wibilex bzw. www.bibelwissenschaft.de.

      Ginge es aber um eine persönliche Suche und Auseinandersetzung, würde ich immer Gespräche mit und Kontakte zu anderen Menschen empfehlen z.B. durch den Besuch eines Glaubenskurses. Da ich die entsprechenden Kolleg_innen, die solche Kurse und auch persönliche Gespräche regelmäßig anbieten, kenne, wäre schnell ein Kontakt hergestellt. Diese Kolleg_innen haben die entsprechende Kompetenz und das notwendige Know-how im Umgang mit Suchenden. Gemeinden und Bistümer können da meist weiterhelfen.

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    4. Ach ja: das Bonifatiuswerk verschenkt gerade zu verschiedensten Glaubensthemen die Heftchen "Kirche im Kleinen". Mit deren Material war ich in der Vergangenheit immer sehr zufrieden, weshalb ich die Serie bestellt habe. Die Heftchen wurden aber noch nicht ausgeliefert.

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  4. Liebe Ameleo, auch wenn ich schon mitbekommen habe, daß Dir die Debatte mittels Kommentaren zusagt, würde ich dennoch in den kommenden Tagen auf meiner Seite auf einiges, was Du sagst, mittel- oder unmittelbar eingehen ...

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