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Dienstag, 2. Oktober 2012

Zeitloser Herbst

Nun bist du da, Herbst.
Deine Äpfel sind reif
und die Birnen,
du lässt das Laub sich färben.

Deine letzte Farbenexplosion
breitest du kraftvoll aus
bevor das Braun und Grau des Winters
dir deine bunte Macht entreißt.

Durch deine Nächte ziehen Vögel,
melancholisch, herbstlicher Klang
dringt durch ihre Dunkelheit
und tagsüber aus gefärbten Wäldern.

Beeren reifen, warten auf Frost,
für ihre innere Süße,
auch geerntet wird noch immer
Felder für die Wintersaat bestellt,
und Gärten sorgsam zur Ruhe gelegt.

Du, Herbst, kommst und gehst
im Wechsel der Jahreszeiten,
des ewigen Zyklus
jeden Jahres.

Du schenkst uns Fülle
von Früchten und Farben,
von Düften und Klängen,
von Wettern und Temperaturen
jeder Art.

Kannst uns Dankbarkeit lehren
für die Geschenke der Schöpfung,
für das Geschenk des Lebens
für Kommen und Gehen,
Saat und Ernte,
Frost und Hitze
im Jahreslauf
in reichen, bunte Lebenszeiten.

Gemeinhin verbindet man dich, Herbst,
mit der Reife der Lebensmitte.
Doch Lebensherbste kommen, gehen.
Ernte will stets eingefahren werden.
Nahrung für wachstumsarme Zeiten,
Saaten für das Kommende.

Zur Zeit erscheinst du mir sogar
recht jugendlich und frech:
kleidest dich auffällig grell und bunt,
statt dezent erwachsen grün, grau und braun.

Lässt fallen deine bunte Pracht
wo immer du gehst und stehst,
wie auf dem Boden verteilte Kleidung überall
ohne Rücksicht
auf fremde und geräumte Plätze.
Sollen doch andere entfernen,
was lästig dir und überflüssig geworden ist.

Selbst deine seltenen
stürmisch durchgeführten Aufräumaktionen
türmt die abgelegte Kleidung
nur auf an einem anderen Ort,
fegt sie drunter irgendwo
und in schwer zugängliche Ecken.

Da spüre ich viel Jugendliches
in deinem wechselhaften Wesen,
von den herumliegenden Essensresten
werde ich hier schweigen.

Du bist nicht reif, Herbst,
du bringst uns Reife,
kehrst zyklisch wieder
wie Keimung, Wachstum, Brachezeit.

Ernte herbstlich einfahren
geht immer, ein Leben lang.
Die Resultate mehr oder weniger
intensiv gelernten Vokabeln,
mit größerem oder geringerem
Aufwand geführter Mappen
gehören ebenso dazu,
wie tragende Freundschaften,
Lieblingsrezepte und duftende,
weil frisch geputzte Zimmer,
ein neuer Auftrag, eine Beförderung,
ein Lob und der mächtige Blumenstrauß.

Du bist zeitlos, Herbst,
kommst, wenn deine Zeit ist,
jedes Jahr und zwischendurch,
regelmäßig, reich und bunt,
mal stürmisch, mal mit später Wärme
und gehst vorüber
wie ein Gast
der vor seinem Auszug
das Bett bereitet
für die Nachkommenden.

Nur selber aufräumen
könntest du wirklich mal!


Creative Commons LizenzvertragFrech.Fromm.Frau. von Ameleo steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

1 Kommentar:

  1. regt viele Gedanken an, sehr gelungen!
    schön.

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