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Dienstag, 6. November 2012

Wortgottesfeier, Lifeübertragung oder TV-Messe auf dem Sofa?

Wenn keine Messe vor Ort möglich ist, braucht es Alternativen. Die beliebteste: Zentralismus. Gemeinden werden fusioniert, die kleineren Orte können ja fahren zu einer möglichst großen (und damit anonymen) Zentralkirche. Verschiedene Kilometer- und Zeitangaben, was denn da zumutbar ist, sind im Umlauf.

Die von mir dagegen favourisierte Lösung:
lokale Wortgottesfeiern, die nach Möglichkeit von einem Team vorbereitet und gestaltet werden. Die real erfahrbare Gemeinschaft, das gemeinsame Beten und Hören auf das Wort Gottes, ggf. auch die Mahlgemeinschaft in einer Kommunion- oder an den Gottesdienst anschließenden Agapefeier halte ich für unverzichtbar wichtig für eine Gemeinde.

Wortgottesfeiern hielt Akatair auf ihrem Blog "Anmerkungen donec venias" in diesem Post jedoch für überholt und schlug als bessere Alternative die Mitfeier eines TV-Gottesdienstes im heimischen Wohnzimmer vor. Auf meinen Kommentar hin, hat sie das Thema in einem neuen Post noch einmal neu aufgerollt und als weitere Möglichkeit Live-Übertragungen auf Großbildleinwand vorgeschlagen. Auch das sei in ihren Augen immer noch besser als eine Wortgottesfeier.

Im Kommentarbereich gibt es dazu interessante Überlegungen (die leider stellenweise dazu neigen, über Stichworte wie "Beliebigkeit" und andere beliebte Negativ-Schlagworte in üblische Klischeediskussionen abzugleiten).

Ein spannendes Thema! Weiter fusionieren geht bald nicht mehr, (es sei denn, man einigte sich auf jeweils eine zentrale Messfeier pro Bistum. Wer will, kann ja fahren. Die Gefahr, dass dort dann auf absehbare Zeit Großbildleinwände für Außenübertragungen nötig werden, halte ich für eher gering ...), also ist es an der Zeit, sich über Lösungen Gedanken zu machen. Mal rüberklicken und mitdiskutieren!

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Kommentare:

  1. Die eigene Gemeinde erfahren, zusammen beten, feiern usw. das hätte ich nicht so gesehen früher. Aber seit ich mehrere Monate in die Krankenhauskapelle der Nachbarstadt zum Sonntagsgottesdienst fahre, merke ich deutlich, dass mir "unsere" Kirchengemeinde fehlt. Ich merke, dass ich mich frage, was denn unser Priester in der Predigt gesagt hätte, oder wie er dieses Thema aufgegriffen hätte, ich frage mich wie es den Menschen so geht (ob die ältere Frau vorne links in der Dritten immer noch so humpelt), ich vermisse unsere Orgelklänge und die unverwechselbare Art des Organisten, die Männerstimmen beim Gesang. So vieles.

    Ich würde für die Eucharistie weit fahren, denke ich. Aber ich glaube, ich würde für unsere Gemeinschaft auch gelegenheit zum Zusammensein haben wollen und zum Wortgottesdienst gehen.

    Wortgottesdienst ist doch nichts anderes als Wortgottesfeier?
    Man kann Gott auch ruhig den Dienst einer Wortgottesfeier erweisen, finde ich. Und die eigene Gemeinde damit stärken.

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    1. "Wort-Gottes-Feier" ist zur Zeit die politisch korrekte Bezeichnung für einen Wortgottesdienst. Zum Hintergrund hier ein Link zu einem Text vom Deutschen Liturgischen Institut zum Thema: bit.ly/VziIy6

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  2. Gemeinde findet nicht mehr statt in diesen Pfarrverbänden. Das weiß wohl inzwischen jeder. Man fühlt sich auch nicht mehr so verantwortlich..Wortgottesdienste sind Lob Gottes. Da leben die Protestanten ganz gut und fromm mit.Für eine Eucharistiefeier fahre ich jetzt schon meilenweit. Oft fällt das aus wegen "Regen". Es ist alles nicht das Wahre.Ich denk da an den Waldbauernbub. Die hatten damals bei Schnee den Herrgottswinkel als Ersatz.

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  3. Ach, lieber Gott, Deine Langmut mit der römisch-katholischen Kirche ist wirklich unermesslich. Da wird hier über eine Frage diskutiert, weil das eigentliche Problem nicht angesprochen werden darf: die Anpassung des priesterlichen Dienstes an die Erfordernisse der Seelsorge. Ich denke da durchaus nicht nur an den Pflichtzölibat, bzw. dessen Aufhebung. Ich denke auch an eine Diversifizierung des priesterlichen Dienstes: dass z.B. bewährte Männer und (man verzeihe mir die Kühnheit) Frauen, die möglicherweise schon pastorale Aufgaben ausüben, meietwegen für einen eingeschränkten Dienst ordiniert/geweiht würden und so befähigt würden, der Eucharistie vorzustehen. Ich denke, lieber Gott, Du könntest damit leben. Bei Deinen Frömmsten allerdings habe ich meine Zweifel.

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    1. Armand, du hast ganz sicher Recht mit deinem Einwand. Ich denke auch, dass sich wesentliche Strukturen ändern müssen, damit die römisch-katholische Kirche nicht zu einer Sekte verkommt mit der daraus ebenfalls resultierenden gesellschaftlichen Irrelevanz.

      Da ich aber nicht erkennen kann, dass sich jenseits von großen Teilen des Kirchenvolkes auf absehbare Zeit etwas ändert, braucht es pragmatische Lösungen, die an das anknüpfen, was machbar ist und die Menschen dort nährt, wo sie Hunger haben, in dem Wissen darum, sie so nicht zufriedenstellend sättigen zu können.

      Ich bin mir auch nicht wirklich sicher, welches der zukunftsweisendere Weg ist: das Priesteramt auszuweiten auf weitere Personenkreise, was bedeuten würde, die Priesterzentriertheit aufrecht zu erhalten, oder die abnehmenden Priesterzahlen als Zeichen zu nehmen, die Kirche auf andere Säulen zu stellen. Oder gibt es eine Kombination aus beidem?

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  4. Liebe Ameleo,liebe Mitlesende,

    ich selbst bin in solch ein "Zukunftsprojekt" eingebunden: Wort-Gottes-Feier . Das ist für mich und für alle aus unserem Team inhaltlich und dem Wesen nach vollkommen gleichwertig mit der Eucharistiefeier zu sehen und daher auch entsprechend zu feiern. Wir gestalten unsere bisherigen WoGoFeiern ganz bewußt OHNE Kommunionteil, weil wir in der tradierten (!) Sichtweise weder den Priester noch dieses Amt einfach "nachahmen" wollen. Das 2.Vatikanische Konzil hat sehr klar von der gleichwertigen Behandlung des "Tisches des Brotes" und des "Tisches des Wortes" gesprochen, und genau das setzen wir um ! Unsere WGFeiern haben wir im Grobene selbst konzipiert, sind aber in der Gestaltung, im Ablauf, in der Textwahl etc, vollkommen frei. Je zwei Teammitglieder sind verantwortlich für die Gestaltung "ihrer" Feier und suchen sich meist weitere "Rollenträger" für die Gestaltung dazu. Wir können auf Lektor_innen und einen hervorragenden Organisten bauen, haben unendlich viele Freiheiten und Möglichkeiten. Die WGF-Verantwortlichen im jeweiligen Gottesdienst tragen jede_R lediglich eine naturweisse Stola (von einer Weberin für uns aus Naturseide hergestellt) als liturgisches Zeichen. Bisher sind diese Feiern sehr gut angenommen worden. Eines Sonntags kamen zwei Frauen ganz erstaunt und fragten nach, warum wir denn die WGFeier nicht mit Kommunion machen. In ihrer Gemeinde fänden auch WGFeiern statt und diese IMMER mit Abendmahl. Unsere Begründung (s.o.) hat sie bewußt werden lassen, dass es auch "ohne" geht. Im Team haben wir die Option auf eine WGF MIT Kommunion im Hinterkopf behalten - trotzdem denken wir, dass zur Feier im Gedenken an Jesus Christus nicht zwingend Brot und Wein (ich denke, der ganze Transsubstantiationsgedanke muss ohnehin überdacht werden!) dazugehören MÜSSEN, wohl aber können und auf alle Fälle nicht an eine Priester-Weihe und somit an eine Amtstradition angebunden sein darf. Klerikalhierarchie mit entsprechendem Sonderstatus einer "Weihe" hat die Kirche leidervon jeglicher geschwisterlicher Gemeinschaft entfernt. Das müssen wir nicht haben. Die Traditionalistischesn Spaltungsbereitschaft ( siehe heute Piusbruderschaft) und Spaltungen durch eine 2000jährige Geschichte hat die RKK jedefalls nicht auf einen guten Weg gebracht.

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