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Samstag, 15. Dezember 2012

Kinder und Gewalt

Gewalt, die andere Kinder irgendwo auf der Welt erfahren, kommt durch Zeitung, Radio, TV und Internet auch in Kinderköpfe und -seelen. Je nach Persönlichkeit reagieren die Jugendlichen und Kids verschieden darauf, mit Neugier, Fragen, Tränen, Ängsten. Es lässt sie auf jeden Fall nur selten unberührt. Zu Hause können wir reden, uns berühren lassen, Kerzen anzünden in der Sprachlosigkeit.

Morgen wird bei uns ein Familiengottesdienst gefeiert. In der Vergangenheit wurden Leid und Gewalterfahrungen, besonders die aktuellen, in solchen Gottesdiensten bewusst außen vor gelassen mit der Begründung, Kindern könne man solche Themen nicht zumuten.

Ich fand das immer unbefriedigend. Das Thema ist ja damit nicht aus der Welt. Die Kids hören davon, erleben aber, dass es im Gottesdienst, dort wo wir sonst eher uns persönlich nicht so berührendes Leid vor Gott bringen, nicht vorkommt.

Wie seht ihr Leser und Leserinnen das, wenn ihr Kinder oder Jugendliche begleitet in euren Familien, in Schule und/oder Gemeinde: Redet ihr über solche schlimmen Ereignisse? Versucht ihr so etwas von den Jüngeren fern zu halten? Bindet ihr die Themen in religiöse Kontexte wie Gebet und Gottesdienst ein? Möchtet ihr, dass es in Familiengottesdiensten thematisiert wird? Auf welche Weise und in welchem Umfang? DIE EINE Antwort wird es nicht geben. Aber eure interessieren mich!



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Kommentare:

  1. Kommt auf das Kind an, Ameleo. Mein älterer Sohn wird und wurde anders mit diesen Dingen fertig, nämlich typisch Mann, das Weite suchen.Oder Augen zu und durch. Dem anderen Sohn mußte ich als Kind angesichts von Todesfällen im Bekanntenkreis schwören, dass ich nie alt werde, nie graue Haare bekomme und nie sterbe. Du hast die Wahl.Der Hohn ist ja, früher mußten nur die Frauen abends zu Hause bleiben, heute im Grunde jeder.Was stand in der Berliner Tageszeitung, Weihnachtsmarkt als Bombenort? Also, man kann ja auch noch zusätzlich Probleme erfinden.Kann man im Gottesdienst Fürbitten sprechen für alle Kinder, die Gewalt zum Opfer fallen. Man muss nicht so direkt das Thema ansprechen..Diese große Not aus der Ferne und dann hilflos sein..

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  2. Meine Kinder schauten mir heute über die Schulter als ich Zeitung las und haben nicht gefragt, warum da Kinder so entsetzt gucken. Da habe ich sie nicht darauf angesprochen. Hätten Sie gefragt hätte ich wohl gesagt, dass sie gerade gesehen haben wie jemand ihren Freunden sehr weh tut. Vom Tod hätte ich nicht geredet da jüngere Tochter dadurch aus der Bahn gerät und sehr weint (immer noch wegen des Opas vor einem Jahr, die Endgültigkeit).

    Ich finde nicht, dass man solche Dinge fern von den Kindern halten sollte, aber ich denke schon, dass man je nach Empfindsamkeit die Sache vage halten muss. Im Gottesdienst müssen ja nicht Details erwähnt werden, aber für die Verstorbenen und ihre Angehörigen gebetet, das fände ich gut.
    Ältere Tochter schaltet sichtbar ab, wenn ihr das Thema zu schwer ist. Aber jüngere Tochter hat den Schutz noch nicht.
    Letztendlich aber ist unsere Welt so. Und auch Kinder müssen damit leben. Man muss sie ja nicht so damit "duschen" indem man Fernsehen, Zeitungsbilder und Tischgespräch darum kreisen läßt.

    Liebe Grüße
    Huppicke

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  3. wie ich nun lese, sind die kinder in amerika abschnittsweise über den schulhof geführt worden, augen zu...damit sie nichts sehen. fernhalten kann man heutzutage nichts mehr. man muss aufpassen, dass niemand ob der fülle der ereignisse komplett abschaltet.hier in berlin dreht sich einem regelmäßig das gehirn. wer ist nun wo totgeschlagen worden?wie hieß nochmal der von letzter woche?meine kinder sind 23 und 32 jahre alt. die zeiten, in denen ich einfach die zeitungen versteckt habe, sind auf ewig passe. soviel kann man nicht verstecken.

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  4. Ich habe heute in unserem Familiengottesdienst, bei dem auch die allerkleinsten mit dabei waren nur eine allgemeinere Fürbitte formuliert. ich wusste nicht, was und wieviel die Kinder von diesem Ereignis mitbekommen haben. Ich denke, einige haben sich davon gehört oder gelesen, vor allem die Älteren. Aber ich weiß auch von Kindern in der Gemeinde, die in dieser Hinsicht sehr behütet aufwachsen...
    Aber es ging mir ähnlich wie dir Ameleo. Ich war sehr hin und hergerissen....

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    1. So wurde es bei uns heute auch gelöst: Eine Zeitlang schweigen zu den Fürbitten. Dazu aber auch Erwähnung im Hochgebet. Fand ich sehr stimmig.

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    2. Hallo,
      ich bin eine ganz neue Leserin und gleich dieses Thema spricht mich sehr an. Ich bin noch jung und habe keine eigene Familie, aber für mich und meinen Glauben war das wohl der "springende Punkt". Nach der Firmung habe ich mich nach und nach vom Glauben distanziert, vor allem, weil ich auf meine Fragen zu Krieg, Leid und Gott einfach keine Antworten bekam. Meine Familie war nicht aktiv religiös, im Firmunterricht fand ich keine Antworten, der Religionslehrer konnte mit vagen Aussagen nicht überzeugen. Auch heute noch unter Kommilitonen ist das eine häufige Frage bzw. der Grund der angegeben wird, weshalb sie nicht an Gott glauben: Wie kann es dann all die Kriege und Ungerechtigkeiten geben?
      Vielleicht ist ein Kinder- und Familiengottesdienst nicht der Ort für Detailliertes dazu (ich denke, das wurde bei euch richtig gelöst). Aber in der Vorbereitung auf Hl. Kommunion und Firmung fände ich das, altersgemäß (und individuell, je nach Gemüt des Kindes) erarbeitet, ein wichtiges Thema. Mit 8 Jahren habe ich mich darüber gewundert und für die armen Kinder in der Welt gebetet, habe Gott gefragt, warum es uns so gut geht und anderen so schlecht. Ich habe gehofft, dass die Menschen gut sind und Armen helfen, und dass Gott dafür sorgt. Aber später habe ich diese Hoffnung nicht halten können, ich konnte als Teenager nicht allein, ohne Hilfe, aus meinem Glauben heraus Antworten und/oder Halt finden.
      Wenn man Kinder behutsam an solche Themen heranführen kann und bei ihnen ist, und solche Ereignisse mit ihnen zusammen mit Gott bespricht, dann, denke ich, werden sie mit dieser Seite unserer Welt besser zurecht kommen und fühlen sich angesichts solcher Bilder nicht alleingelassen.
      Ich zumindest hätte mir das gewünscht.

      Liebe Grüße

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