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Montag, 21. Januar 2013

Winter

Nun ist auch bei uns der Winter eingekehrt. Gefroren hatte es schon länger, über Nacht kam ein wenig mehr Schnee als reiner Puderzucker.

Jede Jahreszeit sieht anders aus. Jedes Wetter riecht auch anders. Schnee hat einen eigenen Geschmack nach mehr als Nichts und gefrorenem Wasser. Am meisten an verschneiten Landschaften fasziniert mich ihre Stille. Bevor die Räumfahrzeuge kommen, ist alles gedämpft. Bei leicht geöffnetem Fenster ist so auch in der Dunkelheit das Wetter draußen zu "hören". Eben weil weniger zu hören ist.

Wenn die Geräusche draußen leiser werden, sind manchmal die inneren besser zu hören. Ich genieße das, andere erschrecken darüber. Für mich ist jetzt auch die Zeit für die leisen Töne mancher Gedichte.

Winterzeit ist Brachezeit. Scheinbar wächst nichts. Das Wachsen geschieht im Verborgenen. Denn unter Schnee und Eis haben manche Samenkörner schon gekeimt. Sie warten auf etwas günstigere Temperaturen und vor allem auf mehr Licht, um kraftvoll weiter zu wachsen. Wildtiere wissen das. Manches von Wildschweinspuren, vor allem von Rüsseln durchwühlte Feld zeugt davon.

Von Lothar Zenetti gibt es einen "Winterpsalm". Ich weiß nicht, was das Urheberrecht dazu sagt, wenn ich ihn hier einstelle. Daher besser nur der Inhalt, ein Zitat und ein Link. Im Winter, schreibt Lothar Zenetti und meint winterliche Zeiten, gibt es nichts zu säen und nichts zu ernten. Es waren andere vor uns, die gesät haben, nach uns werden andere ernten. Im Winter können wir nur wachen, den Acker hüten und das Feuer an Brennen halten. (ganzes Gedicht z.B. hier)

Tiere, die gelernt haben, mit Frost zu leben, rücken oft eng zusammen, wärmen die in der Mitte und tauschen dann die Plätze, damit alle einmal den Schutz der Gruppe erleben. "An uns ist es, in Kälte und Dunkelheit beieinander zu bleiben und während es schneit, unentwegt wachzuhalten die Hoffnung." schreibt Lothar Zenetti. Ein schönes Bild: den Acker vor dem Durchwühlen bewachen und die Hoffnung schützend in die Mitte nehmen. Und darum wissen, dass wir die Plätze tauschen werden, und es von Zeit zu Zeit sie ist, die uns umhüllt und wärmt.


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Kommentare:

  1. Liebe Ameleo,

    so verschieden ist das Leben.
    Ich kann dem Winter und dem Alter nichts Schönes
    abgewinnen.

    Herzliche Grüße
    Elisabeth

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  2. Liebe Elisabeth,

    dass weiß ich! Ich habe auch keine Ahnung, wie ich den Winter im Alter erleben werde. Winter ist für mich aber nicht nur eine Zeit des Alters. Winter kann in jedem Lebensalter sein. Genauso wie Frühling, etc.

    Liebe Grüße
    Ameleo

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  3. Manchmal denke ich, noch haben wir 4 Jahreszeiten. Ab November wäre die Zeit, nach innen zu gehen. "Nebel hängt wie Rauch ums Haus, drängt die Welt nach innen.."sagt Christian Morgenstern in seinem Novembergedicht. Jede Jahreszeit hat ihren eigenen Erzengel, sagen die Anthroposophen. Wie schön, wenn man sich darauf einlassen kann. Stattdessen wird uns Hektik zum Ablenken eingetrichtert. Was kommt danach? Die große Leere, die eines Tages nicht mehr zugedrönt werden kann.

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  4. Liebe Ameleo
    das gefällt mir das der Winter keine Zeit des Alters ist und er in jeder Situation auftreten kann. Manchmal braucht es brachliegende Zeiten um sich neu zu finden. Ich finde das ist ganz gut eingerichtet so. Auf jeden Winter kommt ein Frühling ja ein neues Erwachen. Manchmal schickt Gott solche Zeiten zur Stille und er will mir sagen: Gott allein genügt, mehr brauch ich nicht für einen neuen Aufbruch.

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