ACHTUNG: Zur Zeit gibt es bei Blogger Probleme mit dem Internet Explorer. Videos können beispielsweise nicht angesehen und Kommentare nicht abgeschickt werden. Bitte in diesem Fall einen anderen Browser wie z.B. Firefox benutzen!

Mittwoch, 6. Februar 2013

Flow

Ob diese Erfahrung alle Musiker_innen und Sänger_innen machen? Man übt ein neues Stück ein, Stimme für Stimme, Instrument für Instrument. Es ist mühsam, erfordert viel Konzentration, Geduld, wenn die anderen dran sind.

Das erste Singen oder Musizieren klingt grauenhaft. Es scheint unmöglich zu sein, das jemals richtig hin zu bekommen. Mit der Zeit wird es besser, es beginnt zu klingen. Wäre da nicht die eine direkt hinter mir mit der Blechstimme, die zwei Stühle weiter, die immer die Pausen verhaut und der Bass, der es einfach nicht auf die Reihe kriegt. (was mir alles ja niiiiiemals passieren würde!!)

Es wird besser. Warum aber noch weiter üben? Das Stück beginnt langweilig zu werden. Ein Auftritt macht deutlich: da ist noch eine Menge Potential ... Irgendwann - nach der Langeweile - wird das Stück leicht und spielerisch. Plötzlich entsteht etwas Gemeinsames, ein voller, einheitlicher Klang, bei dem keine Stimme, kein Instrument mehr unbeabsichtigt heraus zu hören ist, weil etwas großes Gemeinsames entstanden ist. Töne greifen ineinander, reiben oder ergänzen sich. Die eigene Melodie steht nicht mehr im Zentrum des eigenen Tuns, es entsteht unvermittelt die Wahrnehmung des Ganzen. Ich werde zu einem Teil des Ganzen, das Ganze existiert gerade auch wegen mir.

Solche Momente sind für mich etwas sehr Besonders. Sie haben eine ganz eigene Tiefe und eine einzigartige, nicht machbare, geistliche, spirituelle Dimension. Das Einzelne und das Gemeinsame greifen untrennbar ineinander, werden etwas Ganzes, ohne das Eigene zu verlieren. Ob das alle Musiker_innen und Sänger_innen in kostbaren Momenten so erleben?


Creative Commons LizenzvertragFrech.Fromm.Frau. von Ameleo steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

1 Kommentar:

  1. Lieber Ameleo,

    ich nehme an, dass es allen Musikern und Sängern
    so wie dir ergeht.

    Einen guten Abend wünscht dir
    Elisabeth

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.