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Donnerstag, 21. Februar 2013

Folgen einer Grenzziehung

Klar in Grenzen gewiesen habe ich Kommentator_innen gestern mit meinem letzten Post und der Wiedereröffnung meines Spielplatzes. Was hatte das zur Folge?
  • Anschließende, sich darauf beziehende Kommentare, für deren kommentierte Freischaltung es gestern Nacht einfach zu spät war, hatten eine deutlich höhere Qualität. Ich werde nicht auf die einzelnen eingehen. (Kommentare hier, hier und hier)
  • Deren Argumentation wiesen allerdings exakt die gleichen Mechanismen auf, die sich auch durch die #Aufschrei-Debatte zogen (eine gute Analyse hier):
    • Es wurde bagatellisiert, banalisiert, verharmlost: ("wie kann eine das als Beleidigung verstehen?" = „ich hab doch gar nichts gemacht“ oder „so schlimm ist das doch gar nicht!“; als „Überreaktion“, "überempfindlich" werten; …) verbunden mit einer Beweislastumkehr, im Sinne von: "beweis mir erstmal, dass das, was ich geschrieben habe, inakzeptabel ist."
    • Es wurde weiterhin nicht auf den eigentlichen Punkt eingegangen: Bislang hat mir niemand argumentativ oder erfahrungsbezogen widerlegt, dass Kirche totalitäre Tendenzen aufweist. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit meinem Kommentar wird nach wie vor verweigert. (UPDATE: nach diesem Post hat MC einen sehr differenzierten Kommentar zum Thema geschrieben!)
    • Während Günther Jauch von allen Seiten zu recht als übergriffig dafür kritisiert wurde, dass er in einer seiner Sendungen die Tochter von Martin Lohman ins Spiel brachte und damit übergriffig und zu persönlich wurde, setzen die Kommentatoren ihr übergriffiges Verhalten weiterhin dadurch fort, dass sie meine Person und mein Verhältnis zu meinem Arbeitgeber ins Zentrum ihrer Anmerkungen setzen.
    • Es wird auf Nebenschauplätze ausgewichen (z.B. Ist die Bezeichnung „Trolle“ angemessen?), damit meine Kompetenz, angemessen mit übergriffigen Kommentaren umzugehen, in Frage gestellt.
    • Es wird auf Tatsachen hingewiesen, die zwar richtig sein mögen, aber in diesem Zusammenhang irrelevant sind (bei #Aufschrei: „auch Männer leiden unter Übergriffen“; hier: „in meiner Arbeit ist es noch viel schlimmer“). Statt als Gegenposition vorgebracht zu werden, sollten sie vielmehr zu einem gemeinsamen Handeln gegen unzumutbare Arbeitsbedingungen führen!
    • Auch die bei #Aufschrei gehörte Argumentation von Frauen, die sich mit übergriffigen Männern solidarisierten, findet sich in ähnlicher Form in dem Kommentar von KleinesLicht, der gleich auf der Spielwiese gepostet wurde.
Daraus wird deutlich:
  • Es bleibt notwendig, klare Grenzen gegenüber unangemessenen und übergriffigen Kommentaren zu ziehen! Die Qualität der Kommentare profitiert davon und damit meine Leserinnen und Leser.
  • Wo diese Grenze verläuft, ist für meine Person und meinen Blog ganz alleine meine Entscheidung.
  • In der Diskussionskultur gerade auch auf sogenannten „katholischen Blogs“ sind erhebliche Defizite im angemessenen Umgang mit unterschiedlichen Positionen und Meinungen fest zu stellen.
  • Wenn es im Grundanliegen um eine gemeinsame Sache gehen soll (Gehet hin in alle Welt...), ist ein solcher Umgang miteinander absolut unangemessen und nicht nur kontraproduktiv, sondern destruktiv!
  • Personenbezogene Angriffe können nicht geduldet werden! Auch in Zukunft nicht.
  • Man kann sich den ganzen Tag aufregen, ist aber nicht dazu verpflichtet. Wem mein Blog nicht gefällt, kann anderswo lesen. Das Web bietet unendlich viel!
  • Übergriffiges Verhalten darf nicht unter den Tisch gekehrt oder still schweigend gelöscht werden! Es muss ans Tageslicht und ausdrücklich benannt werden, um Änderungen bewirken zu können! Das werde ich auch in Zukunft so handhaben.
  • Ich bin nicht der Papst. Was ich schreibe beansprucht daher keine Unfehlbarkeit. Sofern nicht der Papst persönlich auf meinem Blog einen Kommentar ex cathedra postet, gestehe ich meinen Kommentatorinnen ebenfalls Fehlbarkeit zu. Die Entscheidung darüber, wo Schwächen und Übergriffe zu weit gehen, destruktiv sind und daher nicht geduldet werden, liegt bei mir! 
  • Es wird für alle Zeiten Unbelehrbare und Dummköpfe geben. Das Thema ist dabei irrelevant. An sie werde ich auch in Zukunft keine Zeit und Energie verschwenden. Solche Kommentare werden mit einem Klick gelöscht!
Denen, die mir in Kommentaren und Mails den Rücken gestärkt haben, sei an dieser Stellen ein herzlicher Dank ausgesprochen!


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Kommentare:

  1. Liebe Ameleo,

    ich wünsche dir viel Kraft.

    In Liebe

    Elisabeth

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    1. Liebe Elisabeth,
      danke! Kann ich gut gebrauchen!
      Liebe Grüße
      Ameleo

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  2. Auch von mir gute Wünsche, ich finde es klar und gut wie Du gepostet hast.!
    liebe Grüsse, und "Danke" für Deine Worte, Mails an mich. Ich freu mich drüber.
    Elisabeth

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    1. Danke! Hab dich nach eurem Umzug lange vermisst!

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  3. Liebe Ameleo!
    Ich bin immer wieder beeindruckt, wie klar und logisch du Positionen darstellen kannst, ohne andere abzuwerten. Große Klasse!!!
    Wünsche dir natürlich auch, dass div. Kommentare dich nicht allzu sehr belasten. Schließe dich ins Gebet ein und bin dankbar, dass du unserer Kirche ein sympathisches, glaubwürdiges, engagiertes, liebenswertes Gesicht gibst!
    Liebe Grüße aus Österreich,
    Regina

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  4. Ausführlich sind deine Äußerungen, sie sind nachvollziehbar, aber auf die Gefahr hin, dass ich ins Reich der Trolle verbannt werde: sie sind nicht logisch. Es fängt bei der vermeintlichen Umkehrung der Beweislast an. Am Anfang dieses Shitstürmchens steht immerhin eine argumentativ nicht Unterfütterte Behauptung. Die Beweislast läge hier beim Behauptenden- der müsste definieren, was spezifizierende Merkmale eines autoritären Systems sind und welche tatsächlichen Merkmale des Systems Kirche unter diese Definition zu subsumieren sind. Die einzige explizite Begründung war die des "Aufatmens" das totalitären Systemen zueigen sein soll. Bei näherer Betrachtung handelt es sich aber nicht um eine hinreichende Bedingung, da auch bei einem bloß autoritären System dieses Aufatmen stattfinden kann (auch die Bundesrepublik atmete auf, als Kohl ging, war aber noch nicht mal autoritär), es ist noch nicht mal eine notwendige Bedingung, weil es auch Machtwechsel ohne Aufatmen in totalitären Systemen geben kann. Also kann man sich hier nur mit dem impliziten Argument auseinandersetzen: dass es ein totalitäres System ist, weil Du es so empfindest und/oder sagst. Da Dir ja an sachlicher Auseinandersetzung gelegen ist, muss der wohl meinende Leser annehmen, dieser Zirkelschluss nicht der Immunisierung deiner Aussage dient. Er bemüht sich also, mit gutem Willen dort ein diskursfähiges Argument zu finden. Da bleibt nichts anderes, als der Hinweis, dass dein Eindruck falsch ist; dass Du dort arbeitest und dass es uns hier draußen außerhalb der Komfortzone des Quasiöffentlichen Dienstes nicht möglich wäre, unsere Arbeitgeber derart massiver öffentlicher Kritik zu unterziehen. Und das hat nichts mit der Menschenunwürdigkeit des Systems zu tun: im Gegenteil, die Leute haben die Wahl, ob sie Geschäfte mit uns machen, wir müssen sie als Kunden gewinnen, was unsere Jobs zuweilen anstrengend und aufreibend macht. Wogegen rufst Du also zum Widerstand auf? Gegen Konsumfreiheit und Privatautonomie? Rufst Du also zum autoritären Wirtschaftsdirigismus auf, um ein Argument gegen das einzige von Dir vorgebrachte abzubügeln?

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    1. Nur eine andere Meinung zu haben, reicht nicht, um in mein feines Trollgärtlein zu gelangen. Da muss ich dich leider enttäuschen! ;-)

      Nur zur Erinnerung: bei meiner umstrittenen Äußerung ging es um einen Kommentar zu einem Kommentar auf einen Post. Also eher eine Nebensächlichkeit am äußersten Rande, die für mich ohne die Bedeutung ist, die man ihr gegeben hat.

      Dazu muss es auf einem von der Öffentlichkeit verborgenen Blog einen Artikel mit Link zu mir gegeben haben. Ich weiß weder von dem Inhalt des Artikels, noch von den Gründen, warum betreffendes Blog nichtöffentlich ist. Mag sein, dass hinter der verschlossenen Tür entsprechende Gründe aufgeführt sind, nur darf ich auch darüber nichts erfahren.

      Von dort aus geäußerte Kommentare hatten für mich daher etwas von Heckenschützen, die aus dem Hinterhalt schießen, ohne sich selbst angreifbar zu machen. Das kann ich nicht dulden!

      Du kommst wieder auf deinen Arbeitgeber zu sprechen. Dies Thema ist in diesem Zusammenhang, dabei bleibe ich, ein Nebenschauplatz. Dazu nur eins: ich kenne durchaus Unternehmen z.B. in der Automobilindustrie, die ihre Belegschaft ausdrücklich zur Kritik am eigenen Konzern auffordern, weil sie darin ein großes Potential erkennen: zum einen wissen sie, dass nur Leute, die sich mit der Firma stark identifizieren, differenzierte Kritik üben, sie daher als Teil der Corporate Identity zu werten ist. Zum andern stecken in ihr in aller Regel der Firma (auch finanziell) dienende Verbesserungsvorschläge. Solch ein Umgang mit Kritik sollte in jeder Firma, auch im Bereich der Kirchen, die keine "Firmen" im herkömmlichen Sinn sind, der Normalfall sein!

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    2. ja, der Verweis auf deinen Arbeitgeber ist, wie ich finde, insofern gerechtfertigt, als eben gezeigt werden kann, dass es innerhalb der Kirche, sogar bei den Hauptamtlichen, ein breites Meinungsspektrum gibt, das nicht wirklich auf ein totalitäres System hinweist. Ansonsten ist dein Arbeitgeber ein Nebenschauplatz. Hinzu kommt, dass Hauptamtliche eben nicht nur als Arbeitnehmer zur Kirche gehören. Da wird es sehr schwer für nicht gespaltene Persönlichkeiten die unterschiedlichen Rollen zu trennen
      Und sicher ist konstruktive interne Kritik in jedem Unternehmen willkommen. Aber öffentlich? Ich denke nicht, dass VW sehr glücklich darüber wäre, wenn ein Vorarbeiter öffentlich auf seinem Blog Hunday empfiehlt und die Modellpolitik seines Arbeitgebers kritisiert. Da gibt es mit Sicherheit klare Grenzen.
      Was die Heckenschützen angeht- da wäre vielleicht zu berücksichtigen, dass es sich bei deinem Sniper eben auch um einen Hauptamtlichen handelt, der ins Schussfeld von kirchenkritischen Kreisen geraten ist und sich deshalb in die Hecke schlug. Auch die andere Seite ist nicht zimperlich im Umgang mit der beruflichen Existenz ihrer Gegner-vermeintlich oder tatsächlich- wenn es darum geht die Meinungshoheit zu erlangen. Und da generell mit der Kirche nicht gerade zimperlich in der öffentlichkeit umgegangen wird, macht sich hier natürlich eine gewisse Wagenburgmentalität breit, die zu übertriebener Empfindlichkeit gegenüber etwas polemischer Rhethorik, obwohl man diese selbst gern betreibt. Was Du allerdings hier duldest oder nicht, bleibt Dir überlassen, Du hast hier Hausrecht- darauf poche ich schließlich auch immer, wenn von außerhalb innerkirchliche Spielregeln beanstandet werden.

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