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Freitag, 8. Februar 2013

Herr P.

Heute tragen wir Herrn P.* zu Grabe. Er ist über 80 Jahre alt geworden. Zum Schluss ging es ihm nach einem Krankenhausaufenthalt nur noch schlecht. Seine Sprache war auch kaum noch zu verstehen, nicht einmal mehr für seine Frau.

Herr P. saß immer ganz hinten in der Kirche. Er hatte alles im Blick und sprach darüber. So lange er konnte, hat er überall mit angepackt. Im Pfarrgarten ging das schon lange nicht mehr, aber Küstern und Kollektieren übernahm er, bis er am Stock gehen musste. Zum Schluss war ihm selbst der Weg zum Auto zu weit, mit dem er die 500 Meter zur Kirche hätte fahren können.

Der Kirche war er immer sehr nahe. Er hat aber stark darunter gelitten, dass er sie nicht mehr so vorfand wie in seiner Jugend in Schlesien bis zur Flucht. Das hat ihn verbittert. Aber ohne Menschen wie Herrn P. gäbe es unsere Kirche und Gemeinde nicht. Ohne sie gäbe es hier auch heute noch so gut wie überhaupt keine Katholik_innen.

Ich mochte Herrn P.. Wir haben uns manches mal gestritten. Darüber sind wir uns näher gekommen. Reibung erzeugt Wärme. Seine Ansichten habe ich nicht geteilt, und er nicht meine. Aber wir haben uns immer gefreut, uns zu begegnen. Er hatte so viel zu erzählen. Doch viele haben nur den Kopf über ihn geschüttelt.

Nun ist sein irdischer Lebensweg zu Ende. Mit jedem alten Menschen, der stirbt, ist es, als würde eine Bibliothek verbrennen, heißt es zu Recht. Ich bin sicher, es geht ihm gut, da wo er jetzt ist!

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*Name geändert

Creative Commons LizenzvertragFrech.Fromm.Frau. von Ameleo steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

1 Kommentar:

  1. Liebe Ameleo,

    davon bin ich auch fest überzeugt:
    Allen Sterbenden gebt es dort, wo sie sind, gut.
    Das ist Hoffnung, die trägt.

    Einen guten Tag wünscht dir
    Elisabeth

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